Typst
| Typst
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|---|---|
| Basisdaten
| |
| Hauptentwickler | Typst GmbH |
| Erscheinungsjahr | 21. März 2023[1] |
| Aktuelle Version | 0.15.1[2] (17. Juli 2026) |
| Aktuelle Vorabversion | 0.1.0[3] (4. April 2023) |
| Betriebssystem | plattformübergreifend |
| Programmiersprache | Rust |
| Kategorie | Textsatzsystem |
| Lizenz | Apache Software License 2.0 (Compiler), proprietär (Online-Editor) |
| deutschsprachig | ja |
| https://typst.app | |
| Typst | |
|---|---|
| Dateiendung: | .typ
|
| Entwickelt von: | Typst GmbH |
| Erstveröffentlichung: | 2023 |
| Aktuelle Version | 0.15.1[2] (17. Juli 2026) |
| Art: | Textauszeichnungssprache |
| https://typst.app | |
Typst ist ein quelloffenes Textsatzsystem, mit dem unter anderem wissenschaftliche Texte geschrieben und formatiert werden können.[4][5]
Der Typst-Compiler ist in Rust geschrieben. Er liest den Quellcode ein, der die ebenfalls Typst genannte Programmiersprache nutzt (Dateiendung .typ), und gibt dann das fertige Dokument im gewünschten Format (beispielsweise PDF, SVG oder HTML) aus. Zusätzlich lassen sich quelloffene Erweiterungspakete vom Typst Universe nutzen, die die Funktionalität des Compilers erweitern.[6]
Typst wird vom Erfinder Laurenz Mädje seit 2019 und der gleichnamigen Typst GmbH seit 2023 entwickelt. Die Typst GmbH betreibt einen kollaborativen, cloudbasierten Web-Editor, vergleichbar mit Overleaf für TeX,[7] dessen erweiterte Funktionen kostenpflichtig sind.
Die Entwickler zielen darauf ab, Typst als modernen Nachfolger für TeX bzw. LaTeX zu etablieren. Im Gegensatz zu diesen möchten sie eine einfachere Syntax, leichter verständliche Fehlermeldungen, sowie schnellere und inkrementelle Kompilation bieten.
Geschichte
Typst wurde ab 2019 vom deutschen Entwickler Laurenz Mädje geschrieben. Es war Inhalt seiner Masterarbeit an der TU Berlin, die im September 2022 abgegeben wurde.[5] Mitte 2022 äußerte sich Mädje erstmals öffentlich zu Typst, unter anderem auf seinem Blog.[8] Ab Dezember 2022[9] war Typst im geschlossenen Betatest verfügbar, für den sich Interessenten seit spätestens Juli 2022[10] anmelden konnten.
Am 21. März 2023 stellte Mädje den Compiler unter einer Open-Source-Lizenz öffentlich zur Verfügung[11] und gründete die Typst GmbH mit Sitz in Berlin. Mitgründer und CEO ist der Webentwickler Martin Haug. Das Projekt wurde außerdem auf der TUG im Juli 2023 vorgestellt.[12]
Das Hauptprodukt der Firma ist die proprietäre „Typst app“[13], eine Web-IDE für Typst, die unter anderem eine Livevorschau des aktuellen Dokuments und einen Cloudspeicher für eigene Dokumente zur Verfügung stellt. Die grundlegende Nutzung der IDE ist kostenlos, weitergehende Funktionen, z. B. zur Zusammenarbeit in größeren Organisationen, sind kostenpflichtig.[14]
Bis Juli 2026 wuchs die Typst GmbH laut eigenen Angaben auf fünf Mitarbeiter, die unter anderem den Compiler entwickeln.[15] Stand 2026 gibt es noch keine Version 1.0 des Typst-Compilers, dennoch gilt die Software als stabil und inkompatible Änderungen an der Sprache und den APIs sind selten.
Funktionsumfang
So wie TeX und seine Derivate ist Typst kein WYSIWYG-System, d. h. der Typst-Code muss zunächst in ein Anzeigeformat wie PDF kompiliert werden. Allerdings kompiliert Typst meist so schnell, dass die Ausgabe des Compilers während dem Tippen in Echtzeit angezeigt werden kann, anders als bei LaTeX, wo selbst einfache Dokumente mehrere Sekunden zum Kompilieren brauchen.[7]
Neben dem Kompilieren von einfachem Text ist es mit Typst auch möglich, diesen zu formatieren und den Spiegelsatz anzupassen. Dabei existiert eine Unterscheidung zwischen Inhalt und dessen Formatierung. Beispielsweise definiert der Typst-Code Hallo, *Wikipedia*! lediglich den entsprechenden Textinhalt sowie die starke Hervorhebung des Worts Wikipedia. Wie der Text genau auf der Seite dargestellt wird, beispielsweise Position oder Schriftart, oder die Darstellung der starken Hervorhebung, beispielsweise deren Schriftstärke oder -schnitt, wird hier nicht definiert. Diese Aufgabe fällt Formatierungsausdrücken wie show strong: set text(weight: 900) zu. Dieser Ausdruck definiert beispielsweise eine Schriftstärke von 900 für stark hervorgehobenen Text.
