Sparrows Point

Koordinaten: 39° 13′ 6,3″ N, 76° 29′ 14,4″ W

Stahlwerk Sparrows Point aus der Luft (2007?)
Stahlwerk Sparrows Point von der Seeseite aus (1973)
Schweißer von Bethlehem Shipbuilding beim Bau eines Liberty-Schiffs (1943)

Sparrows Point ist eine Halbinsel im Südosten von Baltimore an der Mündung des Patapsco in die Chesapeake Bay, die über 120 Jahre einen bedeutenden Industriekomplex mit Stahlwerk, Zinkhütte und Schiffswerft beherbergte.

Geschichte

1887 erwarb die Pennsylvania Steel Company das Gelände und errichtete einen Hochofen, welcher im Oktober 1889 erstmals angeblasen wurde. 1916 wurde das Unternehmen von Bethlehem Steel erworben.[1] Ab 1891 baute die Maryland Steel Company außerdem Schiffe in Sparrows Point. Seit 1916 gehörte die Werft zur Bethlehem Shipbuilding Corporation.[2]

1957 erreichte das Stahlwerk Sparrows Point einen Jahresausstoß von 8 Mio. t Stahl, was damals Weltrekord darstellte. 1959 wurde der Höhepunkt mit 30.000 Beschäftigten erreicht.[3]

1974 wurde die Arbeitersiedlung abgerissen, um Platz für den neuen Hochofen L zu schaffen,[1] der 1978 fertiggestellt wurde. 1979 lag die Beschäftigtenzahl noch bei 17.000.[3] Die Schiffswerft wurde 1997 verkauft und ging 2003 pleite.[2]

Nach der Zerschlagung von Bethlehem Steel gehörte das Stahlwerk ArcelorMittal, die es 2008 aus kartellrechtlichen Gründen an Severstal verkaufte. Die jährliche Erzeugungskapazität betrug damals 3,6 Mio. t Stahl.[4]

2011 übernahm RG Steel, eine Tochter der Renco Group, das wirtschaftlich schwächelnde Stahlwerk.[5] Ein Jahr später meldete die Gesellschaft jedoch Insolvenz an. Zuletzt waren 2.200 Menschen dort beschäftigt. Nach Ansicht von Mark Reutter machten die fehlende Strategie des Besitzers sowie die Veraltung der Anlagen ein Überleben unmöglich. Das Warmwalzwerk stammte noch aus dem Jahr 1947.[6]

Das Stahlwerk wurde geschlossen und bis 2015 weitgehend abgerissen. 2014 wurde das Gelände für 110 Mio. US-Dollar von Hilco Global und Redwood Capital Investments (Jim Davis und Steve Bisciotti) übernommen. Es trägt nun den Namen „Tradepoint Atlantic“ und soll mit Lagerhäusern (FedEx, Under Armour) genutzt werden. Die Kais wurden an eine Autoimportfirma vermietet.[7][8]

Einzelnachweise

  1. a b The History of Sparrows Point: An Epic Civilization by Bill Barry, 2014
  2. a b shipbuildinghistory.com: Bethlehem Steel Company, Sparrows Point MD (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.shipbuildinghistory.com
  3. a b Jamie Smith Hopkins: Sparrows Point: A year after collapse, unsettled lives. In: The Baltimore Sun. (baltimoresun.com).
  4. Robin Paxton: Russia's Severstal buys Sparrows Point mill. In: Reuters. 21. März 2012 (reuters.com).
  5. Christine Hansen: RG Steel Acquires Sparrows Point Steel Mill. In: MDBIZNews. 2. März 2011 (maryland.gov).
  6. Mark Reutter: Six reasons why the Sparrows Point steel mill collapsed. Baltimore Brew, 25. Mai 2012, abgerufen am 21. Oktober 2016.
  7. Pamela Wood: Another distribution center in the works for Tradepoint Atlantic. In: Baltimore Sun. 18. Juli 2016 (baltimoresun.com).
  8. The Story. In: tradepointatlantic.com. Abgerufen am 21. Oktober 2016.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.