Perth Wildcats
| Perth Wildcats | |||
| Gegründet | 1982 | ||
| Halle | RAC Arena (14.846 Plätze) | ||
| Website | Wildcats.com.au | ||
| General Manager | Danny Mills | ||
| Trainer | John Rillie | ||
| Liga | National Basketball League | ||
| Farben | Rot, Schwarz | ||
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| Erfolge | |||
| NBL-Meister 1990, 1991, 1995, 2000, 2010, 2014, 2016, 2017, 2019, 2020 | |||
Die Perth Wildcats sind eine professionelle Basketball-Mannschaft der australasischen National Basketball League (NBL) aus der im australischen Bundesstaat Western Australia gelegenen Stadt Perth. Das 1982 gegründete Team, agierte von 1982 bis 1983 unter der Bezeichnung Westate Wildcats und nahm dann die aktuelle Bezeichnung ein. Die Wildcats sind mit zehn Titeln Rekordmeister der NBL.
Geschichte
Die 1980er Jahre
Nachdem im Jahre 1979 die National Basketball League in Australien gegründet worden war, erhielt drei Jahre später auch Western Australia ein Team. Die 1982 als Westate Wildcats gegründeten Wildcats waren das erste und bisher einzige westaustralische Team, das in der NBL antrat. Erster Trainer war Henry Daigle, und der Großteil des ersten Kaders bestand aus Spielern der East Perth Eagles, Stirling Senators und Perth Redbacks, angeführt von Kapitän Mike Ellis.[1] Sie trugen ihre Heimspiele im Perry Lakes Basketball Stadium aus und beendeten die Saison 1982 mit einer Bilanz von 10 Siegen und 16 Niederlagen auf dem zehnten Platz. Nachdem in der folgenden Saison 1983 Gordon Ellis das Traineramt übernommen hatte, belegte das Team mit einer Bilanz von 6 Siegen und 16 Niederlagen den 13. Platz.
In der Saison 1984 wurde das Team in Perth Wildcats umbenannt, doch unter Trainer Lynn Massey blieb der Erfolg aus. Die Mannschaft beendete die Saison mit nur drei Siegen auf dem letzten Platz. Zur Saison 1985 übernahm Jay Brehmer das Team. Brehmer und die ausländischen Spieler Dan Clausen und Roland Brooks wollten die Wildcats erstmals in die Playoffs führen. Mit einer Bilanz von 13 Siegen und 13 Niederlagen verpassten sie die Playoffs jedoch knapp und belegten den achten Platz. Im Jahr 1986 kaufte der Geschäftsmann Bob Williams aus Perth die Wildcats.[2][3] In dieser Saison erlitten die Wildcats einen schweren Rückschlag, als Brooks sich nach nur zehn Spielen eine schwere Verletzung zuzog und die Saison vorzeitig beenden musste. Ohne ihren Starspieler konnten die Wildcats nicht mehr mithalten und beendeten die Saison mit einer Bilanz von 8 Siegen und 18 Niederlagen auf dem zwölften Platz.
Im Jahr 1987 gab es zahlreiche Veränderungen. Die bedeutendste war der Umzug der Mannschaft aus dem engen Perry Lakes Stadium in den Superdrome. Während das Perry Lakes Stadium lediglich 800 Zuschauern Platz bot, fasste der Superdrome 5000 Personen. Ebenfalls 1987 – weiterhin unter der Führung von Kapitän Mike Ellis – nahmen die Perth Wildcats Spieler in ihren Kader auf, die später zu bekannten Größen werden sollten, darunter Kendal Pinder, James Crawford, Cal Bruton (Spielertrainer), Alan Black, Eric Watterson und Trevor Torrance. Die neuen Talente zahlten sich für die Wildcats sofort aus, da das Team erstmals die Play-offs erreichte. In den ersten beiden Runden der Play-offs besiegten die Wildcats die Canberra Cannons sowie den Tabellenersten der regulären Saison, die Adelaide 36ers, und erreichten so die Finalserie gegen die Brisbane Bullets. Der in jener Saison eingeführte Spielstil – „Run, stun and have some fun“ (Laufen, Überrumpeln, Spaß haben)[4] – hatte bis zur Finalserie wahre Wunder gewirkt. Die Serie war ein Traum für die Veranstalter: Ostküste gegen Westküste, solide spielerische Grundlagen gegen „Run-and-Gun“-Basketball, zukünftige Hall-of-Fame-Mitglieder auf beiden Seiten des Spielfelds und zwei Trainer, die sich nicht ausstehen konnten (Brian Kerle gegen Cal Bruton).[5] Im ersten Spiel der Best-of-Three-Serie besiegten die Bullets die Wildcats vor ausverkauftem Haus in Perth mit nur einem Punkt Vorsprung, bevor sie sich wenige Tage später in Brisbane mit einem Sieg im zweiten Spiel die Meisterschaft sicherten.
