Penny Red
| Penny Red | ||
|---|---|---|
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| Ausgabe | ||
| Land | Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland | |
| Nominalwert | 1 Penny | |
| Ersttag | 10. Februar 1841 | |
| Gestaltung | ||
| Bildmotiv | Königin Victoria | |
| Farbe | rotbraun | |
| Entwurf | nach einem Medaillon von William Wyon | |
| Stich | Charles und Frederick Heath | |
| Druckart | Stichtiefdruck | |
| Perforation | zunächst ungezähnt; ab 1854 gezähnt | |
| Besonderheiten | Nachfolgerin der Penny Black | |
| Auflage | ||
| Auflage | etwa 21 Milliarden | |
Die Penny Red ist eine britische Freimarke zu einem Penny, die am 10. Februar 1841 im Vereinigten Königreich ausgegeben wurde. Sie ersetzte die Penny Black und blieb bis 1879 die wichtigste britische Ein-Penny-Marke. Der Name bezieht sich auf die rotbraune Druckfarbe; das Markenbild mit dem Profil Königin Victorias übernahm den Grundentwurf der ersten britischen Briefmarken.[1.1][2]
Der Wechsel von der schwarzen zur rotbraunen Marke hing unmittelbar mit der Entwertung zusammen. Die Penny Black war zunächst mit roter Stempelfarbe entwertet worden, üblicherweise durch den Malteserkreuzstempel. Diese roten Entwertungen ließen sich jedoch teilweise chemisch entfernen. Eine schwarze Entwertung war widerstandsfähiger, auf der schwarzen Marke aber schlecht verwendbar. Mit der Penny Red wurde das Farbsystem deshalb umgekehrt: rotbraune Marke und schwarzer Poststempel.[1.1]
Entstehung
Die von Rowland Hill angestoßene britische Postreform führte 1840 zur Einführung vorausbezahlter Postwertzeichen. Die neue Briefmarke sollte das Porto für einfache Briefe bis zu einer halben Unze vorausbezahlen und dadurch das Postwesen vereinfachen. Schon kurz nach Ausgabe der Penny Black zeigte sich jedoch ein praktisches Problem: Empfänger und Absender versuchten, die roten Entwertungen zu entfernen und gebrauchte Marken erneut zu verwenden.[1.1]
In den sogenannten Rainbow Trials wurden deshalb neue Marken- und Entwertungsfarben erprobt. Dabei wurden Probedrucke in mehreren Farben untersucht, darunter Schwarz, Blau, Grün, Lilarosa und verschiedene Rot- und Rotbrauntöne. Gleichzeitig wurden schwarze Entwertungsfarben getestet. Das Ergebnis war nicht nur eine neue Markenfarbe, sondern eine Umstellung des gesamten Systems: Aus der schwarzen Marke mit rotem Malteserkreuzstempel wurde eine rotbraune Marke mit schwarzem Malteserkreuzstempel.[1.1]
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Penny Black mit rotem Malteserkreuzstempel
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Penny Red mit schwarzem Malteserkreuzstempel
Die neue Penny Red wurde am 10. Februar 1841 ausgegeben. Anfangs wurden dafür noch mehrere Druckplatten verwendet, die bereits für die Penny Black gedient hatten.[3] Gedruckt wurde die Marke wie ihre Vorgängerin von Perkins, Bacon & Co. In der fast vier Jahrzehnte dauernden Ausgabezeit entstanden etwa 21 Milliarden Penny Reds; wegen des langen Verwendungszeitraums und der Abnutzung der Platten kamen mehr als 400 Druckplatten zum Einsatz.[3]
Gestaltung und Druck
Das Porträt der Königin ging auf ein Medaillon von William Wyon zurück, das an Victorias Besuch in der City of London im Jahr 1837 erinnerte. Henry Corbould fertigte danach die Zeichnung für den Markenkopf an; gestochen wurde das Porträt von Charles Heath oder dessen Sohn Frederick Heath. Wie die Penny Black und die Two Pence Blue nannte auch die Penny Red keinen Ländernamen, eine Besonderheit britischer Briefmarken.[2]
Die Marken wurden im Stichtiefdruck in Bögen zu 240 Stück hergestellt, angeordnet in 20 Reihen zu je 12 Marken. Ein vollständiger Bogen entsprach damit genau einem Pfund Sterling, eine waagerechte Reihe einem Shilling. Jede Marke erhielt Eckbuchstaben, mit denen sich ihre Position im Bogen bestimmen ließ: Die erste Marke trug AA, die letzte TL.[2][4.1]

