Eglingen
| Eglingen | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Masevaux-Niederbruck | |
| Gemeindeverband | Sud Alsace Largue | |
| Koordinaten | 47° 40′ N, 7° 11′ O | |
| Höhe | 273–317 m | |
| Fläche | 3,72 km² | |
| Einwohner | 358 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 96 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68720 | |
| INSEE-Code | 68077 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Eglingen ist eine französische Gemeinde mit 358 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass) und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.
Geografie
Unmittelbar nördlich von Eglingen verläuft der Rhein-Rhône-Kanal (Canal du Rhône au Rhin). Eglingen liegt 15 Kilometer südwestlich von Mülhausen. Der Ort liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland in hochwassersicherer Lage am Rande des breiten Talraums der Larg.
Geologie
Eglingen liegt im löss-(lehm)bedeckten Sundgauer Tertiärhügelland in hochwassersicheren Lage auf einer sanft zur Talebene der Larg abfallenden Lösslehmdecke, unter der Schichten der Elsässer Molasse lagern.
Geschichte
Erste Erwähnung im 12. Jahrhundert als Englingeheim. Die -ingen-Endung deutet auf eine frühe Entstehung zur Zeit der alemannischen Landnahme, die angehängte -heim-Endung auf eine (später wieder abgeschliffene) Umbenennung in fränkischer Zeit hin. Das alte Sankt-Leodegars-Patrozinium der Kirche deutet auf eine frühe Beziehung zum Kloster Murbach hin, das im Ort neben anderen Klöstern begütert war. Der Ort gehörte bis 1324 zur Grafschaft Pfirt, kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht von Österreich an Habsburg und nach dem Dreißigjährigen Krieg im Westfälischen Frieden 1648 an die französische Krone.
Eglingen wurde im Dreißigjährigen Krieg (1618– 1648) von den Schweden zerstört und nach dem Krieg von angeworbenen Schweizer Siedlern wieder bevölkert.
Während der Regierungszeit von Napoléon Bonaparte wurde der Rhein-Rhône-Kanal im Bereich der Gemeinde von spanischen Kriegsgefangenen erweitert.
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1914–1918) gehörte Eglingen als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Eglingen geriet im Ersten Weltkrieg bereits im August 1914 unter französische Kontrolle und blieb bis zum Kriegsende in unmittelbarer Nähe der Front (Frontlinie war der Rhein-Rhône-Kanal). Das Dorf wurde durch Artilleriebeschuss schwerst beschädigt. Auch die Kirche musste nach dem Krieg neu erbaut werden. Im Oktober 1916 wurde von der französischen Militärverwaltung die Evakuierung angeordnet. Im Zweiten Weltkrieg gehörte Eglingen nicht zu den in den Südwesten Frankreichs evakuierten Dörfern. Die Einwohner erlebten ab dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung. Die Befreiung von der Naziherrschaft erfolgte am 21. November 1944 durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny.
| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2014 |
| Einwohner | 279[1] | 204 | 214 | 234 | 217 | 231 | 241 | 324 | 367 |
Sehenswürdigkeiten
Kirche St. Léger (Sankt Leodegar): 1302 wurde in einer Urkunde eine Kirche in Eglingen erwähnt. Das Sankt-Leodegars-Patrozinium deutet auf eine frühe Beziehung zum Kloster Murbach hin. 1772 wurde die mittelalterliche Kirche für baufällig erklärt. 1777 wurde ein neues Kirchenschiff, vor dem Ersten Weltkrieg der Glockenturm gebaut. Die Kirche Saint-Léger wurde im Ersten Weltkrieg zerstört mit Ausnahme der gotischen Sakristei, die aus dem 14. Jahrhundert stammt. Das Gebäude wurde 1927 wiedererrichtet. Beachtenswert das eiserne Friedhofstor in eleganten Jugendstil-(Art-nouveau)Formen.
Pfarrhaus: Schlichter Walmdachbau der Barockzeit (1749) mit Eckquadern, Segmentbogenfenstern und Freitreppe.
Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt ein Waagebalken-Schöpfbrunnen dar, der im Jahr 2000 originalgetreu rekonstruiert wurde.
Wegen der massiven Kriegszerstörungen gehört Eglingen zu den Dörfern, in denen nur noch wenige der für den Sundgau typischen Fachwerkbauten anzutreffen sind. Zwei Häuser, Nr. 15 und 15a an der Rue Principale, sind noch in der altertümlichen Ständerbauweise errichtet, aber vermutlich erst in der Wiederaufbauzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden. Nr. 15 ist mit den traufwandhohen Langstreben und dem weitabständigen, nur partiell symmetrischen Fachwerk wohl das ältere.
Fachwerk wohl das ältere Haus.
Wirtschaft
Wichtige Erwerbszweige in Eglingen sind Ackerbau, Obstbau und die Zucht von Hausrindern und Hausschweinen.[2]
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 48–49.
Einzelnachweise
- ↑ Kreis Altkirch. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.
- ↑ Eglingen Vie économique. Communauté de communes de la Porte d’Alsace, archiviert vom am 18. Oktober 2016; abgerufen am 18. Januar 2023 (französisch).
Weblinks
- Eglingen auf der Website des Gemeindeverbands in Französisch
- Eglingen auf cartesfrance.fr in Französisch
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