Raabklamm



Die Raabklamm ist ein Kerbtal der Raab am südlichen Rand des Passailer Beckens, nordwestlich von Weiz und die längste Klamm Österreichs.
Lage
Linksuferig flussabwärts der Raab befinden sich die Gemeinden Naas und Mortantsch, links- und rechtsuferig die Marktgemeinde Passail und rechtsuferig Gutenberg-Stenzengreith. Die mittlere Seehöhe beträgt 505 m.[1]
Wasserkraft
1908–1911 wurde von den Pichlerwerken, Weiz ein Stauwehr mit linksufriger Ableitung errichtet. Die am Wehr die Raab querende Hängebrücke wird vom Wanderweg 765 genutzt. Das Wehr erhielt um 1962 eine automatische Rechenreinigung. Das Kraftwerk gehört nun der Energie Steiermark, liegt etwa 3 km flussab und steht seit etwa 2024 still.
Flora und Fauna
In der Klamm befinden sich Grauerlen-Auen und Schlucht- und Hangmischwälder, die von Buchen (Fagus sylvatica) dominiert werden, aber auch Halbtrockenrasen und Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation. Seltenen und geschützten Pflanzen bietet die Raabklamm einen geeigneten Lebensraum; so sind hier u. a. der Echte Seidelbast (Daphne mezereum), der Türkenbund (Lilium martagon), der Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum) und das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) zu finden.
Nach der FFH-RL geschützte Tierarten hier sind z. B. der Alpenbock (Rosalia alpina), der Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), der Schwarzstorch (Ciconia nigra), der Wanderfalke (Falco peregrinus) und die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum).
Naturschutz
Das rund 400 Hektar umfassende Gebiet der Raabklamm, die als Flussstrecke von nationaler Bedeutung gilt, ist als Natura 2000-Gebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) und der Vogelschutzrichtlinie und als Naturschutzgebiet ausgewiesen, da geschützte Pflanzen- und Tierarten hier vorkommen und die Gewässerstruktur der Raab in diesem Abschnitt noch weitgehend natürlich ist.[1][2] Die Nutzbarmachung der Finzenquelle durch den Wasserverband Schöckl Alpenquell sorgte Ende des Jahres 2007 für einen Konflikt mit dem steirischen Naturschutzbund, da der natürliche Quelltümpel grundlegend verändert werden musste.[3]
Literatur
- Die Raabklamm. Die längste Schlucht Österreichs. Folder, Servicecenter für Tourismus und Stadtmarketing, 8160 Weiz.
Weblinks
- Raabklamm. In: verwaltung.steiermark.at. Abgerufen am 10. Februar 2023 (Infofolder).
Einzelnachweise
- ↑ a b Natura 2000 – Raabklamm. In: verwaltung.steiermark.at. Abgerufen am 10. Februar 2023.
- ↑ NSG-a07 Raabklamm. In: verwaltung.steiermark.at. Abgerufen am 10. Februar 2023.
- ↑ Markus Ehrenpaar: Finzenquelle im Natura-2000-Gebiet Raabklamm zerstört! In: Naturschutzbrief 217 des Naturschutzbundes Steiermark, S. 18 (zobodat.at [PDF; 3,8 MB]).
Koordinaten: 47° 13′ 4″ N, 15° 33′ 41″ O
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