Sowohl 1988 als auch 1989 kam es im Halbfinale zu Niederlagen gegen die North Melbourne Giants.
Die 1990er Jahre
Im Jahr 1990 wurde der Geschäftsmann Kerry Stokes aus Westaustralien Miteigentümer des Franchise und beschloss, den Spielort in das Perth Entertainment Centre zu verlegen, das über 8000 Plätze verfügte.[2] Nachdem Cal Bruton seine Spielerkarriere nach der Saison 1989 beendet hatte, übernahm er 1990 das Amt des General Managers bei den Wildcats. In dem Bestreben, die erste NBL-Meisterschaft für das Team zu gewinnen, startete Bruton in der spielfreien Zeit eine aktive Rekrutierungsoffensive. Diese führte zur Verpflichtung von Ricky „Amazing“ Grace, der regelmäßig als der beste Spieler in der Geschichte der Wildcats bezeichnet wird. Gemeinsam mit Mike Ellis bildete Grace ein dominantes Backcourt-Duo. Die Saison 1990 begann turbulent, als Trainer Alan Black nach nur zwei Spielen unter umstrittenen Umständen entlassen und durch Cal Bruton ersetzt wurde. Trotz des holprigen Saisonstarts fingen sich die Wildcats und belegten am Ende mit einer Bilanz von 17 Siegen und 9 Niederlagen den fünften Platz. Als Außenseiter in die Endrunde gestartet, besiegten die Wildcats die Melbourne Tigers in der ersten Play-off Runde glatt mit zwei Siegen in Folge und revanchierten sich im Halbfinale mit einem 2:1-Erfolg gegen die North Melbourne Giants. In ihrer zweiten Finalteilnahme der Franchisegeschichte trafen sie erneut auf die Brisbane Bullets.[2] Zehntausende Menschen in ganz Westaustralien verfolgten die Live-Übertragung, in der die Wildcats im ersten Spiel der Finalserie vor ausverkauftem Haus im Perth Entertainment Centre einen 112:106-Sieg errangen. Brisbane glich die Serie zum 1:1 aus, nachdem das Team das zweite Spiel zu Hause überzeugend mit 106:90 gewonnen hatte. Im entscheidenden Spiel, das wenige Tage später ebenfalls in Brisbane stattfand, setzten sich die Wildcats im dritten Viertel deutlich ab und gingen mit einem Vorsprung von 20 Punkten in den Schlussabschnitt. Sie fuhren einen souveränen 109:86-Sieg ein und sicherten sich damit ihre erste NBL-Meisterschaft. Für seine herausragende Leistung in der Serie wurde Grace als MVP des Finales ausgezeichnet. Über die drei Spiele hinweg erzielte Grace durchschnittlich 24,7 Punkte pro Partie.[2]
Unter kontroversen Umständen wurde Cal Bruton trotz des Meisterschaftsgewinns der Wildcats im Folgejahr nicht als Trainer weiterbeschäftigt. Sein Nachfolger wurde Murray Arnold, ein ehemaliger Assistenztrainer der Chicago Bulls. Arnolds Spielstil war defensiv ausgerichtet, was einen deutlichen Unterschied zum zuvor unter Bruton praktizierten, offensiv ausgerichteten und unterhaltsamen Spielstil darstellte. Im Bestreben, die Meisterschaft zu verteidigen, verstärkten die Wildcats ihren Kader in der Saisonpause erheblich mit der Verpflichtung der späteren Basketballlegende Andrew Vlahov und Peter Hansen, einem US-Amerikaner, der über Venezuela, Spanien und die Perry Lakes Hawks nach Melbourne gekommen war.[6]
Erfolge
- Bestes Team der regulären Saison (6): 1991, 1993, 1995, 2010, 2014, 2019