Typst-Quellcode operiert in zwei grundlegend verschiedenen Modi, dem Code-Modus und dem Inhaltsmodus. Der standardmäßig aktive Inhaltsmodus erlaubt die Eingabe von Dokumentinhalt. Um zusätzliche Funktionalität aufzurufen, beispielsweise um die Formatierung zu verändern, ist der Wechsel in den Code-Modus erforderlich. Für einzelne Ausdrücke kann dies mit dem Sonderzeichen # geschehen, beispielsweise #underline([Unterstrichener Text]) oder #let five = 5. Um im Code-Modus wiederum Inhalt einzufügen, wird dieser in eckigen Klammern [] eingeschlossen. Diese Inhaltsblöcke (content) gehören zu den grundlegenden Datentypen in Typst, neben üblichen Datentypen wie Zeichenketten oder Zahlen.
Vergleich mit LaTeX
Die allermeisten Funktionen von LaTeX sind in Typst in vergleichbarer Form zu finden. Dazu gehören auch z. B. Papierformatdefinitionen und die Verwaltung von Literaturverzeichnissen (mit BibTeX kompatibel). Typst verfügt so wie TeX über einen speziellen Mathematik-Eingabemodus (math mode), mit dem Formeln gesetzt werden können. Obwohl dieser Modus ebenfalls mit Dollarzeichen ($) begonnen wird, unterscheidet sich seine Syntax wesentlich von der TeX-Syntax:
| Typst | LaTeX | Ungefähres Ergebnis |
|---|---|---|
$a, b in { 1/2, sqrt(4 a b) }, (6 + 20)/(5) $
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$a, b \in \left\{ \frac{1}{2}, \sqrt{4 a b} \right\}, \frac{6 + 20}{5}$
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Die quelloffenen Erweiterungspakete erlauben, ähnlich wie bei LaTeX, die Nutzung diverser zusätzlicher Funktionalität. Es gibt beispielsweise Pakete zum Zeichnen von Grafiken und Diagrammen (vergleichbar mit PGF/TikZ), zum Erstellen von Präsentationsfolien, für ostasiatischen Schriftsatz, musikalische Noten, Pseudocode oder SI-Größen. Pakete können entweder aus einem lokalen Verzeichnis oder aus dem offiziellen Typst Universe[6] eingebunden werden, aktuell (Version 0.15) allerdings nicht aus beliebigen Onlinequellen, wie z. B. alternativen Paketverzeichnissen.
Beispiele
Auf der linken Seite ist ein Beispiel als Quelltext dargestellt, das mit einem beliebigen Texteditor erstellt werden kann. Rechts ist die Ausgabe dieses Beispiels dargestellt.
Einzelnachweise
- ↑ Typst starts its public beta test and goes open source.
- ↑ a b Release 0.15.1. 17. Juli 2026 (abgerufen am 18. Juli 2026).
- ↑ Release 0.1.0. 4. April 2023 (abgerufen am 27. April 2023).
- ↑ Ralf Hersel: Typst ist einfacher als LaTeX. In: GNU/Linux.ch. 22. März 2023, abgerufen am 30. Juli 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ a b Laurenz Mädje: Typst. A Programmable Markup Language for Typesetting. Master’s Thesis. Technical University Berlin, 2022, abgerufen am 14. Juli 2023.
- ↑ a b Typst Universe. In: typst.app. Abgerufen am 13. April 2026 (englisch).
- ↑ a b Andrey Voynov, Alberto Corbi, Pau López-Oliver, David Gil: Typst: A Modern Typesetting Engine for Science. In: International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence. Band 9, Nr. 7, 18. Februar 2026, ISSN 1989-1660, S. 107–120, doi:10.9781/ijimai.2026.2269 (englisch, ijimai.org [abgerufen am 28. Juli 2026]).
- ↑ Laurenz Mädje: How To Put 30 Languages Into 1.1MB. 23. Juli 2022, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
- ↑ Martin Haug, Laurenz Mädje: Typst: January 2023 Update – Typst Blog. 29. Januar 2023, abgerufen am 1. August 2026 (englisch): „Typst has been in preview since late December 2022.“
- ↑ Typst: Compose papers faster. Archiviert vom am 24. Juli 2022; abgerufen am 1. August 2026 (englisch, Das älteste im Internet Archive verfügbare Memo der Seite, welches einen Verweis auf den Betatest (sowie eine Anmeldemöglichkeit) enthält.).
- ↑ Martin Haug: Typst: Typst starts its public beta test and goes open-source – Typst Blog. 21. März 2023, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
- ↑ Eberhard W. Lisse: Introduction to Typst. In: TUG 2023 Konferenz. 2023, abgerufen am 14. Juli 2023.
- ↑ Typst App. In: Typst. Typst GmbH, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Typst: Pricing. Typst GmbH, abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Typst: About. Typst GmbH, abgerufen am 27. Juli 2026.
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