Microphyllium
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
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| Zompro, 2001 |
Microphyllium ist eine 2001 beschriebene Gespenstschrecken-Gattung der Wandelnden Blätter (Phyllioidea), die auf der philippinischen Insel Luzon endemisch ist. Neben der Typusart wird ihr aktuell nur eine weitere Art zugerechnet.[1][2]
Merkmale
Männchen der Gattung Microphyllium erreichen lediglich 24,2 bis 26,7 mm. Die breiteste Stelle des Körpers befindet sich bei ihnen etwa am hinteren Rand des Metathorax. Von dort wird das Abdomen zum Ende hin allmählich schmaler. Ihre Fühler bestehen aus 20 bis 21 Segmenten. Sie sind etwa so lang wie die ausgestreckten Vorderbeine oder kürzer und verglichen mit denen der ansonsten ähnlichen Pseudomicrophyllium-Männchen, deren Fühler deutlich länger als die ausgestreckten Vorderbeine sind, sie sehr kurz. Die einzelne Antennensegmente sind kurz und perlschnurartig aufgereiht. Sie sind höchstens doppelt so lang wie breit. Die Vorderflügel (Tegmina) der Männchen sind im Verhältnis zu den Hinterflügeln (Alae) vergleichsweise lang und erreichen das dritte bis vierte Segment des Abdomens. Die Alae selbst reichen bis zum hinteren Rand des achten bzw. zur Mitte des neunten Abdominalsegments. Die für viele Wandelnde Blätter typischen Lappen (Loben) an den Beinen sind bei Microphyllium-Männchen stark reduziert. An den Schienen (Tibien) fehlen sie völlig und an den Schenkeln (Femura) sind lediglich an den Mittel- und Hinterbeinen sehr schmale innere und äußere Loben erkennbar (meso- und metafemurale interiore und exteriore Loben). An den Vorderbeinen sind lediglich sehr schmale innere Loben (profemurale interiore Loben) mit drei deutliche Zähnen zu erkennen.
Ein adultes Weibchen ist lediglich von Microphyllium haskelli bekannt. Es ist ohne Fühler 40,5 mm lang. Der mittlere Dorn am Prescutum ist der größte, der hinterste Dorn ist stark reduziert. Anders als bei Pseudomicrophyllium-Weibchen weist das dritte Segment der Fühler keine Stridulationsleiste auf. Die Tegmina reichen bis zum Hinterrand des siebten Abdominalsegments. Die Alae sind reduziert. Das Abdomen erweitert sich gleichmäßig bis zum Ende des vierten Abdominalsegments und ist hier gut 20 mm breit. Ab dem fünften Abdominalsegment wird das Abdomen ebenso gleichmäßig schmaler bevor es annähernd spitz endet. Die Subgenitalplatte, also das achte Sternum ist kurz und endet in einer abgerundeten Spitze. Die Gonapophysen sind kurz und stehen nur wenig unter der Subgenitalplatte hervor. Die Tibien der Vorderbeine haben keine äußeren Loben und auch die inneren Loben (protibiale interiore Loben) sind stark reduziert. Die inneren Loben der Vorderbeinfemuren (profemurale interiore Loben) sind stumpfwinklig und haben drei kleine Zähne.[2][3][4]
Verbreitung
Das bisher bekannte Verbreitungsgebiet der Gattung Microphyllium beschränkt sich auf die philippinischen Insel Luzon. Während von Microphyllium spinithorax lediglich bekannt ist, dass es auf Luzon vorkommt, liegen für Microphyllium haskelli genauere Fundortangaben aus dem Norden Luzons vor. Die Art wurde in der Mountain Province sowohl am Mount Barlig als auch am Mount Polis gefunden.[2][5]
Systematik
Oliver Zompro beschrieb die Gattung anhand von drei Exemplaren der gleichzeitig beschriebenen Typusart Microphyllium spinithorax. Alle drei stammen aus dem Staatliches Museum für Tierkunde, Dresden (heute Museum für Tierkunde Dresden) und sind dort hinterlegt. Während der männliche Holotypus adult ist, sind die beiden weiblichen Paratypen Nymphen im Stadium L4 bzw. L5 und beiden fehlen die Antennen und die Vorderbeine.[5] Eine bereits 1934 von James Abram Garfield Rehn und seinem Sohn John William Holman Rehn anhand eines 47 mm langen Weibchens als Phyllium pusillulum beschriebene Art, wurde 2009 nach dem Vergleich mit den weiblichen Paratypen von Microphyllium spinithorax von Frank H. Hennemann et al. in die Gattung Microphyllium überführt. Hennemann et al. hielten es für möglich, dass es sich bei beiden um dieselbe Art handeln könnte.[6] Royce T. Cumming et al. beschrieben 2017 mit Microphyllium haskelli eine weitere Art der Gattung. In derselben Arbeit stellte Cumming die Gattung Pseudomicrophyllium auf und beschrieb anhand eines Männchens mit Pseudomicrophyllium faulkneri deren Typusart. Die Erstbeschreibung und Bilder des weiblichen Holotypus der als Phyllium pusillulum beschriebenen Microphyllium pusillulum wurden ebenfalls in die Arbeit einbezogen.[2] Bei molekulargenetischen Untersuchungen von Sarah Bank et al. wurde auch eine Probe von Microphyllium pusillulum und eine vom Holotypus von Pseudomicrophyllium faulkneri sequenziert. Die Proben erwiesen sich als konspezifisch und Pseudomicrophyllium faulkneri wurde 2021 mit der älteren Art synonymisiert, wodurch sie zu Pseudomicrophyllium pusillulum wurde und somit nicht mehr zur Gattung Microphyllium gehört.[7]
