Exportador
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Die Exportador I war ein 1917 gebauter Trawler, der bis 1919 als Hilfsschiff der Kaiserlichen Marine und anschließend unter wechselnden Namen in der deutschen und ab 1923 der portugiesischen Fischerei fuhr. Er wurde 1941 von einem italienischen U-Boot versenkt – eines der elf im Zweiten Weltkrieg versenkten Schiffe des neutralen Landes.
Geschichte
Auf Bestellung der Kaiserlichen Marine erfolgte auf der Reiherstiegwerft in Hamburg die Kiellegung des Trawlers unter der Baunummer 500. Beim Stapellauf im November 1917 erhielt der Neubau für seine Aufgabe als Sperrlotsendampfer lediglich die Kennung C. Die Ablieferung und Indienststellung fand am 7. Dezember 1917 statt.
Mit der Inbetriebnahme wies die Marine den Trawler C der Sperrfahrzeugdivision der Elbe zu, wo das Schiff bis nach Kriegsende blieb. Am 5. Mai 1919 stellte sie den Trawler außer Dienst und übergab ihn am folgenden Tag der Freiwilligen Kriegshilfe. Diese verkaufte den Fischdampfer am 19. September 1919 an die Gemeinnützige Hochseefischerei Groß-Berlin, die dem Schiff den Namen Prinz Leopold gab. Dort erhielt es das Fischereikennzeichen PG 314 für „Preußisch Geestemünde“, das heutige Bremerhaven. 1921 verkaufte sie die Prinz Leopold an die Emder Hochseefischerei. In Emden kam das Schiff nicht in Fahrt und blieb aufgelegt bis zum Verkauf 1923.[1][2]
Käufer des Schiffes war das portugiesische Unternehmen Pesca Belo Horizonte aus Lissabon, die ihm den Namen Oceano gab und es wiederum 1929 an Manuel de Jesus, ebenfalls aus Lissabon, veräußerte. Bei ihm blieb das in Liberal Terceiro umbenannte Schiff über zehn Jahre im Einsatz. 1938 erwarb der letzte Besitzer, die Lissabonner Sociedade de Pesca a Vapor „O Exportador“ den Fischdampfer. Er bekam zunächst den Namen Exportador Primeiro, bevor er ein Jahr später als Exportador I in das Schiffsregister eingetragen wurde.[3]
Im Zweiten Weltkrieg ging die Exportador I als Schiff des neutralen Portugal weiterhin im Atlantik auf Fischfang, so auch im Sommer 1941. Zur Besatzung gehörten auf der letzten Fahrt 18 Mann. Am 1. Juni 1941 befand sich der Fischdampfer auf der Rückfahrt von einer Fangreise, als die Exportador I etwa 137 Seemeilen südwestlich von Cabo de São Vicente von einem U-Boot mit Artillerie angegriffen wurde. Das U-Boot beendete den Angriff erst, als das Schiff bereits unterging. Später wurde das angreifende U-Boot als die italienische Guglielmo Marconi – ein Boot der Marconi-Klasse – identifiziert. Bei dem Angriff kamen zwei portugiesische Seeleute ums Leben.[4][3]
Technische Daten
Der Trawler war 40,29 Meter lang, 7,39 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 2,92 Metern. Dabei war er mit 318 BRT bzw. 135 NRT vermessen und hatte eine Tragfähigkeit von ca. 520 Tonnen. Als Antrieb diente eine Dreizylinder-Dreifach-Expansionsmaschine der Werft mit 400 PSi, die auf eine Schraube wirkte. Damit erreichte der Dampfer eine Geschwindigkeit von 11,0 Knoten. Als Bewaffnung waren ein 8,8-cm-Geschütz und zwei Wasserbombenwerfer installiert. Die Besatzung bestand in der Marine aus 27 Mann.[5][1][2][3]
Siehe auch
Literatur
- Ricardo Daniel Carvalho da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, CITCEM – Centro de Investigação Transdisciplinar «Cultura, Espaço e Memória» -Fundação para a Ciência e Tecnologia/Faculdade de Letras da Universidade do Porto, Universität Porto, o. J. Online-Version (PDF).
- Wolfgang Walter: Deutsche Fischdampfer. Technik, Entwicklung, Einsatz, Schiffsregister. Carlsen Verlag/Die Hanse, Hamburg 1999, ISBN 3-551-88517-6.
- Erich Gröner, Dieter Jung, Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 5: Hilfsschiffe II: Lazarettschiffe, Wohnschiffe, Schulschiffe, Forschungsfahrzeuge, Hafenbetriebsfahrzeuge. Bernard & Graefe Verlag, Koblenz 1988, ISBN 3-7637-4804-0.
Weblinks
- Lloyd's Register. Navires à Vapeur et à Moteurs de moins de 300 tx., Chalutiers, &c 1941–1942
- Der Untergang der „Exportador I“ bei naviosenavegadores.blogspot.com (portugiesisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Gröner, Jung, Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 5: Hilfsschiffe II: Lazarettschiffe, Wohnschiffe, Schulschiffe, Forschungsfahrzeuge, Hafenbetriebsfahrzeuge, S. 216f.
- ↑ a b Walter, Deutsche Fischdampfer. Technik, Entwicklung, Einsatz, Schiffsregister, S. 200
- ↑ a b c Der Untergang der „Exportador I“ bei naviosenavegadores.blogspot.com
- ↑ da Silva: Navios Portugueses afundados durante a II Guerra Mundial. As perdas de um „Neutral“, S. 3
- ↑ Lloyd’s Register
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