U 260
U 260 (alle U-Boote)
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| Typ: | VII/C |
| Feldpostnummer: | M - 44 273 |
| Werft: | Bremer Vulkan, Bremen |
| Bauauftrag: | 23. Dezember 1939 |
| Baunummer: | 025 |
| Kiellegung: | 7. Juni 1941 |
| Stapellauf: | 9. Februar 1942 |
| Indienststellung: | 14. März 1942 |
| Kommandanten: |
13. März 1942 – April 1944 |
| Flottillen: |
8. U-Flottille 14. März 1942 – 30. September 1942 |
| Einsätze: | 9 Unternehmungen |
| Versenkungen: |
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| Verbleib: | Am 12. März 1945 nach Minentreffer selbstversenkt |
U 260 war ein U-Boot vom Typ VII/C der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg, das im Zuge der Atlantikschlacht eingesetzt wurde. Auf zehn Unternehmungen wurde ein Schiff mit 4.893 BRT versenkt.
Bau und technische Daten
Der Bauauftrag für U 260 wurde am 23. Dezember 1939 an die Vegesacker Werft der Bremer Vulkan vergeben. Das Boot gehörte zu dem fünften Bauauftrag, den die Kriegsmarine an diese Werft erteilte. Dort wurde U 260 am 7. Mai 1941 mit der Baunummer 025 auf Kiel gelegt.[1] Ein U-Boot dieses Tps hatte eine Länge von 67 m und verdrängte 865 m³ unter Wasser. Zwei Dieselmotoren trieben ein VII C bei Überwasserfahrt zu einer Geschwindigkeit von 17 Knoten (kn) an. Bei der Unterwasserfahrt ermöglichten zwei Elektromotoren eine Geschwindigkeit von 7 kn. Die Bewaffnung von U 260 bestand aus einer 8,8-cm-Kanone und einer 2-cm-Flak C/30 an Deck sowie vier Bugtorpedorohren und einem Hecktorpedorohr. Das Boot wurde am 14. März 1942 durch Oberleutnant zur See Hubertus Purkhold in Dienst gestellt.[1] Wie die meisten Boote seiner Zeit führte auch U 260 ein Zeichen am Turm. Es handelte sich um das Abzeichen der 6. U-Flottille, der das Boot ab Oktober 1942 angehörte.[2]
Einsatzgeschichte
Das Boot war von März und September 1942 der 8. U-Flottille als Ausbildungsboot zugeteilt und in Danzig stationiert.[3] In dieser Zeit unternahm Kommandant Purkhold mit dem Boot Ausbildungsfahrten in der Ostsee zum Einfahren des Bootes und zum Training der Besatzung. Ab dem 1. Oktober 1942 war das Boot der 6. U-Flottille in St. Nazaire als Frontboot unterstellt.[3]
- Erste Unternehmung
Das Boot lief am 10. September 1942 aus Kiel zu seiner ersten Unternehmung aus.[4] Auf dieser Unternehmung konnte keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden, am 15. November lief es in Lorient ein.
- Zweite Unternehmung
Am 14. Dezember 1942 lief U 260 von Lorient zu seiner zweiten Unternehmung in den Nordatlantik aus.[4] Auf dieser Unternehmung war das Boot der U-Boot Gruppe Spitz zugeteilt, die nach Maßgabe der von Karl Dönitz entwickelten Rudeltaktik im Nordatlantik das Gefecht mit alliierten Geleitzügen suchen sollte. Kommandant Purkhold versenkte ein Schiffe mit 4.893 BRT. Nach 51 Tagen lief das Boot am 3. Februar 1943 in St. Nazaire ein.
- Dritte Unternehmung
Am 12. März 1943 lief U 260 zu seiner dritten Unternehmung in den Nordatlantik aus. Am 17. April wurde es von U 462 mit Betriebsmitteln sowie Proviant versorgt. Im Verlauf dieses Einsatzes konnte keine Schiffe beschädigt oder versenkt werden.
- Vierte Unternehmung
Nach drei Monaten im Hafen lief U 260 am 25. August 1943 zu seiner vierten Unternehmung in den Nordatlantik aus.[4] Am 11. September wurde es von U 460 mit Betriebsmitteln sowie Proviant versorgt. Es wurden keine Schiffe beschädigt oder versenkt. Am 22. Mai 1943 lief es wieder in St. Nazaire ein.
