Michael Neher



Michael Neher (* 31. März 1798 in München; † 4. Dezember 1876 ebenda) war ein deutscher Maler des Biedermeier.
Leben
Neher war der Sohn des Malers Joseph Ignaz Neher (1756–1830) aus Biberach an der Riß. Ab 1813 besuchte er für drei Jahre die Kunstakademie in seiner Heimatstadt und wurde dort u. a. Schüler des Hofmalers Matthias Klotz, bei dem er Porträts malte[2] und des Genremalers Angelo Quaglio I (1778–1815). Nach seiner Ausbildung ging Neher 1819 nach Italien (Trient, Mailand, Triest, Rom). Die letzten beiden Jahre verbrachte er in Rom, wo er sich im Atelier des Malers Heinrich Maria von Hess speziell der Architekturmalerei widmete.
1825 kehrte er nach München zurück, ließ sich als freischaffender Künstler nieder und wurde Mitglied und Konservator des Kunstvereins München.[3] Als typischer Vertreter des Biedermeier schuf Neher viele Kostümstücke und Landschaften. Mit seinen Ansichten von öffentlichen Plätzen sowie architektonischen Darstellungen aus vielen bayerischen Städten machte er sich ebenfalls einen Namen.
Im Schloss Hohenschwangau gestaltete Neher den "Saal des Schwanritters" mit Werken im Stil Peter Paul Rubens und den "Heldensaal" nach Moritz von Schwinds Kompositionen. In seinem Spätwerk (ab 1837)[4] verlegte sich Neher fast völlig auf die Architekturmalerei. Die ganze Palette von Meisterwerken deutscher Baukunst gestaltete er liebevoll und er ist wegen seiner Detailgenauigkeit auch heute noch bekannt.
Im Alter von 78 Jahren starb Michael Neher am 4. Dezember 1876 in München.
Grabstätte

Die Grabstätte von Michael Neher befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 5 – Reihe 1 – Platz 19, Standort). In dem Grab liegt auch Nehers Tochter Anna († 1891)[5][6].
Werke
Einige von Hyacinth Holland in der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB) genannte Werke: [7]
- Frauen am Brunnen in Olevano, 1826 (Sammlung Schäfer, Schweinfurt)
- Brücke in e. dt. Stadt, 1841 (Sammlung Schäfer, Schweinfurt)
- Die Stiftskirche zu Wimpfen, 1846 (Sammlung Schäfer, Schweinfurt)
- Einsiedelei, 1829 (Kunsthalle Hamburg)
- Kirchplatz in Wasserburg am Inn, 1838 (Kunsthalle Hamburg)
- Wallfahrtskirche in Altötting, 1837 (Nationalgalerie Berlin)
- Das Innere der Trausnitzkapelle in Landshut, 1838,
- Das ehemalige Einlaßtor in München, 1842 (Neue Pinakothek München)
- Aus Andernach, 1855 (Neue Pinakothek München)
- Aus Wasserburg, 1873 (Neue Pinakothek München)
- Klosterhof in Kaufbeuren, 1852 (Museum der Bildenden Künste Leipzig)
- Die Kathedrale in Tournay, 1856 (Niedersächsische Landesgalerie)
Bilderauswahl
Eine Auswahl von Bildern Michael Nehers mit Ansichten von Städten (weitere in Commons):
-
Ehemaliges Einlasstor in München, 1842
-
Bavaria und Ruhmeshalle in München, 1865
-
Der Dom zu Konstanz, 1863
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Die Allerheiligenkapelle in Regensburg, ca. 1840
-
Das Rathaus in Regensburg, 1841
-
St. Martinskirche in Braunschweig, ca. 1840
-
Die Stadtmauer in Kelheim, 1844
-
Der Dom zu Aachen, 1853
-
Der Dom in Frankfurt am Main, 1860
-
Das Iller Tor in Kempten, 1842
Literatur
- Christian Hecht: Neher, Michael. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 19. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 35–36 (deutsche-biographie.de).
- Hyacinth Holland: Neher, Michael. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 388–391.
- Horst Ludwig u. a.: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1633-9 (Band 1–4)
- Münchner Biedermeier, Ausstellungskatalog der Bayerischen Vereinsbank und der Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci im Palais Preysing, München 17. Oktober bis 7. Dezember 1991, Bayerische Vereinsbank (wahrscheinlich nur noch im Antiquariat)
- Carl Albert Regnet: Münchener Künstlerbilder. Band 2, Leipzig : Weigel 1871, S. 72–76 Digitalisat der BSB München
Weblinks
- Werke von Michael Neher bei Zeno.org
Einzelnachweise
- ↑ Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München: Foto der Gipsbüste von Michael Neher. Abgerufen am 4. März 2025.
- ↑ Siehe Regnet S. 72
- ↑ Jahresbericht über den Bestand und das Wirken des Kunstvereins München für das Jahr 1829 Digitalisat Bavarikon
- ↑ Siehe Regnet S. 74
- ↑ Michael Neher. Grabinschrift, Infos zum Grab und zur Person. In: campo-santo.de.
- ↑ Grabstätte Michael Neher. Bild und Lageplan. In: stadtgeschichte-muenchen.de. 19. Juni 2026.
- ↑ Hyacinth Holland: Neher, Michael. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 388–391.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neher, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler des Biedermeier |
| GEBURTSDATUM | 31. März 1798 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 4. Dezember 1876 |
| STERBEORT | München |
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