Die Stadt liegt in der südlichen Wetterau und grenzt an die südwestlichen Ausläufer des Vogelsbergs, gehört aber verwaltungstechnisch noch zum Main-Kinzig-Kreis (in den 1970er Jahren Landkreis Hanau). Der Fluss Nidder gab der Stadt ihren Namen. Nidderau war im Jahr 2007 (wie auch schon in den Jahren 2004 und 2005) mit 1883 Sonnenstunden der sonnenreichste Ort in Hessen.
Die Stadt Nidderau entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Windecken und der Gemeinde Heldenbergen im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1970.[2] Aus diesem Grund setzt sich das Nidderauer Stadtwappen aus dem Windecker und Heldenberger Wappen zusammen.
Am 31. Dezember 1971 schlossen sich die nördlicher gelegenen Orte Eichen und Erbstadt an. Zuletzt folgte kraft Landesgesetz Ostheim am 1. Juli 1974.[3][4]
Einwohnerentwicklung
Einwohner (jeweils zum 31. Dezember; 2013: 30. Juni)[5]
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Nidderau neben dem Bürgermeister ein hauptamtlicher Erster Stadtrat und sieben ehrenamtliche Stadträte angehören.[10] Bürgermeister ist seit dem 15. Mai 2021 Andreas Bär (SPD), der in der Kommunalpolitik bis dahin Fraktionsvorsitzender seiner Partei war.[11] Er wurde als Nachfolger von Gerhard Schultheiß (SPD), der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,[12] am 29. November 2020 im ersten Wahlgang bei 58,52 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,23 Prozent der Stimmen gewählt.[13]
Der Adler stammt aus dem Wappen der früheren Gemeinde Heldenbergen und zeigt deren frühere Zugehörigkeit zur Burggrafschaft Friedberg.
Die Sparren wurden aus dem Wappen der früheren Stadt Windecken übernommen und zeigen deren Zugehörigkeit zur Grafschaft Hanau. Auch die anderen drei Ortsteile gehörten früher zur Grafschaft Hanau und zeigten die Farben Rot und Gold in deren Wappen.
Flagge
Die Flagge wurde gemeinsam mit dem Wappen durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Die Flagge zeigt die beiden Farben Gelb und Rot, im oberen Drittel das Gemeindewappen.“
Partnerschaften
Nidderau unterhält seit dem 1. September 1991 eine Partnerschaft mit dem thüringischen Gehren. Das ungarische Kurd ist seit dem 11. März 2000 ein sogenannter Kooperationspartner von Nidderau.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Neue Stadtmitte
Seit dem Zusammenschluss der Kernorte Windecken und Heldenbergen klaffte eine nur dünn besiedelte Fläche zwischen den Ortsteilen, so dass schon bald der Wunsch nach einer neuen Stadtmitte aufkam. Nach langen Beratungen in den Gremien und der Öffentlichkeit entschloss man sich, eine ca. 13 Hektar große Fläche westlich der Konrad-Adenauer-Allee als neue Stadtmitte zu entwickeln. Gebaut wurde ein etwa 11.000 Quadratmeter großes Einkaufs- und Dienstleistungszentrum mit großem Parkplatz unter dem Namen „Nidderforum“. Die Verkaufsfläche beträgt 6000 Quadratmeter. Markanter Blickpunkt der zentralen gewerblichen Fläche ist ein erhöhtes Restaurant mit Fernblick bis Frankfurt. Die umgebenden weiteren Flächen sind für Eigenheim- und Mietwohnungsbau mit ökologischen Standards freigegeben. Baubeginn des Zentrums war im Mai 2015, die Eröffnung des Nidderforums erfolgte am 2. Juni 2016.[16]
Der am 1. September 2019 in Betrieb genommene Nidderauer Solarpark in Windecken lieferte in der Anfangsphase 1,3 Megawatt Strom. Die Errichtung schlug mit rund 2,5 Millionen Euro zu Buche.[17]
Seit 1999 veranstaltet die Stadt jährlich an einem Aprilwochenende (mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 und 2021) in der Windecker Willi-Salzmann-Halle eine regionale Buchmesse. Auf Messeständen präsentieren sich Kleinverlage und Selbstverleger, aber auch die Tages- und Werbezeitungen der Region sowie Vereine, die sich dem Drucken, dem grafischen Kunsthandwerk und der Schrifttradition widmen. Begleitet wird die Veranstaltung durch Autorenlesungen, einen Vorlesewettbewerb für Schulkinder und, am Vorabend der Messe, den Auftritt meist hochkarätiger Künstler aus den Bereichen Kabarett, Literatur oder Musik.[18]
Wirtschaft und Infrastruktur
Nahversorgung
Zwischen Heldenbergen und Windecken befindet sich das Einkaufs- und Dienstleistungszentrum Nidderforum.[19]
Verkehr
Straßenverkehr
In Nidderau kreuzen sich die Bundesstraße 45 und die Bundesstraße 521. Eine westliche Ortsumgehung für den Kernort Heldenbergen/Windecken wurde von 2009 bis 2015 gebaut, welche die Stadt vom Durchgangsverkehr vor allem in nord-südlicher Richtung entlastet. Die Gesamteröffnung der rund 8,3 Kilometer langen Strecke erfolgte Ende Juni 2015.
ÖPNV
Die wichtigste Buslinie ist die Linie 562, die Nidderau und seine Stadtteile mit Hanau verbindet. Zu massiven Protesten kam es nach dem Fahrplanwechsel 2009, durch den sich die Fahrtzeit massiv verlängert hat, da das südlich gelegene Bruchköbel nicht mehr umfahren, sondern durchquert wird. Zudem gibt es auch die Stadtbuslinie MKK-45, die den Stadtteil Heldenbergen besser erschließt.
Durch die Ortsteile Windecken und Eichen führt der RadwanderwegBahnradweg Hessen. Er führt auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön.
Bildung
In der Stadt Nidderau gibt es vier Grundschulen, die Grundschule Ostheim, die Albert-Schweitzer-Schule Nidderau im Ortsteil Heldenbergen, die Kurt-Schumacher-Schule in Windecken und die Paul-Maar-Schule in Eichen. Darüber hinaus gibt es mit der Johann-Hinrich-Wichern-Schule im Stadtteil Ostheim eine Schule für Lernhilfe und Sprachheilschule und in Heldenbergen die Bertha-von-Suttner-Schule, eine integrierte Gesamtschule für die Klassen 5 bis 10.
Persönlichkeiten
Wilhelm Adam (1893–1978), geboren in Eichen, Politiker und General
Rudolf Anzinger (* 1952), geboren in Windecken, Staatssekretär in mehreren Bundesministerien
Andreas Bär (* 1982), Politiker (SPD) und Bürgermeister der Stadt Nidderau
Otfried Betz (1938–2020), Politiker (SPD), ehemaliger Bürgermeister der Stadt Nidderau
Rolf Gundlach (1931–2016), geboren in Heldenbergen, Ägyptologe
↑Zusammenschluß der Gemeinde Heldenbergen im Landkreis Friedberg und der Stadt Windecken im Landkreis Hanau zur Stadt „Nidderau“ im Landkreis Hanau vom 17. Dezember 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr.1, S.5, Punkt 9 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,0MB]).
↑Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Nidderau, Landkreis Hanau, Regierungsbezirk Darmstadt vom 4. Mai 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr.21, S.857, Punkt 808 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,4MB]).