- Fünfte Unternehmung
Das Boot lief am 18. Dezember 1943 zu seiner fünften Unternehmung aus.[4] Auch bei diesem Einsatz konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden. Am 27. Februar 1944 lief es wieder in St. Nazaire ein. Im April desselben Jahres wurde Kapitänleutnant Purkhold von seinem Kommando abgelöst und ging als Kompaniechef an die Marineschule Mürwik.[5]
- Sechste Unternehmung
Die sechste Unternehmung begann am 6. Juni 1944 unter Oberleutnant zur See Klaus Becker. Er hatte unter Purkholds Kommando zwischen April 1942 und November 1943 als Erster Wachoffizier an vier Unternehmungen teilgenommen und dann im Anschluss an seinen Kommandantenlehrgang kurzzeitig U 367 kommandiert.[6] Auf seiner ersten Unternehmung mit diesem Boot als Kommandant führte er U 260 in die Biskaya und sollte die Alliierte Invasion behindern. Am 16. Juni 1944 das Boot in Lorient ein. Bei diesem Einsatz konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
- Siebente Unternehmung
Die siebte Unternehmung wurde unmittelbar nach dem Beginn zunächst abgebrochen, U 260 kehrte nach Lorient zurück. Am 7. August 1944 lief das Boot zu einem Einsatz in die Biskaya aus. Nach sechs Tagen kehrte U 260 nach La Pallice zurück.[4] Dort wurde das Boot mit einem Schnorchel ausgerüstet. Anschließend folgte die Erprobung.
- Achte Unternehmung
Die achte Unternehmung begann am 3. September 1944. Aufgrund der vorrückenden alliierten Truppen wurde der Stützpunkt La Pallice aufgegeben und das Boot sollte nach Norwegen verlegen. Da der eingebaute Schnorchel sich als schadhaft erwies und oft Abgase in das Bootsinnere geleitet wurde, war die Besatzung nur eingeschränkt einsatzfähig. Kommandant Becker wählte infolgedessen einen weit westlich führenden Kurs und erreichte Kristiansand erst am 17. Oktober. Von hier aus verlegte das Boot nach Flensburg und später nach Kiel.[4] Bei diesem Einsatz konnten keine Schiffe versenkt oder beschädigt werden.
- Neunte Unternehmung
Anfang Februar verlegte das Boot von Kiel nach Horten. Von hier aus begann die neunte Unternehmung am 12. Februar 1945, nach Ergänzungen in Kristiansand nahm es eine Patrouille vor der irischen Küste auf. Am 12. März lief es in 80 m Tiefe vor Fastnet Rock auf eine Mine.[7]
Verlust des Bootes

Das Minenfeld CF-2(A) war unrechtmäßig von der HMS Apollo, einem Ninenleger der Abdiel-Klasse in den neutralischen irischen Gewässern ausgebracht worden und bestand aus 156 Minen, die in 67 m Tiefe gelegt worden waren. Kommandant Becker konnte das Boot an die Wasseroberfläche bringen und informierte die U-Bootführung über den Minentreffer.[2]
Da das Boot nicht mehr tauchklar war, wurde er angewiesen, U 260 zu versenken. Die Besatzung verließ das Boot und die Selbstversenkung wurde eingeleitet.[7] Die Besatzung erreichte mit Schlachbooten die irische Küste bei Galley Head, südlich von Clonakilty. Dort wurde sie von den Behörden verhaftet. Alle 48 Besatzungsmitglieder überlebten den Verlust von U 260.
Literatur
- Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. Band IV. Mittler, Hamburg, Berlin, Bonn 1999, ISBN 3-8132-0514-2. Seite 323.
Einzelnachweise
- ↑ a b Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. 1997, S. 71.
- ↑ a b Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 5. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, S. 29.
- ↑ a b Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. 1997, S. 353.
- ↑ a b c d e f Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. 1997, S. 466.
- ↑ Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945. Band 1: Die deutschen U-Bootkommandanten". 1996, S. 184.
- ↑ Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939 bis 1945. Band 1: Die deutschen U-Bootkommandanten". 1996, S. 25.
- ↑ a b Clay Blair: Der U-Boot-Krieg 1943–1945. Die Gejagten, Heyne Verlag, München 1998, Seite 776
Literatur
- Rainer Busch und Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945 Deutsche U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945, Verlag E. S. Mittler & Sohn, Hambrug 1999, ISBN 3-0831-0514-2
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