Der Name „Microphyllium“ bedeutet „(sehr) kleines Blatt“ und setzt sich zusammen aus dem latinisierten Namen Phyllium, der Typusgattung der Familie (vom griechisch φυλλον, -ου (phyllon, -oy) + -um) und dem Präfix „Micro“ für „klein“ oder „sehr klein“. Der Name wurde gewählt, weil die Arten der Gattung zu den kleinsten Wandelnden Blättern gehören. Wie Phyllium ist auch Microphyllium sächlich.[5][8]
Die Gattung Microphyllium umfasst derzeit nur die beiden folgenden Arten:[1]
- Microphyllium haskelli Cumming, 2017
- Microphyllium spinithorax Zompro, 2001 – Typusart
Bank et al. untersuchten für ihre 2021 veröffentlichte Arbeit über die Phylogenese und historische Biogeographie der Wandelnden Blätter neben vielen anderen Proben und den zwei Proben der heutigen Pseudomicrophyllium pusillulum auch eine von Microphyllium haskelli. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigten, dass Microphyllium die Schwestergattung von Pseudomicrophyllium ist. Diese beiden Gattungen bilden eine Klade mit Pulchriphyllium, in deren nächst höherer Ebene die Gattung Phyllium eingeschlossen wird (Siehe auch Kladogramm der Phylliidae).[7][9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Paul D. Brock, Thies H. Büscher, Edward W. Baker: Microphyllium In: Phasmida Species File. (abgerufen am 2. Juni 2026)
- ↑ a b c d Royce T. Cumming, Jing Vir Leong, David J. Lohman: Leaf insects from Luzon, Philippines, with descriptions of four new species, the new genus Pseudomicrophyllium, and redescription of Phyllium (Phyllium) geryon Gray, 1843, (Phasmida: Phylliidae). In: Zootaxa. Nr. 4365 (2), 2017, S. 101–131, doi:10.11646/zootaxa.4365.2.1 (englisch).
- ↑ Detlef Größer: Wandelnde Blätter. 2. Auflage. Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-930612-46-8, S. 117 & 139.
- ↑ Royce T. Cumming, Stéphane Le Tirant: Three new genera and one new species of leaf insect from Melanesia (Phasmatodea, Phylliidae). In: ZooKeys. 1110. Jahrgang, 2022, S. 189, doi:10.3897/zookeys.1110.80808 (englisch, pensoft.net).
- ↑ a b c Oliver Zompro: Philippine phasmids from the collection of the Staatliches Museum für Tierkunde, Dresden (Insecta: Phasmatodea. In: Reichenbachia – Staatliches Museum ür Tierkunde Dresden. 34. Jahrgang, Nr. 5, 30. März 2001, S. 49–56) (pensoft.net).
- ↑ Frank H. Hennemann, Oskar V. Conle, Marco Gottardo, Joachim Bresseel: On certain species of the genus Phyllium Illiger, 1798, with proposals for an intra-generic systematization and the descriptions of five new species from the Philippines and Palawan (Phasmatodea: Phylliidae: Phylliinae: Phylliini). In: Zootaxa. 2322. Jahrgang. Magnolia Press, 2009, ISSN 1175-5326 (englisch, researchgate.net).
- ↑ a b Sarah Bank, Royce T. Cumming, Yunchang Li, Katharina Henze, Stéphane Le Tirant, Sven Bradler: A tree of leaves: Phylogeny and historical biogeography of the leaf insects (Phasmatodea: Phylliidae). In: Communications Biology. 4. Jahrgang, Nr. 932, 2021, doi:10.1038/s42003-021-02436-z, PMID 34341467, PMC 8329230 (freier Volltext) – (englisch).
- ↑ Royce T. Cumming, Sarah Bank, Joachim Bresseel, Jérôme Constant, Stéphane Le Tirant, Zhiwei Dong, Gontran Sonet, Sven Bradler: Cryptophyllium, the hidden leaf insects – descriptions of a new leaf insect genus and thirteen species from the former celebicum species group (Phasmatodea, Phylliidae). In: ZooKeys. 1018. Jahrgang, 2021, S. 1–179, doi:10.3897/zookeys.1018.61033 (englisch, pensoft.net).
- ↑ Royce T. Cumming, Stephane Le Tirant, Jackson B. Linde, Megan E. Solan, Evelyn Marie Foley, Norman Enrico C. Eulin, Ramon Lavado, Michael F. Whiting, Sven Bradler, Sarah Bank: On seven undescribed leaf insect species revealed within the recent “Tree of Leaves” (Phasmatodea, Phylliidae). In: ZooKeys. 1173. Jahrgang, 2023, S. 145–229, doi:10.3897/zookeys.1173.104413 (englisch).
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