- NBL-Meister (10): 1990, 1991, 1995, 2000, 2010, 2014, 2016, 2017, 2019, 2020
- Playoff-Teilnahmen (39): 1987, 1988, 1989, 1990, 1991, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2023, 2024, 2025, 2026
- Final-Teilnahmen (16): 1987, 1990, 1991, 1993, 1995, 2000, 2003, 2010, 2012, 2013, 2014, 2016, 2017, 2019, 2020, 2021
Saisonbilanzen
- Meister der NBL
- Vizemeister der NBL
| Saison | Platz | Spiele | Siege | Niederlagen | Siegquote in % | PlayOffs |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1982 | 10 | 26 | 10 | 16 | 38,5 | nicht qualifiziert |
| 1983 | 7 | 22 | 6 | 16 | 27,3 | nicht qualifiziert |
| 1984 | 8 | 23 | 3 | 20 | 13,0 | nicht qualifiziert |
| 1985 | 8 | 26 | 13 | 13 | 50,0 | nicht qualifiziert |
| 1986 | 12 | 26 | 8 | 18 | 30,8 | nicht qualifiziert |
| 1987 | 4 | 26 | 19 | 7 | 73,1 | im Finale verloren |
| 1988 | 6 | 24 | 13 | 11 | 54,2 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 1989 | 3 | 24 | 16 | 8 | 66,7 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 1990 | 5 | 26 | 17 | 9 | 65,4 | im Finale gewonnen |
| 1991 | 1 | 26 | 22 | 4 | 84,6 | im Finale gewonnen |
| 1992 | 6 | 24 | 12 | 12 | 50,0 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 1993 | 1 | 26 | 21 | 5 | 80,8 | im Finale verloren |
| 1994 | 6 | 26 | 16 | 10 | 61,5 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 1995 | 1 | 26 | 19 | 7 | 73,1 | im Finale gewonnen |
| 1996 | 3 | 26 | 16 | 10 | 61,5 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 1997 | 4 | 30 | 17 | 13 | 56,7 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 1998 | 3 | 30 | 17 | 13 | 56,7 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 1998/99 | 6 | 26 | 13 | 13 | 50,0 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 1999/00 | 3 | 28 | 22 | 6 | 78,6 | im Finale gewonnen |
| 2000/01 | 3 | 28 | 21 | 7 | 75,0 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 2001/02 | 2 | 30 | 17 | 13 | 56,7 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 2002/03 | 2 | 30 | 22 | 8 | 73,3 | im Finale verloren |
| 2003/04 | 7 | 33 | 15 | 18 | 45,5 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 2004/05 | 7 | 32 | 17 | 15 | 53,1 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 2005/06 | 7 | 32 | 16 | 16 | 50,0 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2006/07 | 3 | 33 | 23 | 10 | 69,7 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2007/08 | 4 | 30 | 18 | 12 | 60,0 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2008/09 | 4 | 30 | 17 | 13 | 56,7 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 2009/10 | 1 | 28 | 17 | 11 | 60,7 | im Finale gewonnen |
| 2010/11 | 4 | 28 | 16 | 12 | 57,1 | im Halbfinale verloren |
| 2011/12 | 2 | 28 | 19 | 9 | 67,9 | im Finale verloren |
| 2012/13 | 2 | 28 | 22 | 6 | 78,6 | im Finale verloren |
| 2013/14 | 1 | 28 | 21 | 7 | 75,0 | im Finale gewonnen |
| 2014/15 | 4 | 28 | 16 | 12 | 57,1 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2015/16 | 2 | 28 | 18 | 10 | 64,3 | im Finale gewonnen |
| 2016/17 | 3 | 28 | 15 | 13 | 53,6 | im Finale gewonnen |
