Die NBA-Saison 1977/78 war die 32. Saison der National Basketball Association (NBA). Sie begann am Dienstag, den 18. Oktober 1977 und endete regulär nach 902 Spielen am Sonntag, den 9. April 1978. Die Postseason begann am Dienstag, den 11. April und endete am Sonntag, den 5. Juni mit 4—3 Finalsiegen der Washington Bullets über die Seattle Supersonics.
Zwei Schlägereien warfen ein schlechtes Licht auf die Liga: Kareem Abdul-Jabbar brach Kent Benson von den Milwaukee Bucks bei einer Tätlichkeit die Hand und wurde zwanzig Spiele gesperrt. Sein Teamkamerad Kermit Washington geriet in einen Kampf mit Kevin Kunnert von den Houston Rockets und brach Rudy Tomjanovich, der schlichten wollte, den Kiefer und das Nasenbein. Tomjanovich erlitt außerdem einen Schädelbruch. Washington wurde zwei Monate ohne Bezahlung gesperrt.[1]
Die Milwaukee Bucks lagen am 25. November 1977 gegen Atlanta am Ende des dritten Viertels 76—104 zurück, um noch mit 117—115 zu gewinnen. Der Rückstand von 28 Punkten ist der höchste, der jemals aufgeholt wurde (Stand: 2020).
John Drew von den Atlanta Hawks hatte am 1. März gegen die New Jersey Nets einen schwarzen Tag und insgesamt 14 Ballverluste. Dafür hatte sein Team die höchste Rate an erzwungenen Ballverlusten beim Gegner mit 24,1 Turnovers pro Spiel.
Abschlusstabellen
Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S—N = Siege—Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner
Eastern Conference
Atlantic Division
Boston
New York
Philadelphia
Buffalo
New Jersey
Atlanta
Cleveland
Houston
Washington
New Orleans
San Antonio
Chicago
Detroit
Denver
Indianapolis
Kansas City
Milwaukee
Phoenix
Golden State
Los Angeles
Seattle
Portland
NBA 1977/78: Pacific Division in Rot und Midwest Division in Grün; Central Division in Gelb und Atlantic Division in Blau. Die Nets ziehen in den Garden State.
Seit der Saison 1969/70 werden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ nicht länger die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt, sondern die Quote pro Spiel.[4]
Truck Robinson vom New Orleans Jazz stand in 82 Einsätzen 3638 Minuten auf dem Parkett. Das ist eine Quote von 41,7 Minuten pro Spiel, beides Saisonbestwerte.
Den besten Punkteschnitt der Saison hatte George Gervin mit 27,21 Punkten pro Spiel. Bei 2232 Punkten in 82 Einsätzen hatte er auch die insgesamt meisten Punkte. David Thompson von den Denver Nuggets war ihm aber auf den Fersen und hatte in 80 Spielen 2172 Punkte, was eine Quote von 27,15 Punkten pro Spiel ergibt. Um den Saisontitel des besten Scorers seinem Rivalen zu entreißen, musste Gervin am 9. April 63 Punkte machen, nur 26 mal wurden jemals mehr Punkte erzielt. Zum Beispiel von David Thompson am selben Tag gegen Detroit: Mit 73 Punkten legte er das viertbeste Ergebnis aller Zeiten auf. Er warf allein 13 Körbe in einem Spielviertel, was seither nur Klay Thompson in der Saison 2014/15 gelang.
Rick Barry verwandelte mit der besten Freiwurfquote die insgesamt vierzehntmeisten Freiwürfe. Mit 541 bei einer Quote von 79,6 % warf Adrian Dantley für die Indiana Pacers und die Los Angeles Lakers die meisten Freiwürfe. In der Gesamtzahl der verwandelten Freiwürfe führte er die Liga in fünf Jahren an.
Kevin Porter gewährte bei der besten Quote von 10,2 Assists pro Spiel mit 837 Assists die insgesamt meisten der Liga in 82 Spielen.
Ron Lee hatte neben der besten Stealrate von 2,74 SpS auch insgesamt die meisten Steals mit 225. Sicherlich ein Grund, warum die Suns in dieser Saison die bislang beste Stealquote von 12,9 erreichten.
George Johnson blockte insgesamt 274 Korbwürfe in 81 Spielen und hatte damit 3,38 Blocks pro Spiel.
Truck Robinson hatte mit 1288 Rebounds die insgesamt meisten in 82 Spielen bei einer Quote von 15,7 RpS. Er stellte auch den Saisonrekord für die meisten Defensivrebounds mit 990 auf. Moses Malone hatte eine Reboundquote von 15,0 RpS in 59 Spielen. Trotzdem errang er 380 Offensivrebounds für die Houston Rockets und damit die meisten der Liga. Malone hatte die meisten Karriere-Offensivrebounds (6731), führte die Liga achtmal an, davon siebenmal in Folge, hat den höchsten Offensivreboundschnitt bei mindestens 400 (5,1 ORpS), hatte den höchsten Saisonabschluss und die meisten Offensivrebounds eines Spiels (21 am 11. Februar 1982 gegen die Seattle Supersonics; Stand: 2020).
Die Playoffs begannen am 11. April und wurden in der Eröffnungsrunde, in der die Conference-Dritten gegen die Conference-Sechsten und die Conference-Vierten gegen die Conference-Fünften um den Einzug in die Conference-Halbfinals spielten, nach dem Modus Modus „Best of Three“ ausgetragen. Die Divisionssieger hatten ein Freilos in der ersten Runde, dem Conference-Ersten wurde der Sieger aus dem Spiel Conference-Vierter gegen Conference-Fünfter zugeteilt. In den Conference-Halbfinals, den Conference-Finals und den NBA-Finals galt der „Best of Seven“-Ausscheidungs-Modus.
