Manfred

Manfred ist ein deutscher männlicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung

Der Name Manfred ist westgermanischen Ursprungs und lässt sich sowohl im Althochdeutschen (in der alemannischen Schreibweise Manifrit,[1][2] aber auch Magenfrid, Maginfrid, Meginfrid, Meinfred, Mamfred u. ä.[3]) als auch in anderen altgermanischen Sprachen wie dem Altfränkischen (Monfredus,[4] Menfred[3]), Altsächsischen[4] und Langobardischen (Magnifrid, Magnifret, Manifrit)[2][5] nachweisen. Er setzt sich aus den Stämmen man[1] (‚Mann‘), vgl. gotisch manna,[6][7] oder megin, magan[2][8] (‚Kraft, Stärke‘)[4] sowie frith[9] bzw. fridu (‚Frieden, Schutz‘)[4][10] zusammen und wird in den Handschriften sehr häufig latinisiert zu Mainfridus oder Manfredus überliefert. Die Bedeutung lässt sich mit „Mann des Friedens“ oder „mächtiger Beschützer“ wiedergeben.

Verbreitung

Anders als ähnliche Namen urgermanischer Herkunft ist Manfred heute nur noch im Deutschen und Italienischen (in der Form Manfredo)[11] geläufig und wird auch in verwandten germanischen Sprachen wie dem Englischen oder Niederländischen als typisch deutscher Name wahrgenommen.[12]

Die Popularität des Namens Manfred im deutschen Sprachraum stieg in den 1920er Jahren an. Vom Ende der Dreißiger bis zur Mitte der Fünfziger war der Name fast ununterbrochen einer der zehn häufigsten Jungennamen in Deutschland.[13] Der Name belegte durchschnittlich Rang 12 in den 1930er[14], Rang 6 in den 1940er[15] und Rang 7 in den 1950er Jahren[16]. Die höchste Platzierung mit Rang 4 erzielte er letztmalig 1954.[17] Ende der Sechziger ging seine Beliebtheit deutlich zurück, seitdem werden kaum noch Jungen Manfred genannt.[13]

In Österreich befand sich der Name von 1984 bis 1996 in den Top-100. Seit der Jahrtausendwende wird er nur noch in einem geringen Umfang vergeben.[18] Von 1984 bis 2023 wurde der Name rund 1.900 Mal gewählt. Der Name Manfred kam in der Schweiz von 1930 bis Ende der 1990er Jahre jährlich in der Namensgebung vor. Zwischen 1933 und 1968 befand er sich in den Top-100. Zwischen 1930 und 2023 wurden circa 4600 Schweizer Jungen so genannt.[19]

In Italien rangiert der Name Manfredo mit mehr als 2100 Namensträgern an etwa 950. Stelle der Namenshäufigkeit und ist am stärksten im nördlichen Mittelitalien (Emilia-Romagna, Toskana, Latium) anzutreffen.[11] In Skandinavien ist der Name unüblich und gehört nicht zum nordischen Namensbestand.[20] In den Niederlanden war er in den 1960er und 1970er Jahren gelegentlich anzutreffen und wird neben Deutschen und Österreichern vor allem mit Menschen verbunden, die von den Niederländischen Antillen stammen.[12][19] In Frankreich gab es die mittelalterliche Namensform Maynfroi,[4] die bis heute als seltener Nachname (Mainfroy) im Französischen vorkommt. Der deutsche Vorname gehörte im Gefolge des Zweiten Weltkriegs von 1941 bis 1953 zu den Top-200 bzw. Top-400 der Liste vergebener Namen.[21] Der Name lag in der Tschechoslowakei von 1935 bis in die 1970er Jahre ebenfalls häufig in den Top-200.[22]

Namenstag

Namensträger

Einzelname

Familienname

Vorname

A

B

C

D

E

F

G

H

I

  • Manfred Inger (1907–1984), österreichischer Theater- und Filmschauspieler und Kabarettist
  • Manfred Isemeyer (* 1948), deutscher Politologe, Publizist und Humanist

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

Z

Werke, die den Namen Manfred im Titel tragen

Abgeleitete Namen

Quellen

  1. a b Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 904.
  2. a b c Carl Meyer: Sprache und Sprachdenkmäler der Langobarden. Quellen, Grammatik, Glossar. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1877, S. 296.
  3. a b Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 890.
  4. a b c d e Manfred. In: Sara Lynn Uckelman (Hrsg.): The Dictionary of Medieval Names from European Sources, Durham University, Edition 2023.
  5. Christine Beyer: In fremder Hand. Die Funktion von Geiseln in der Herrschaftspraxis der Karolinger. Inaugural-Dissertation, Universität Bonn, Bonn 2025, S. 12, 161 f.
  6. Moritz Schönfeld: Wörterbuch der altgermanischen Personen- und Völkernamen. Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1911, S. 161.
  7. Gerhard Köbler: Gotisches Wörterbuch. 4. Auflage 2014, Anhang 3: Gotische Namen, s. v.
  8. Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 887.
  9. Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. Erster Band: Personennamen. Nordhausen 1856, Sp. 421.
  10. Moritz Schönfeld: Wörterbuch der altgermanischen Personen- und Völkernamen. Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1911, S. 93.
  11. a b Mappa del nome Manfredo.] In: Nomi italiani, abgerufen am 5. August 2026 (italienisch).
  12. a b Manfred. In: Nederlandse Voornamenbank, abgerufen am 5. August 2026.
  13. a b Manfred. In: Beliebte-Vornamen. Knud Bielefeld, abgerufen am 6. November 2025.
  14. Beliebteste Vornamen der 1930er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 6. November 2025.
  15. Beliebteste Vornamen der 1940er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 6. November 2025.
  16. Beliebteste Vornamen der 1950er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 6. November 2025.
  17. Beliebteste Vornamen 1954. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 6. November 2025.
  18. Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 6. November 2025.
  19. a b Manfred. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 6. November 2025.
  20. Manfred. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  21. Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
  22. Popularity in Czechia. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 6. November 2025 (englisch).
Commons: Manfred – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Manfred – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Siehe auch

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