Stuttgart Netze
| Stuttgart Netze GmbH
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 21. Oktober 2013 |
| Sitz | Stuttgart, Deutschland |
| Leitung | Harald Hauser[1], Marlies Hummel-Dietz |
| Umsatz | 25,56 Mio. EUR[2] |
| Branche | Verteilnetzbetreiber |
| Website | www.stuttgart-netze.de |
| Stand: 1. Januar 2024 | |
Die Stuttgart Netze GmbH ist als Kooperationsunternehmen der Stadtwerke Stuttgart und der Netze BW GmbH Eigentümer und Betreiber der Elektrizitätsverteilnetze in Stuttgart. Bis 26. September 2019 waren die beiden Geschäftsbereiche in zwei Unternehmen aufgeteilt:
- Das Eigentum der Stromnetze war in der Stuttgart Netze GmbH (bis 10. August 2015 SWS Netzinfrastruktur GmbH) gebündelt.
- Für den Betrieb des Stromnetzes war seit dem 1. Januar 2016[3] der Verteilnetzbetreiber Stuttgart Netze Betrieb GmbH (bis 5. August SWS Netzbetreiber GmbH) zuständig. Perspektivisch[4] betreibt dieser auch das Gasversorgungsnetz in Stuttgart.
Beide Unternehmen wurden am 26. September 2019 zum integrierten Unternehmen "Stuttgart Netze GmbH" zusammengeführt.
Aufgaben der Stuttgart Netze GmbH
Die Stuttgart Netze GmbH versorgt über 24 Umspannwerke, rund 1.000 Umspannstationen und 7.500 Kabelverteilerschränke, etwa 390.000 Haushalte, Gewerbe- und Industriebetriebe in Stuttgart mit Elektrizität. Das Stromverteilnetz des Unternehmens (Hoch-, Mittel- und Niederspannung) hat eine Länge von etwa 5.600 Kilometern[5].
Zu den Aufgaben der Stuttgart Netze GmbH gehören unter anderem:
- Privathaushalte, Gewerbe, Industrie sowie z. B. Ladevorrichtungen für Elektrofahrzeuge an das Stromnetz anschließen
- Strominfrastruktur für Veranstaltungen wie z. B. das Cannstatter Volksfest bereitstellen
- Zählerstände aller Stuttgarter an ihre Stromlieferanten übermitteln
- Stromzähler montieren und regelmäßig austauschen
- Das Stromnetz instand halten und modernisieren
- Störungen im Stromnetz beheben
- Erzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien an das Stromnetz anschließen
Ausbildungsstätte
Stuttgart Netze bietet jährlich Ausbildungsplätze zum Elektroniker für Betriebstechnik an. Seit September 2019 bietet die Stuttgart Netze in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart außerdem ein Duales Studium zum B. Sc. Wirtschaftsingenieurwesen/Elektrotechnik an.
Gesellschaftseigentümer
Seit 1. Januar 2019 halten die Stadtwerke Stuttgart an der Stuttgart Netze 74,9 Prozent der Anteile. Die übrigen 25,1 Prozent der Anteile liegen bei der Netze BW[4].
Firmengeschichte
Im Jahr 2014 schrieb die Stadt Stuttgart die Ende 2013 ausgelaufene[6] Konzession der Strom- und Gasnetze, deren damaliger Betreiber die Netze BW war, bis zum 31. Dezember 2033 aus.[7] Dies dient der Trennung von Be- und Vertrieb.[8] Die Stuttgart Netze konnte sich gegen ihre beiden Mitbewerber, die Energieversorgung Schönau-Schwäbisch Hall GmbH, und eine Bietergemeinschaft aus Veolia Wasser, BS Energy und LHI Leasing durchsetzen.[9] Seit 1. Januar 2016 ist das Unternehmen Eigentümer und Betreiber der Mittel- und Niederspannungsnetze. Nach einem längeren Rechtsstreit mit dem Altkonzessionär Netze BW urteilte der Bundesgerichtshof am 7. April 2020, dass auch das Hochspannungs- und Gashochdruck-Netz in der Landeshauptstadt an die Stuttgart Netze GmbH geht. In erster und zweiter Instanz waren der Stuttgart Netze das Leitungsnetz sowie die Mehrzahl der zugehörigen netztechnischen Anlagen auf der Gemarkung Stuttgart zugesprochen worden.[10]
Kontroversen und Vorfälle
Datenschutz: Kundendaten bei Hackerangriff entwendet
Am 16. Juli 2026 gaben die Netze BW GmbH und die Stuttgart Netze GmbH bekannt, dass bei einem Cyberangriff auf einen externen Messstellen-Dienstleister personenbezogene Daten von tausenden Haushalten in Baden-Württemberg entwendet wurden.[11][12][13] Nach Unternehmensangaben betraf der Vorfall unter anderem Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Stromzählernummern, während Bankdaten nicht betroffen gewesen sein sollen.[11][13] Netze BW und die Muttergesellschaft EnBW Energie Baden-Württemberg AG haben die betroffenen Kundinnen und Kunden schriftlich informiert und vor möglichen Betrugs- und Phishingversuchen gewarnt.[12]
Einzelnachweise
- ↑ Geschäftsführung. Stuttgart Netze Betrieb GmbH, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2016; abgerufen am 10. August 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 im elektronischen Bundesanzeiger
- ↑ Information über Änderung des Stromnetzbetreibers in Stuttgart zum 1. Januar 2016. (PDF; 36 kB) Stuttgart Netze Betrieb GmbH, 30. Oktober 2015, abgerufen am 10. August 2016.
- ↑ a b Anteilsstruktur Betriebs- und Eigentumsgesellschaften der Stromverteilnetze in Stuttgart. Archiviert vom am 3. März 2017; abgerufen am 13. März 2017.
- ↑ Das Stuttgarter Stromnetz. Stuttgart Netze GmbH, 18. Juni 2020, archiviert vom ; abgerufen am 18. Juni 2020.
- ↑ Konzessionsverfahren Strom und Gas. Stadtwerke Stuttgart GmbH, abgerufen am 10. August 2016.
- ↑ Konzession für das Stuttgarter Stromnetz. Stuttgart Netze Betrieb GmbH, archiviert vom am 10. August 2016; abgerufen am 10. August 2016.
- ↑ Entflechtung im Energiemarkt. Stadtwerke Stuttgart GmbH, abgerufen am 10. August 2016.
- ↑ Neue Konzessionen für Strom und Gas: Kooperationsmodell aus Stadtwerken und Netze BW erhält Zuschlag. Landeshauptstadt Stuttgart Körperschaft des öffentlichen Rechts, archiviert vom am 24. März 2014; abgerufen am 13. März 2014.
- ↑ BGH-Urteil: Hochspannungs- und Gashochdruck-Netz geht an Stuttgart Netze. In: Stadtwerke Stuttgart. 7. April 2020, abgerufen am 18. Juni 2020.
- ↑ a b Christian Spöcker: Unternehmen warnen vor Betrugsversuchen - Hackerangriff: Kriminelle erbeuten Daten von Stromkunden aus BW. In: swr.de. 15. Juli 2026, archiviert vom am 15. Juli 2026.
- ↑ a b Julian Baumann: Warum ein Hackerangriff auf Dienstleister im Raum München tausende Kunden in BW betrifft. In: merkur.de. 16. Juli 2026, archiviert vom am 16. Juli 2026.
- ↑ a b Hackerangriff auf Kundendaten: Tipps für betroffene Stromkunden. In: tagesschau.de. 16. Juli 2026, archiviert vom am 18. Juli 2026.
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