Christian Dorst

Christian Dorst, 2025

Christian Dorst (* 7. März 1970 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Politiker (BSW). Er ist seit 2024 Abgeordneter im Landtag Brandenburg.

Leben und Beruf

Christian Dorst lebt in Königs-Wusterhausen und hat ein Bauunternehmen.[1]

Politik

Dorst war bis 2024 für das Wahlbündnis „Wir für KW“ im Stadtrat von Königs Wusterhausen. Bei der Kommunalwahl 2024 wurde Dorst für das BSW-nahe Wahlbündnis „Bündnis KW für Vernunft und Gerechtigkeit“ in den Stadtrat gewählt. Dorst war Initiator des offenen Briefes an die Bundesregierung vom Oktober 2022, in dem die Stadträte von Königs Wusterhausen angeblich „völlig entfesselte Sanktionsmaßnahmen“ gegen Russland geißelten. Die Bundesregierung solle „alles unterlassen, was diesen Krieg verlängert“, hieß es in dem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz.[2][3] Dieser Brief führte jedoch auch zu starkem Widerstand, insbesondere durch SPD und Grüne, die gegen den offenen Brief stimmten.

Bei der Landtagswahl in Brandenburg 2024 wurde er für das Bündnis Sahra Wagenknecht über den 12. Listenplatz der Landesliste in den Landtag gewählt.[4][5][6] Für seine Fraktion war er zunächst stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von diesem Amt trat er im November 2025 zurück, nachdem er die vielfach als Holocaustverharmlosung bezeichnete Wortwahl in einer Aussage des AfD-Politikers Ulrich Siegmund verteidigt hatte. Nachdem Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, Siegmund NS-Sympathien vorgeworfen hatte, beschuldigte Dorst Schuster der „Instrumentalisierung des Holocaust“ und nannte Schusters Äußerungen „wahrhaft perfide“. Nach seinem Rücktritt unterstützte Dorst Ende Januar 2026 auf der Plattform X den AfD-Abgeordneten Wilko Möller, der sich wegen eines nach Ansicht der Staatsanwaltschaft bewusst angedeuteten Hitlergrußes auf seinem Landtagswahlplakat vor Gericht verantworten muss. Dorst schrieb von einem „Foto aus einer Allerwelts-Fotodatenbank“. Er habe „auch kein Verständnis für das Gericht, dass Derartiges für Behandelnswert (sic!)“ halte.[7][8]

Commons: Christian Dorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landeslisten-Bewerber. Landesregierung Brandenburg, abgerufen am 29. September 2024.
  2. Oliver Fischer: Königs Wusterhausen: Nach Streit um offenen Brief - Dorst und Marx treten aus Bürgerfraktion aus. In: maz-online.de. Märkische Allgemeine Zeitung, 29. September 2024, abgerufen am 29. September 2024.
  3. Ulrich Wangemann: BSW im Brandenburger Landtag: Diese 14 Abgeordneten ziehen ein. In: maz-online.de. Märkische Allgemeine Zeitung, 23. September 2024, abgerufen am 29. September 2024.
  4. Die Landeslisten der Parteien zur Landtagswahl in Brandenburg 2024. In: politische-bildung-brandenburg.de. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, August 2024, abgerufen am 27. September 2024.
  5. Wer neu im Brandenburger Landtag ist und wer seinen Platz verliert. In: rbb.de. Rundfunk Berlin Brandenburg, 25. September 2024, abgerufen am 29. September 2024.
  6. Für eine bessere Zukunft Brandenburgs! In: bb.bsw-vg.de. BSW Brandenburg, abgerufen am 27. September 2024 (deutsch).
  7. Nach Holocaust-Aussagen : Brandenburger BSW-Vizefraktionschef Christian Dorst tritt zurück. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 23. November 2025]).
  8. Marion Kaufmann: „Aberwitzige Gerichtsverfahren“ – Brandenburger BSW-Abgeordneter springt AfD-Politiker bei www.tagesspiegel.de, 29. Januar 2026

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