| 2017/18 | 3 | 28 | 16 | 12 | 57,1 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2018/19 | 1 | 28 | 18 | 10 | 64,3 | im Finale gewonnen |
| 2019/20 | 2 | 28 | 19 | 9 | 67,9 | im Finale gewonnen |
| 2020/21 | 2 | 36 | 25 | 11 | 69,4 | im Finale verloren |
| 2021/22 | 5 | 28 | 16 | 12 | 57,1 | nicht qualifiziert |
| 2022/23 | 6 | 28 | 15 | 13 | 53,6 | im Viertelfinale ausgeschieden |
| 2023/24 | 2 | 28 | 17 | 11 | 60,7 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2024/25 | 3 | 29 | 18 | 11 | 62,1 | im Halbfinale ausgeschieden |
| 2025/26 | 4 | 33 | 21 | 12 | 63,6 | im Halbfinale ausgeschieden |
Trainerhistorie
- Henry Daigle: 1982
- Gordon Ellis: 1983
- Lynn Massey: 1984
- Jay Brehmer: 1985–1986
- Cal Bruton: 1987–1988, 1990
- Alan Black: 1989–1990, 1998–2003
- Murray Arnold: 1991–1992
- Adrian Hurley: 1993–1997
- Mike Ellis: 2003–2004
- Scott Fisher: 2004–2008
- Conner Henry: 2008–2009
- Rob Beveridge: 2009–2013
- Trevor Gleeson: 2013–2021
- Scott Morrison: 2021–2022
- John Rillie: 2022–aktuell
Heimarena
- Perry Lakes Basketball Stadium (1982–1986)
- Superdrome / Challenge Stadium / Perth HPC (1987–1989; 2002–2012; 2025)
- Perth Entertainment Centre (1990–2002)
- Burswood Dome (1994; 2004)
- RAC Arena (2012–aktuell)
Bekannte Spieler
- Bryce Cotton, spielte von 2016 bis 2025 insgesamt neun Saisons für die Wildcats und wurde 3× Meister, 5× MVP der regulären Saison, 3× MVP der Finals, 8× ins All-NBL First Team gewählt und 8× bester Punktesammler der Saison.
- Ricky "Amazing" Grace, spielte von 1990 bis 2005 insgesamt 15 Saisons für die Wildcats und wurde 4× Meister, 2× MVP des Finals und 8× in ein All-NBL Team gewählt. Nach seiner Karriere erhielt er die Auszeichnung „Member of the Order of Australia“ und wurde in die Ruhmeshalle des australischen Basketballverbands aufgenommen.
- Damian Martin, spielte von 2009 bis 2020 insgesamt elf Saisons für die Wildcats und wurde 6× Meister, 6× bester Verteidiger der Saison und 6× in ein All-NBL Team gewählt
- Andrew Vlahov, spielte von 1991 bis 2002 insgesamt zwölf Saisons für die Wildcats und wurde 3× Meister und 1× MVP des Finals
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 40 years ago today, the Wildcats were born! In: twitter.com/PerthWildcats. 6. Februar 2022, abgerufen am 6. Februar 2022 (australisches Englisch).
- ↑ a b c d 1990 Perth Wildcats NBL Basketball against all odds. In: YouTube. 6. August 2013, abgerufen am 5. November 2022 (australisches Englisch).
- ↑ Marie-Louise Small: BOB WILLIAMS HAS THE BALL IN HIS COURT. In: afr.com. 8. Oktober 1987, abgerufen am 24. März 2023 (australisches Englisch).
- ↑ Perth Wildcats: 30 and counting. In: NBL.com.au. 7. Februar 2016, archiviert vom am 7. Februar 2016; abgerufen am 8. November 2016 (australisches Englisch).
- ↑ Back in the day article fifty-one. In: Basketball.net.au. 12. Oktober 2010, abgerufen am 8. März 2017 (australisches Englisch).
- ↑ When the Wildcats were WA's kings. In: TheWest.com.au. 29. März 2012, abgerufen am 8. März 2017 (australisches Englisch).
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