SRE-LL
Das SRE-LL (Surveillance Radar Equipment) ist ein im L-Band arbeitendes Flugsicherungsradar, das aus einer Kombination aus einem Primärradar (engl. Primary-Surveillance-Radar, PSR) und Sekundärradar (engl. Secondary Surveillance Radar, SSR) besteht. Die Erfassungsreichweite von Luftfahrzeugen lag bei bis zu 278 km (150 NM) bei einer minimal zu erfassenden Zielgröße (RCS, Radar Cross Section, dt. Radarquerschnitt oder Rückstrahlquerschnitt) von 1,5 m² bei 90 % Entdeckungswahrscheinlichkeit (Probability of Detection, Pd).[1] Die Reichweite variiert, je nach dem spezifizierten RCS und ob die Anlage linear oder zirkular polarisiert ist, ob sie im Frequenz-Diversity mit zwei Frequenzen, oder nur einer Frequenz betrieben wird.
Die Mittelbereichs-Radaranlagen (En-route-Radar) Typ SRE-LL wurden von der ehemaligen Bundesanstalt für Flug Sicherung (BFS) und deren Nachfolgeorganisation DFS Deutsche Flugsicherung (DFS) verwendet. Sie dienten, ebenso wie der Vorläufer GRS (Groß-Rund-Suchradar) und dem Nachfolger-Typ SRE-M (Surveillance Radar Equipment), der Flugverkehrskontrolle auf der Strecke (engl. En-Route) und der Überwachung des Flugverkehrs außerhalb der Bereiche um Flugplätze.[2]
Der Hauptunterschied gegenüber anderen Mittelbereichs-Primärradaren lag darin, das die SRE-LL-Anlagen aus zwei separaten Primärradar- und Sekundärradar-Sensoren bestand. Dabei wurden die zwei jeweils gegenüberstehenden Primärradar-Reflektoren und Sekundärradar-Balkenantennen. Diese doppelte Antenne wurde nach den doppel-köpfigen, römischen Gott Janus „Janus-Antenne“ genannt.[1] Durch diese Anordnung wurde eine Verdopplung der Zielerfassungsrate erreicht, ohne dass man die Antenne doppelt so schnell drehen lassen muss.


Die Nutzung als Airport Surveillance Radar, ASR zur Kontrolle von An- und Abflug im Bereich von bis zu 111 km (60 NM) sowie anderer Flugbewegungen rund um einen Flugplatz war, aufgrund gleich hohen Zielerneuerungsrate wie bei ASR möglich. Diese Art der Nutzung benötigte jedoch aufgrund der schlechteren Entfernungsauflösung gegenüber einer als ASR ausgelegten Radaranlage, eine Vergrößerung der Staffelung (Flugverkehrskontrolle), woraus eine Reduzierung der Luftraum-Kapazität folgte.
Geschichte
Für die Überwachung außerhalb der Flughafenbereiche (En-route-Radar) erfolgte 1958 bis 1960 die Installation und Inbetriebnahme der Telefunken-Eigenentwicklung eines Mittelbereichs-Radars des Typs GRS (Groß-Rund-Suchradar) die im L-Band bei einer Wellenlänge von 23 cm arbeiteten und an den Standorten Deister, Neunkirchener Höhe und Gronsdorf installiert wurden. Der PSR-Reflektor der GRS war eine Eigenentwicklung von Telefunken mit den Abmessungen von 7 m mal 14,5 m bei einem Gewicht von 30 Tonnen[2.1] und einer Erfassungsreichweite von 220 km (120 NM) und einer Höhenerfassung von 14 km. Die GRS wurden später mit dem bei der BFS eingesetzten SSR-Interrogator der Firma Telefunken SRT-4 nachgerüstet.
Die Entwicklung des Nachfolgers SRE-LL bei Telefunken begann 1968/69; der Prototyp wurde 1972 in Bremen installiert. Die fünf Serienanlagen wurden 1970 bis 1977 an den Standorten Bostedt (bei Hamburg), Gosheim (Schwäbische Alb), Lüdenscheid, Mittersberg (bei Nürnberg), Pfälzer Wald (bei Kaiserslautern) installiert und in Betrieb genommen.[2.2] Diese Anlagen waren bis Mitte der 1990er Jahre in Betrieb. Die Forderungen für die SRE-LL war eine Betriebsreichweite von 278 km (150 NM) und 18.300 m Höhe bei einem RCS von 1,5 m² und 90 % Entdeckungswahrscheinlichkeit (Probability of Detection, Pd) und eine Zielerneuerungsrate von bis zu 15 mal pro Minute. Alle SRE-LL-Anlagen bestehen aus um 180° versetzten Primärradar-Parabolspiegel (14,5 m breit und 9 m hoch) und SSR-Balkenantennen die oberhalb der beiden Primärspiegel montiert waren. Jede PSR-Antenne war an einen Primärradar-Sende-Empfänger und jede SSR-Balkenantenne an einen SSR-Interrogator (Abfrager) angeschlossen. Die Umdrehungszahl der Antenne lag zwischen 2 min−1 bis 7,5 min−1. Dadurch ergab sich eine maximale Zielerneuerungsrate von bis zu 15 mal pro Minute. Bei Nutzung von lediglich einer einzelnen Antenne wäre eine Verdopplung der Umdrehungszahl notwendig gewesen um die gleiche Anzahl von Zielechos zu erhalten. Eine höhere Umdrehungszahl der Antenne hat aber eine Reduzierung der Verweilzeit der Antennen beim Schwenken über ein Ziel zur Folge, was sowohl zu einer Einschränkungen in der Reichweite als auch einer Reduzierung der möglichen Zielechos zur Folge hat.
Der Antennengewinn liegt, je nach Antennendiagramm zwischen 35 dB und 38 dB. Es wurde zum Herstellungszeitraum i.d. Regel noch nicht üblich angegeben ob der Antennengewinn auf einen Isotropstrahler (dBi) oder einen Halbwellendipol-Strahler (dBd) referenziert wurde. Das untere Diagramm des Primärradars der SRE-LL war ein Keulendiagramm und das obere war ein Cosecans²-Diagramm. Jeder der beiden Primärradar-Sensoren einer SRE-LL nutzten einen Magnetron-Sender die jeweils bis zu 5 MW Puls-Spitzen-Senderausgangsleistungen erzeugen konnten.
Der Nachfolger der SRE-LL die SRE-M5 wurde von 1975 bis 1978 auch bei Telefunken entwickelt und war ein kohärentes Radar mit einem Klystron als Senderendstufe und nutze auch einen PSR-Parabolspiegel.
Es gibt in der Literatur verschiedene Erklärung für die Bezeichnung SRE-LL. Eine davon lautet "Surveillance Radar Equipment, L-Band" da die SRE-LL aus zwei Anlagen am gleichen Standort bestand. Diese Erklärung wurde weder in den Publikationen der Herstellerfirma Telefunken, noch in den Schulungsunterlagen der Flugsicherungs-Schule (FSS) der ehemaligen Bundesanstalt für Flugsicherung (BFS) verwendet.
Einzelnachweise
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.