Die frühen Penny Reds waren ungezähnt und mussten wie die Penny Black mit der Schere aus dem Bogen geschnitten werden. Ab den 1850er Jahren wurden Verfahren der Briefmarkentrennung erprobt, vor allem die von Henry Archer entwickelte Zähnung. 1854 wurden gezähnte Penny Reds allgemein eingeführt; zunächst kam die Zähnung 16, später überwiegend die Zähnung 14 zur Anwendung.[3]
Wasserzeichen, Eckbuchstaben und Plattennummern
Für die Bestimmung der Penny Red sind Briefmarkenpapier, Wasserzeichen, Zähnung, Eckbuchstaben und Druckplatte wichtig. Frühe Ausgaben wurden auf Papier mit kleinem Kronenwasserzeichen gedruckt; 1855 kam ein großes Kronenwasserzeichen hinzu.[3]
Ab 1864 erschien eine überarbeitete Form der Penny Red. Die Sterne in den oberen Ecken wurden durch weitere Eckbuchstaben ersetzt, die den unteren Buchstaben entsprachen, jedoch in umgekehrter Reihenfolge standen. Zugleich wurde die jeweilige Plattennummer in die seitlichen Ornamente eingraviert.[4.2] Diese Änderung erschwerte Manipulationen, bei denen unentwertete Teile bereits benutzter Marken zusammengesetzt werden konnten.[4.3]

Besonders bekannt ist die Plattennummer 77. Diese Platte wurde wegen mangelhafter Ausrichtung verworfen; nur sehr wenige Marken gelangten dennoch in Umlauf. Einzelne Exemplare gehören zu den seltensten klassischen britischen Briefmarken. 2016 wurde eine gebrauchte Penny Red Plate 77 für 495.000 Pfund verkauft.[5][6]
Ablösung und Bedeutung
Die Ausgabe der Penny Red endete 1879 im Zusammenhang mit dem Auslaufen des Druckvertrags von Perkins, Bacon & Co. Die letzte für die Penny Red verwendete Platte war Platte 225, die am 27. Oktober 1879 in Druck genommen wurde; der Vertrag endete am 3. Dezember 1879.[4.4] Abgelöst wurde die Marke zunächst durch die von De La Rue gedruckte Penny Venetian Red, danach durch die Penny Lilac.
Die Penny Red ist wegen ihrer enormen Auflage als einfache gebrauchte Marke häufig erhalten. Philatelistisch bedeutsam ist sie dennoch als langlebige Standardmarke der frühen britischen Postgeschichte, als direkte Nachfolgerin der Penny Black und als Ausgabe mit zahlreichen unterscheidbaren Druckplatten, Wasserzeichen, Zähnungen und Plattennummern. Besonders selten sind einzelne Platten und Varianten, nicht die Marke als solche.[3][6]
Literatur
- Edward Denny Bacon: The Line-Engraved Postage Stamps of Great Britain Printed by Perkins, Bacon & Co. A History of Their Production During the Forty Years 1840–1880. Band 1. Chas. Nissen & Co., London 1920 (Volltext im Internet Archive).
- David G. Bate: Richard Phillips at the Museum of Economic Geology and his experimental work on the Penny Black and Penny Red postage stamps. British Geological Survey, 2006 (Volltext als PDF).
Weblinks
- Introducing the Penny Red beim National Postal Museum
- William Wyon & the Penny Black beim Royal Mint Museum
Einzelnachweise
- ↑ David G. Bate: Richard Phillips at the Museum of Economic Geology and his experimental work on the Penny Black and Penny Red postage stamps. (PDF) British Geological Survey, 2006, abgerufen am 27. Juni 2026 (englisch).
- ↑ a b c Douglas N. Muir: William Wyon & the Penny Black. Royal Mint Museum, abgerufen am 27. Juni 2026 (englisch).
- ↑ a b c d e Michael Kogan: 185th Anniversary of the Penny Black. Stanley Gibbons Baldwin’s, 8. April 2025, abgerufen am 27. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Edward Denny Bacon: The Line-Engraved Postage Stamps of Great Britain Printed by Perkins, Bacon & Co. A History of Their Production During the Forty Years 1840–1880. Band 1. Chas. Nissen & Co., London 1920 (englisch, archive.org [abgerufen am 27. Juni 2026]).
- ↑ Miles Brignall: UK’s second most valuable stamp sells for £495,000. In: The Guardian. 10. März 2016, abgerufen am 27. Juni 2026 (englisch).
- ↑ a b Insider 34. (PDF) Spink & Son, 2019, abgerufen am 27. Juni 2026 (englisch).
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