Rebuy
| rebuy recommerce GmbH
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2009 |
| Sitz | Berlin, Deutschland |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 584 (2024)[2] |
| Umsatz | 243 Mio. EUR[3] |
| Branche | Re-commerce |
| Website | rebuy.de |
| Stand: 2026 | |

Die rebuy recommerce GmbH ist ein 2009 in Berlin gegründetes Re-commerce-Unternehmen und ist 2009 aus dem Unternehmen trade-a-game GmbH entstanden. Als Nachfolgeunternehmen von trade-a-game betreibt Rebuy den Handel mit gebrauchten Medien wie Büchern, CDs, DVDs, Videospielen, sowie ausgewählten Elektronikartikeln.[4] Inzwischen erzielt rebuy den überwiegenden Teil seines Umsatzes mit gebrauchter Unterhaltungselektronik; eine zentrale Kategorie sind Smartphones.[5] 2025 erwirtschaftete Rebuy 243 Millionen Euro Umsatz und beschäftigt 584 Angestellte.[6][7]
Geschichte
2003 hatten die Schüler Marcus Börner und Lawrence Leuschner die Idee, mit gebrauchten Videospielen zu handeln und gründeten 2004 dazu ein Unternehmen. Zunächst wurde die Internetseite trade-a-game.de ins Netz gebracht.[8] Zu dieser Zeit begannen Börner und Leuschner ein BWL-Studium an der FH Wiesbaden. Kurz darauf erweiterte sich das Team um Leuschners Kommilitonen Daniel Freudenberger, Olivier Mackovic und Tim Fronzek.[9] Ebenfalls 2004 wurde die trade-a-game GmbH mit Sitz in Hofheim am Taunus gegründet.[8] Ende 2006 zog das Unternehmen nach Berlin. Aus der Wohngemeinschaft der fünf Gründer in Berlin-Kreuzberg wurde eine Wohn-Lager-Büro-WG, von der aus das Unternehmen operierte.[8] Das Jahr 2007 wurde mit einem Umsatz von einer halben Million Euro abgeschlossen.[8] Im Jahr 2008 zog das Unternehmen mit mittlerweile 30 Mitarbeitern in Geschäftsräume nach Berlin-Kreuzberg, eröffnete das erste Logistikzentrum in Nauen in Brandenburg und erzielte einen Umsatz von 2,8 Mio. Euro.[8]
2009 erfolgte ein grundlegender Strategiewechsel mit der Gründung von Rebuy und dem Start der Internetplattform www.rebuy.de. Der Unternehmensschwerpunkt wurde vom Handel mit Neuware auf den Handel mit Gebrauchtwaren umgestellt. In der Folge stieg der Umsatz 2009 auf 4,3 Mio. Euro und 2010 auf 10 Mio. Euro.[8]
2012 wurde in Berlin-Rudow ein neues Logistikzentrum gebaut.[8] In diesem Jahr betrug der Umsatz 40 Mio. Euro. 2012 wohnten immer noch vier der fünf Gründer zusammen in der Berliner Wohngemeinschaft.[8] 2013 waren 390 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.[9] 2016 betrug der Umsatz 88,3 Mio. 2017 stieg er auf über 100 Mio. Euro, wodurch erstmals ein positiver EBITDA erwirtschaftet werden konnte.[10] Der Unternehmensgründer Lawrence Leuschner verließ 2017 nach einem einjährigen Sabbatical das Unternehmen, um 2018 Tier Mobility zu gründen.[11][12][13] 2018 wurde ein zweites Logistikzentrum in Posen in Polen errichtet.[14] Im Februar 2019 übernahm Philipp Gattner die Geschäftsführung von rebuy, der zuvor als Berater bei McKinsey tätig war.[15] Seit Ende der 2010er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt stärker auf den An- und Verkauf sowie die Wiederaufbereitung gebrauchter Unterhaltungselektronik.[16] Nach Medienberichten arbeitet das Unternehmen seit 2019 profitabel.[17]
Im April 2024 zogen Teile des Elektronikgeschäfts von rebuy an einen Standort in Berlin-Siemensstadt.[18] Dort werden gebrauchte Smartphones gereinigt, technisch geprüft, gelagert und versendet. Die technische Prüfung umfasst automatisierte Funktionstests und Robotereinsatz.[5]
Geschäftsmodell
Rebuy kauft gebrauchte Elektronik und Medienartikel an und verkauft sie weiter. Zu den gehandelten Produktgruppen zählen unter anderem Smartphones, Tablets, Laptops und Kameras sowie Bücher, CDs und weitere Medien.[19] Bei Elektronikgeräten erfolgen nach Medienberichten Prüfung, Aufbereitung und gegebenenfalls Reparaturen vor dem Versand an neue Käufer. Rebuy tritt dabei nicht als Vermittlungsplattform auf, sondern kauft die Geräte selbst an.[20] Bei Smartphones erfolgen technische und optische Prüfungen weitgehend automatisiert mithilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz; geprüft werden unter anderem Display, Audio und Kamera.[21][22]
Der Ankauf erfolgt unter anderem über die eigene Plattform auf rebuy.de von Privatpersonen sowie über Drittanbieter wie Großhändler. Der Verkauf der gebrauchten Artikel erfolgt über den eigenen Internetauftritt.[10] Nach Unternehmensangaben wurden bis 2026 mehr als 75 Millionen Produkte angekauft; jährlich handelt das Unternehmen rund zehn Millionen gebrauchte Artikel.[23][24]
Logistik und Automatisierung
Die Logistik und Aufbereitung ist ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells, da Rebuy angekaufte Einzelstücke selbst prüft, kategorisiert, lagert und versendet. Dies geschieht an drei Standorten: Berlin-Rudow für Medienlogistik, Berlin-Siemensstadt für das Elektronikgeschäft und Posen in Polen für die Aufbereitung gebrauchter Elektrogeräte.[25][26]
In Rudow erweiterte Rebuy im Jahr 2023 die Lagerkapazität durch eine zweite Halle, 36 Tablarlifte und automatisierte Packprozesse; die verfügbare Logistikfläche stieg auf rund 15.000 Quadratmeter und die maximale Lagerkapazität auf rund acht Millionen Produkte.[27][28] In Siemensstadt werden Smartphones gereinigt, automatisch geprüft, gelagert und versendet. Dazu gehört auch Roboter-Grading und mehr als 60 Funktionstests.[29][5]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ reBuy Management. In: rebuy.com. reBuy reCommerce GmbH, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. August 2019; abgerufen am 4. August 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ 2024 Sustainability Report. In: rebuy.com. rebuy reCommerce GmbH, abgerufen am 15. Dezember 2025.