In der ersten Runde warfen die New York Knicks bei der mit 55,5 % besten Wurfquote mit 101 die meisten Körbe einer Zwei-Spiele-Playoff-Serie. Bob McAdoo steuerte allein 28 bei. Das Team hatte außerdem die wenigsten Balleroberungen (10) und die meisten Assists (62).
Wes Unseld errang die meisten Defensivrebounds einer Zweier-Serie mit 23, er hatte in derselben Serie aber auch die zweitmeisten Ballverluste mit 12.
Die Nets unterboten 1982 die 31 verwandelten Freiwürfe der Phoenix Suns in der Zweier-Serie gegen Milwaukee. Nicht aber die wenigsten Freiwurfversuche von 38. Das lag auch an den wenigsten persönlichen Fouls der Milwaukee Bucks von 40. Auch die wenigsten Offensivrebounds verbuchten sie mit 19.
In den Conference-Halbfinals fertigten die Sixers New York in vier Spielen ab und erzielten 498 Punkte, die höchste Zahl einer Vierer-Serie. Erst 2019 wurden die 161 Defensivrebounds geschlagen. Die Bucks gewährten sich in sieben Playoffspielen die meisten Assists (233), allein 46 am 23. April, eine Zahl, die nur von San Antonio 1983 übertroffen wurde. Im selben Spiel erzielten die Bucks die meisten Punkte einer 2. Playoff-Halbzeit mit 87. Am selben Tag errangen die Seattle Supersonics die meisten Offensivrebounds der NBA-Geschichte gegen den Vorjahresmeister mit 30 (Stand: 2020).
Eastern Conference-Eröffnungsrunde
New York Knicks 2, Cleveland Cavaliers 0
Mittwoch, 12. April: Cleveland 114 – 132 New York
Freitag, 14. April: New York 109 – 107 Cleveland
Washington Bullets 2, Atlanta Hawks 0
Mittwoch, 12. April: Washington 103 – 94 Atlanta
Freitag, 14. April: Atlanta 103 – 107 Washington (n. V.)
Seattle Supersonics 2, Los Angeles Lakers 1
Mittwoch, 12. April: Seattle 102 – 90 Los Angeles
Freitag, 14. April: Los Angeles 105 – 99 Seattle
Sonntag, 16. April: Seattle 111 – 102 Los Angeles
Eastern Conference-Halbfinals
Philadelphia 76ers 4, New York Knicks 0
Sonntag, 16. April: Philadelphia 130 – 90 New York
Dienstag, 18. April: Philadelphia 119 – 100 New York
Donnerstag, 20. April: New York 126 – 137 Philadelphia
Sonntag, 23. April: New York 107 – 112 Philadelphia
Washington Bullets 4, San Antonio Spurs 2
Sonntag, 16. April: San Antonio 114 – 103 Washington
Dienstag, 18. April: San Antonio 117 – 121 Washington
Freitag, 21. April: Washington 118 – 105 San Antonio
Sonntag, 23. April: Washington 98 – 95 San Antonio
Dienstag, 25. April: San Antonio 116 – 105 Washington
Freitag, 28. April: Washington 103 – 100 San Antonio
Washington Bullets 4, Philadelphia 76ers 2
Donnerstag, 30. April: Philadelphia 117 – 122 Washington
Mittwoch, 3. Mai: Philadelphia 110 – 104 Washington
Freitag, 5. Mai: Washington 123 – 108 Philadelphia
Sonntag, 7. Mai: Washington 121 – 105 Philadelphia
Mittwoch, 10. Mai: Philadelphia 107 – 94 Washington
Freitag, 12. Mai: Washington 101 – 99 Philadelphia
Am 21. Mai blockten die Bullets nicht einen einzigen Schuss. Seit der Zählung von Blocks geschah dies insgesamt 14 mal. Dennis Johnson von den Sonics verwandelte am 7. Juni nicht einen einzigen seiner 14 Korbwürfe, das war zuvor lediglich Chick Reiser in den Playoffs 1948 passiert.
Und am 30. Mai sahen 39.457 Zuschauer den Sieg der Bullets im Kingdome zu Seattle. Das ist die fünfthöchste Zuschauerzahl bei einem Finalspiel (Stand: 2020).
Die Finalergebnisse:
Sonntag, 21. Mai: Seattle 106 – 102 Washington
Sonntag, 25. Mai: Washington 106 – 98 Seattle
Donnerstag, 28. Mai: Washington 92 – 93 Seattle
Sonntag, 30. Mai: Seattle 116 – 120 Washington (n. V.)
Freitag, 2. Juni: Seattle 98 – 94 Washington
Mittwoch, 4. Juni: Washington 117 – 82 Seattle
Sonntag, 7. Juni: Seattle 99 – 105 Washington
Die Washington Bullets werden mit 4—3 Siegen zum ersten Mal NBA-Meister.
↑Charles Johnson bestritt 39 Spiele für die Golden State Warriors und kam in der Saisonmitte für 32 Spiele nach D.C. Zum Personal gehörten außerdem Trainer John Lally, Assistenzcoach Bernie Bickerstaff, General Manager Bob Ferry, Vizepräsident Jerry Sachs sowie Teameigner Abe Pollin.