Pasithea
Pasithea (altgriechisch Πασιθέα Pasithéa), auch Pasithee, ist in der griechischen Mythologie eine der Chariten, auch als Grazien bekannt. Diese gelten als Töchter des Zeus und der Eurynome.
Beschreibung
Nach Homer hatte Hera sie Hypnos, dem Gott des Schlafes, zur Gattin versprochen, wenn er ihr dabei hilft, Zeus in Schlummer zu versenken.[1][2] Bei Catull[3] und in der Anthologia Palatina[4] wird Pasithea als Frau des Schlafgottes genannt.
In Nonnos von Panopolis’ Dionysiaka wird eine der Ilias analoge Szene geschildert. Hier wird allerdings Hera als Mutter und Dionysos als Vater der Pasithea benannt. Sie wird dort auch als Dienerin der Aphrodite dargestellt.[5] Thassilo von Scheffer, der Übersetzer der Dionysiaka, vermerkt, dass die damit vorausgesetzte Verbindung von Dionysos und seiner Todfeindin Hera einigermaßen erstaunlich sei.[6]
Die Namensherkunft der Pasithea ist umstritten. Es gibt daher mehrere Übersetzungsvorschläge. Das Gründliche Mythologische Wörterbuch Hederichs nennt als Übersetzung „die zu allen Laufende“ und soll die Allgemeinheit und das Annehmliche des Schlafes bezeichnen.[7] Daher wird Pasithea manchmal als Göttin der Ruhe und Entspannung angesehen. Da sie als Frau des Schlafgottes galt, kann man dies vermuten.[8]
Bei Friedrich Nork wird sie mit „die von Allen verehrte Göttin“ übersetzt.[9] Eine andere Übersetzung für das Präfix pasis ist „erworben“. Für das Suffix thea werden „Göttin“ oder „Sicht“ bzw. „Aussicht“ angegeben. Daraus ergeben sich weitere etymologische Erklärungsversuche wie „erworbene Göttin“, da Hypnos sie durch Hera in der Ilias erwarb, oder „erworbene Sicht“.
Literatur
- Lutz Käppel: Pasithea [2]. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 9, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01479-7, Sp. 386–387.
- Marie C. van der Kolf: Pasithea 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XVIII,4, Stuttgart 1949, Sp. 2089 f.
- Heinrich Wilhelm Stoll: Pasithea 2). In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 3,2, Leipzig 1909, Sp. 1674 (Digitalisat).
Weblinks
- Pasithea im Theoi Project (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Homer, Ilias 14,231 ff.
- ↑ Pausanias, Beschreibung Griechenlands 9,35,4.
- ↑ Catull, Carmen 63,43
- ↑ Anthologia Palatina 9,517
- ↑ Nonnos von Panopolis, Dionysiaka 15,87; 31,103ff.; 33,4ff.
- ↑ Nonnos: Die Dionysiaka des Nonnos. Übersetzt von Thassilo von Scheffer. Schünemann. 1958, S. 934.
- ↑ Benjamin Hederich: Gründliche Mythologische Wörterbuch. Sp. 1900–1901. Pasithea bei Zeno.org
- ↑ Catull, Carmen 63,43
- ↑ Friedrich Nork: Etymologisch-symbolisch-mythologisches Real-Wörterbuch zum Handgebrauche für Bibelforscher, Archäologen u. bildende Künstler. Band 4. Cast, Stuttgart 1845, S. 20, Digitalisat.
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