Durmenach

Durmenach
Durmenach (Frankreich)
Durmenach (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Altkirch
Gemeindeverband Sundgau
Koordinaten 47° 32′ N, 7° 20′ OKoordinaten: 47° 32′ N, 7° 20′ O
Höhe 360–461 m
Fläche 5,76 km²
Einwohner 836 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 145 Einw./km²
Postleitzahl 68480
INSEE-Code
Website www.durmenach.fr

Rathaus (Mairie)

Durmenach (deutsch Dürmenach, elsässisch Dírmene) ist eine französische Gemeinde mit 836 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sundgau.

Durmenach liegt im Tal der Ill.

Nachbargemeinden sind Roppentzwiller im Norden, Muespach im Nordosten, Werentzhouse im Südosten, Bouxwiller im Süden sowie Vieux-Ferrette im Südwesten.

Geologie

liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland im Bereich der unter der Lössdecke lagernden Sundgauschotter. Diese sind die Hinterlassenschaft einer einst (im Pliozän und Altpleistozän) über den Ur-Doubs zum Mittelmeer entwässernden Ur-Aare.

Kirche St. Georg
Herrenhaus Flaxlanden (MH)

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2018
Einwohner 838 875 870 894 853 883 915 832

Geschichte

In den Urkunden 1188 als Terminach erwähnt, 1580 als Tirmenach, 1793 als Dirmenach.

Bis 1324 gehörte Dürmenach zur Grafschaft Pfirt und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Das Dorf ging als habsburgisches Lehen an einen Zweig der Herren von Flaxlanden, der sich von Dürmenach nannte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gelangte Dürmenach im Westfälischen Frieden von 1648 mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 bis 1918 gehörte der Ort zum deutschen Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg blieb Durmenach bis Kriegsende in deutscher Hand und von Kampfhandlungen verschont. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 die Naziherrschaft, von der sie am 20. November 1944 durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny befreit wurden.

Jüdische Gemeinde

Im 18. und 19. Jahrhundert besaß das Dorf eine große jüdische Gemeinde. Es war Sitz eines Rabbinats. 1781 kamen auf 569 Einwohner 309 Israeliten. Um 1840 war es zu 75 % von elsässisches Westjiddisch sprechenden Juden bewohnt, weshalb es den Beinamen „Jerusalem des Sundgaus“ trug. Die jiddische Mundart des Dorfes ist dokumentiert in Florence Guggenheim-Grünberg: Schweizer Dialekte in Text und Ton, I 4, Frauenfeld 1966, ferner in den Cahiers du CREDYO 5, 2010 (mit CD).

Im Gefolge der französischen Revolutionen kam es 1789 und 1848 in Durmenach zu brutalen Ausschreitungen gegen die jüdischen Mitbürger. Bei der Revolution 1848 wurden beim so genannten Judenrumpel 75 Häuser demoliert.

Bauwerke

Pfarrkirche Sankt Georg. Der 1838 fertiggestellte Neubau ersetzte die baufällige Dorfkirche. Als Baumaterial diente auch Abbruchmaterial des Franziskanerklosters von Luppach. Der Portalvorbau wurde 1914 angefügt.

Das Schloss der Herren von Flaxlanden, ein einfacher Walmdachbau, wird 1580 erstmals erwähnt. Bautätigkeit ist dokumentiert 1624 und 1694 nach Brand. Aus diesem Jahr befindet sich über dem Eingang eine Inschrift- und Wappentafel. In der Revolution als Nationalgut verkauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg von der Gemeinde erworben.

Schule bei der Kirche, ein etwas aufwendiger gestalteter Walmdachbau des Zweiten Kaiserreichs von 1865. Die Gebäudemitte mit den beiden Portalen betont durch einen Giebel und zwei Werksteinlisenen. Alle Fenster mit Stichbogen und Scheitelsteinen.

Der Judenfriedhof am Ende der Rue de la Gendarmerie, wohl Ende 18. Jahrhundert angelegt.

Gut erhaltene Fachwerkbauten, darunter auch einige in der altertümlichen Ständerbauweise, so z. Bsp. Nr. 7 in der Rue de l'Église mit weitabständigem Fachwerk und traufwandhohen Eckständern und Langstreben. Die dreiteilige gestaffelte Stubenfenstergruppe, wie sie schon vor dem Dreißigjährigen Krieg gebräuchlich war, gut erhalten. (17. Jahrhundert?) – Ebenso altertümlich das Haus Nr. 1 in der Rue de l'Église. – Dagegen das jüngere 1811 gebaute Haus an der Rue de l'Église Nr. 5 mit regelmäßigem, engmaschigem, auf Symmetrie bedachtem Fachwerk in Stockwerkbauweise. Ein mit Schnitzwerk verzierter Eckständer, Balusterpfosten in den Fensterbrüstungen und eine Inschrift an der Giebelseite.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 396–398.

Siehe auch

Commons: Durmenach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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