Schadebeuster
Schadebeuster Stadt Wittenberge
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|---|---|
| Koordinaten: | 52° 58′ N, 11° 48′ O |
| Höhe: | 22 m ü. NHN |
| Einwohner: | 13 (30. Nov. 2017)[1] |
| Eingemeindung: | 20. Juni 1957 |
| Eingemeindet nach: | Hinzdorf |
| Postleitzahl: | 19322 |
| Vorwahl: | 03877 |
Ortsansicht
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Schadebeuster ist ein Ortsteil der Stadt Wittenberge im Landkreis Prignitz in Brandenburg.[2]
Geographie
Der Ort liegt gut vier Kilometer südöstlich von Wittenberge und fünfhundert Meter nordöstlich vom rechten Ufer der Elbe. Er ist umgeben vom FFH-Gebiet Elbdeichvorland, dem Vogelschutzgebiet Unteres Elbtal, dem Naturschutzgebiet Wittenberge-Rühstädter Elbniederung, dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und dem Landschaftsschutzgebiet Brandenburgische Elbtalaue.[3]
Im Norden grenzen Lütjenheide mit dem zugehörigen Wohnplatz Berghöfe und Zwischendeich an und im Osten Hinzdorf. Jenseits von Elbe und Landesgrenze sind Beuster im Süden und Losenrade im Westen die Nachbarorte am linken Elbufer auf der Seite Sachsen-Anhalts.[2][3]
Geschichte
Besitzgeschichte
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich 1441 mit der Bezeichnung by Schadeboyster, 1591 findet sich die Schreibweise Schaffboister.[4] Vor 1591 befand sich der Besitz bei der Familie von Möllendorf zu Cammin in der Altmark, die über die sechs Bauern oder Kossäten in Schadebeuster nebst Gericht verfügte. Im Jahr 1591 wurde dieser Anteil an die Familie von Retzdorf zu Hinzdorf verkauft. Von 1591 bis 1872 gehörte der Besitz anschließend zum Gut Hinzdorf, das bis 1802 im Eigentum der von Retzdorf stand und danach auf die jeweiligen weiteren Besitzer dieses Gutes überging.[5]
15. bis 16. Jahrhundert
1441 wird der Ort als Dorf jenseits der Elbe erwähnt, gesehen von Neuburg, Groß und Klein Breese sowie anderen Orten der Prignitz aus; zugleich wurde ein bei Schadebeuster gelegenes Feld namens Blark nebst weiterem Besitz in der Altmark der Familie von Retzdorf auf Neuburg verliehen.
1576 werden sechs Kossäten im Prignitzer Schoßkataster registriert. 1591 sind sechs Bauern oder Kossäten belegt, darunter ein Dorfschulze; zugleich wird ein wüster Hof erwähnt, und die Bewohner leisteten Kossätendienste.[5]
17. Jahrhundert
1652 lebten vier Hauswirte (Halbkossäten) mit insgesamt zehn Personen im Dorf. 1686 bestanden sechs Kossäten und ein Kuhhirt; die Aussaat betrug insgesamt 2 Wispel 16 1⁄4 Scheffel. Es bestanden keine festen Schläge, die Felder wurden jährlich bestellt und brachten nahezu das fünfte Korn. Eigene Wiesen und Weiden fehlten; diese mussten von den von Saldern zu Wilsnack gepachtet werden. Der Acker galt als gut, war jedoch zeitweise von Überschwemmungen der Elbe betroffen. Mast war nicht möglich, Fischereirechte bestanden nicht, und Brennholz musste zugekauft werden; die wirtschaftliche Einstufung erfolgte in die zweite Klasse.[5]
18. Jahrhundert
1719 werden sechs Kossäten und ein Hirt ohne Vieh genannt. 1734 lebten sechs Kossäten, zwei Häusler und ein Hirt bei einer Aussaat von insgesamt 2 Wispel 16 Scheffel 4 Metzen. 1745 wird der Ort als Dorf mit sechs Kossäten beschrieben. 1760 bestanden sechs Kossäten und ein Kuhhirt. 1791 lebten sechs Kossäten bei insgesamt sechs Feuerstellen.[5]
19. Jahrhundert
