Walter Mevius

Walter Mevius (* 3. Mai 1893 in Holzwickede; † 18. Februar 1975 in Hamburg) war ein deutscher Biologe.

Leben

Mevius war der Sohn eines Seminardirektors. Er besuchte die Realgymnasien in Bielefeld und Lüdenscheid und studierte von 1913 bis 1920 Naturwissenschaften in Göttingen, Berlin und Münster. Im Ersten Weltkrieg leistete er Kriegsdienst im Sanitätswesen. 1920 war er Hilfsassistent, bzw. zweiter Assistent, am Botanischen Institut in Münster. Im gleichen Jahr wurde er promoviert und konnte nun als wissenschaftlicher Assistent am Botanischen Garten in Münster arbeiten. 1921 legte er das Staatsexamen für das höhere Lehramt für die Fächer Biologie, Chemie und Physik ab, 1923 wurde er habilitiert. Bis 1930 arbeitete er wieder am Botanischen Institut in Münster, nun als Erster Assistent. Von 1930 bis 1932 war er nichtbeamteter außerordentlicher Professor der Botanik an der Universität Münster, bevor er ordentlicher Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin wurde, wo er gleichzeitig Direktor des Instituts für Botanik war. Im Jahr 1933 war er zugleich Lehrbeauftragter an der Tierärztlichen Hochschule Berlin und von 1934 bis 1935 zugleich Direktor des Instituts für Landwirtschaftliche Botanik. Zum ordentlichen Professor der Botanik berief ihn 1935 die Universität Münster, wo er zugleich Direktor des Botanischen Instituts und des botanischen Gartens war.

In der NS-Zeit war Mevius seit 1933 Mitglied im NS-Lehrerbund, von 1933 bis 1939 förderndes Mitglied der SS und von 1937 bis 1939 Mitglied der NS-Studentenkampfhilfe. Am 8. Juli 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.565.102),[1] ebenfalls 1937 schloss er sich dem NS-Dozentenbund an.

Von 1937 bis 1943 bekleidete Mevius auch das Amt des Rektors der Universität Münster. 1943 wurde er aufgefordert, das Amt des Rektors aufgrund eines Wirtschaftsdelikts abzugeben. Seiner Frau wurde vorgeworfen, Schwarzgeschlachtetes angenommen zu haben, was als „Verstoß gegen das Kriegswirtschaftsgesetz“ galt. Mevius wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Obwohl seit Oktober 1943 von seinem Amt entbunden, war er weiterhin de facto Lehrstuhlinhaber. Im Jahr 1944 wurde Mevius an die Universität Hamburg versetzt. Dort übertrug man ihm 1945 als Nachfolger von Hans Winkler das Ordinariat der allgemeinen Botanik. Damit war er bis 1964 Direktor des Hamburger Staatsinstituts für Allgemeine Botanik und des Botanischen Gartens.

Schriften (Auswahl)

  • Bearb: Hugo Miehe: Taschenbuch der Botanik. 2 Bände. 4. Auflage. Thieme, Leipzig 1927.
  • Reaktion des Bodens und Pflanzenwachstum. (= Naturwissenschaft und Landwirtschaft. 11). Datterer, Freising-München 1927.

Literatur

  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 119.
  • Bernd Haunfelder: Die Rektoren, Kuratoren und Kanzler der Universität Münster 1826–2016. Ein biographisches Handbuch. (= Veröffentlichungen des Universitätsarchivs Münster. 14). Aschendorff, Münster 2020, ISBN 978-3-402-15897-5, S. 214–216.

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/28530848
VorgängerAmtNachfolger
Karl Gottfried HugelmannRektor der WWU Münster
1937–1943
Helmut Loebell

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.