Montijense

Montijense
Das Schwesterschiff FM 19 als portug. Raúl Cascais (1922)
Das Schwesterschiff FM 19 als portug. Raúl Cascais (1922)
Schiffsdaten
Flagge Deutsches Reich Deutsches Reich
Deutsches Reich Deutsches Reich
Portugal Portugal
andere Schiffsnamen FM 29 (1919–1925)
Westfalen (1925–1932)
Schiffstyp Minensuchboot, Personenfähre
Klasse Flachgehendes Minensuchboot
Heimathafen ? (1919–1925)
Stettin (1925–1932)
Lissabon (1932–ca.1958)
Eigner Reichsmarine (1919–1925)
Heidmann (1925–1928)
Caesar Wollheim (1928–1932)
Parceria dos Vapores Lisbonenses (1932–ca.1958)
Bauwerft Nobiskrug, Rendsburg
Baunummer 90
Stapellauf 1919
Verbleib nach 1958 gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 43,00 m (Lüa)
Breite 6,00 m
Tiefgang (max.) 1,68 m
Verdrängung 170 t standard / 193 t maximal
Vermessung 211 BRT, 85 NRT
 
Besatzung 35 Mann (Reichsmarine)
Maschinenanlage
Maschine 2 × 3-Zylinder-Dreifach-Expansionsmaschinen
Maschinen­leistung 600 PS
Höchst­geschwindigkeit 14,0 kn (26 km/h)
Propeller 2 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Sonstiges

Die Montijense war ursprünglich ein 1919 für die Kaiserliche Marine gebautes Minensuchboot mit der Bezeichnung FM 29. 1925 wurde es nach Stettin verkauft und zur Fähre Westfalen umgebaut, 1932 dann in Lissabon als Montijense eingesetzt. Dort ist sie nach 1958 gesunken.

Geschichte

Das Boot des Typs Flachgehendes Minensuchboot wurde noch für die Kaiserliche Marine auf der Werft Nobiskrug in Rendsburg unter Baunummer 90 auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte als FM 29 im Jahr 1919, anschließend wurde es von der Vorläufigen Reichsmarine übernommen. Da dieser Bootstyp aufgrund seiner schlechten Seeeigenschaften nur begrenzt einsetzbar war, musterte die Reichsmarine alle Boote des Typs im Rahmen der Abrüstung aus und gab dem Minensuchboot 1916 den Vorzug. Sie verkaufte das Boot am 8. Juni 1925.[1]

Käufer des Schiffes war Heidmann in Stettin, der das Boot unter dem Namen Westfalen als Fähre einsetzte. 1928 verkaufte er das Boot an die ebenfalls in Stettin ansässige Reederei Caesar Wollheim, einem Zweigbetrieb der Caesar Wollheim-Werft, die den Namen beibehielt. Diese verkaufte die Westfalen 1932 nach Portugal.[1][2][3]

In Portugal erwarb die Parceria dos Vapores Lisbonenses aus Barreiro das Boot und gab ihm den Namen Montijense nach den Einwohnern der Gemeinde Montijo. Diesen Namen behielt es bis zum Untergang.[2] Sie setzte das Boot als Personenfähre auf der Verbindung zwischen Lissabon und dem Südufer des Tejo ein. Auf einem Foto des Schiffes von Ende der 1920er Jahre ist das von der Brücke bis fast an das Heck reichende Passagierdeck zu erkennen.[4]

Die Parceria dos Vapores Lisbonenses (Lissaboner Dampfschiffgesellschaft) entstand 1899 aus dem Zusammenschluss einer Gruppe der Familie Burnay mit einer anderen Gruppe, die mit der für Hafenarbeiten in Lissabon zuständigen Firma Hersent verbunden war. Sie betrieb Fährlinien zwischen Lissabon und Cascais auf dem Nordufer des Tejo und den am Südufer liegenden Orten Cacilhas, Seixal, Aldeia Galega (Montijo) und Trafaria. 1957 benannte sich sie sich in Sociedade Maritima de Transportes (Seetransportgesellschaft) um und war eine der fünf Fährgesellschaften im Großraum Lissabon, die nach der Verstaatlichung 1975 zur bis heute bestehenden Fährreederei Transtejo & Soflusa zusammengeschlossen wurde.[5][6][7]

Technische Daten

Das Boot war 43,00 Meter lang, 6,00 Meter breit und wies einen Tiefgang von 1,68 Metern auf. Die Konstruktionsverdrängung betrug 170 Tonnen, die maximale 193 Tonnen. Der Antrieb bestand aus zwei 3-Zylinder dreifach-Expansionsmaschinen, die 600 PS erzielten und auf zwei Schrauben wirkten. Damit erreichte sie 14,0 Knoten. Die Reichweite betrug 650 Seemeilen bei 14 Knoten. In der Reichsmarine bestand die Bewaffnung aus einem 88-mm-Geschütz, die Besatzung aus 35 Mann.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Gröner et al.: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Band 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote, S. 170f.
  2. a b Dodson, Cant: Spoils of War: The Fate of Enemy Fleets after the Two World Wars, S. 139
  3. Montijense In: Lloyd’s Register, Navires à vapeurs et à moteurs 1944–45
  4. Correia: Cacilheiros, S. 41
  5. Correia: Cacilheiros, S. 46
  6. Cacilheiros (6), bei restosdecoleccao.blogspot.com
  7. Lisbon River Ferries, bei lusoweb.co.uk

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