1801 werden fünf Kossäten und ein Hirt bei sechs Feuerstellen aufgeführt. 1819 bestanden sechs Kossäten, ein Kuhhirt und ein Paar Einlieger bei drei Hufen zu je 14 Groschen. 1846 zählte das Dorf sechs Wohnhäuser. 1852 wird berichtet, dass keine Mineralprodukte vorhanden waren; der Acker wurde jährlich bestellt, war jedoch Überschwemmungen ausgesetzt, während die Wiesen zweischürig waren. Die Viehzucht umfasste eine mittelmäßige Rindvieh- und Pferdezucht, während Schaf-, Schweine-, Geflügel- und Bienenzucht fehlten; die Fischerei war unbedeutend. Haupterwerb waren Viehzucht und geringer Ackerbau, Nebenbeschäftigungen bestanden nicht.[5] 1860 werden sechs Wohn- und zehn Wirtschaftsgebäude verzeichnet.[6] Die Gemarkung umfasste 394 Morgen (4 Morgen Gehöfte, 1 Morgen Gartenland, 150 Morgen Acker, 33 Morgen Wiese, 206 Morgen Weide).[5]
20. und 21. Jahrhundert
Um 1900 bestanden im Ort sechs Häuser bei einer Fläche von 154 ha, die auch 1931 angegeben wird; in diesem Jahr wurden sechs Wohnhäuser gezählt und der Ort als Gemeinde geführt. 1939 bestanden vier land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit 20–100 ha, ein Betrieb mit 10–20 ha sowie zwei Betriebe mit 5–10 ha, insgesamt 23 in der Landwirtschaft tätige Personen.
1946 gehörte der Ort zum Landkreis Westprignitz im neu gegründeten Land Brandenburg und verzeichnete 49 Einwohner. Am 25. Juli 1952 kam die damalige Gemeinde zum neu geschaffenen Kreis Perleberg, wurde am 20. Juni 1957 ein Ortsteil von Hinzdorf und am 20. Oktober 1971 ein Ortsteil der Stadt Wittenberge. 1960 wurde eine LPG Typ I Elbestrand mit 15 Mitgliedern und 190,18 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet, die 1967 an die LPG 1. Mai 1958 in Dargardt angeschlossen wurde.[6] Am 17. Mai 1990 bestand der bisherige Kreis Perleberg als Landkreis Perleberg fort und ging am 6. Dezember 1993 im heutigen Landkreis Prignitz auf. 2006 verfügte der Ort über 13 Einwohner.[7]
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Schadebeuster von 1734 bis 1946 | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1734 | 1772 | 1801 | 1817 | 1840 | 1858 | 1895 | 1925 | 1939 | 1946 |
| Einwohner | 21 | 32 | 31 | 21 | 45 | 35 | 34 | 23 | 31 | 49 |
Kultur und Sehenswürdigkeiten

- Das Wohnhaus in der Dorfstraße 6 steht unter Denkmalschutz.
Literatur
- Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 783 f.
Weblinks
- Schadebeuster im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Infos zur Stadt auf wittenberge.de
Einzelnachweise
- ↑ Stadt Wittenberge – Hauptamt / IT-Service (Hrsg.): Einwohnerzahlen Stadt Wittenberge. Stand 30. November 2017. Wittenberge 13. August 2018.
- ↑ a b Wittenberge | Service Brandenburg. Abgerufen am 25. Februar 2024.
- ↑ a b Kartendienst Schutzgebiete. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 8. April 2015.
- ↑ Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. 2012, S. 783.
- ↑ a b c d e f Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (= Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 783
- ↑ a b Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Prignitz. Karte der Prignitz am Ende des Bandes (=Friedrich Beck, Klaus Neitmann [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I; Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 3). 2., überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1997, ISBN 978-3-7400-1016-4. doi:10.35998/9783830542995, S. 784
- ↑ Schadebeuster im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 18. Oktober 2025.
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