- ↑ „Überfälliger Schritt“: Was der Rebuy-CEO vom Recht auf Reparatur hält. In: ohn.haendlerbund.de. 24. April 2026, abgerufen am 28. April 2026.
- ↑ Michael Kroker: Momox und ReBuy: Altkleiderhändler mit Nerd-Qualitäten. Abgerufen am 4. August 2019.
- ↑ a b c Astrid Kühn: Gebrauchte Elektronik: Nachhaltig, günstig - aber auch gut? Abgerufen am 25. Juni 2026.
- ↑ Hanna Hillnhütter: „Überfälliger Schritt“: Was der Rebuy-CEO vom Recht auf Reparatur hält. In: ohn.haendlerbund.de. 24. April 2026, abgerufen am 28. April 2026.
- ↑ rebuy 2024 Sustainability Report. In: rebuy.de. 15. Juni 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f g h Malte Brenneisen: Rebuy: Das Geschäft mit der Gebrauchtware. In: Financial Times Deutschland. 17. Mai 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 19. Mai 2012; abgerufen am 17. Dezember 2022.
Malte Brenneisen: Rebuy: zu Besuch im Regal. In: brenneisen.info. 15. Mai 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. August 2019; abgerufen am 17. Dezember 2022. - ↑ a b Multimedia: rebuy.de – Ein Konzept geht auf ( des vom 5. Juli 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Westfälische Rundschau, 27. Mai 2013
- ↑ a b Business Insider Deutschland: Wie geht es dem Gebrauchtwaren-Händler Rebuy? In: Business Insider. 29. Juni 2018, abgerufen am 6. Juli 2026.
- ↑ ReBuy-Gründer Lawrence Leuschner steigt aus , 6. November 2017
- ↑ Rebuy Ade: Surfen la Panamericana, berlinvalley.com, 30. August 2019
- ↑ Das Rollerpotenzial, berlinvalley.com, 13. Dezember 2018
- ↑ Rebuy-CEO: „Wir machen zweistellige Millionenumsätze – mit CDs“. In: t3n. 23. Juli 2019, abgerufen am 4. August 2019.
- ↑ Philipp Gattner übernimmt bei reBuy. In: onetoone.de - New Marketing Management. (onetoone.de [abgerufen am 25. Juni 2026]).
- ↑ Jan Vollmer: Rebuy-CEO: „Wir machen zweistellige Millionenumsätze – mit CDs“ | t3n. In: t3n Magazin. 23. Juli 2019, abgerufen am 25. Juni 2026.
- ↑ Christian Wölbert: Second Hand(y): Warum wiederaufbereitete Smartphones boomen. In: c’t. Band 2022, Nr. 4, 28. Januar 2022, ISSN 0724-8679, S. 52–54 (heise.de [abgerufen am 25. Juni 2026]).
- ↑ Rebuy Electronics: Wie in Siemensstadt die Qualität von gebrauchten Smartphones geprüft wird. Archiviert vom am 15. Februar 2025; abgerufen am 25. Juni 2026.
- ↑ Claudius Lüder WELT: Ebay, Rebuy und Co.: So machen Sie Ihre ausgemusterten Handys und Laptops im Netz zu Geld - WELT. Abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ n-tv Nachrichten: Gebrauchte Technik & Co im Netz verkaufen. Abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ Florian Kolf: Gebrauchte Smartphones werden zum Verkaufsschlager. 8. März 2023, abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ n-tv Nachrichten: Was bekomme ich für mein altes Smartphone? Abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ Online Verkaufen auf rebuy.de. Archiviert vom am 4. Juli 2024; abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ Hanna Hillnhütter: „Überfälliger Schritt“: Was der Rebuy-CEO vom Recht auf Reparatur hält. Abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ Unternehmen. Abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ DHL setzt auf Boom im Nachbarland: Pakete für Berlin und Brandenburg kommen jetzt aus Polen. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 3. Juli 2026]).
- ↑ Logistikstandort: So steigert Rebuy in Berlin-Rudow die Effizienz in seinem Lager. Archiviert vom am 5. Oktober 2024; abgerufen am 3. Juli 2026.
- ↑ Mit Recommerce zum Erfolg – Rebuy automatisiert Prozesse auf erweiterter Fläche. In: Technische Logistik. (technische-logistik.net [abgerufen am 3. Juli 2026]).
- ↑ Rebuy Electronics: Wie in Siemensstadt die Qualität von gebrauchten Smartphones geprüft wird. Archiviert vom am 15. Februar 2025; abgerufen am 3. Juli 2026.
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