Martin Ennals
Martin Ennals (geboren am 27. Juli 1927 in Walsall; gestorben am 5. Oktober 1991 in Saskatoon) war ein britischer Menschenrechtsaktivist. Er war von 1968 bis 1980 Generalsekretär von Amnesty International, das unter seiner Führung internationale Bedeutung erlangte und mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.[1]
Biographie
Martin Ennals kam 1927 in Walsall in der Grafschaft Staffordshire als Sohn von Arthur Ford Ennals und dessen Ehefrau Jessie Edith Taylor zur Welt. Ennals besuchte die Queen Mary’s Grammar School und studierte an der London School of Economics, wo er einen Abschluss in Internationalen Beziehungen erwarb. Von 1951 bis 1959 war Ennals für die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) tätig. Im Jahr 1959 wurde Ennals Gründungsmitglied des Anti-Apartheid Movement und übernahm zudem das Amt des Generalsekretärs des National Council for Civil Liberties (NCCL), eine Position, die er bis 1966 innehatte; anschließend wurde er Referent für Information und Publikationen bei der Commission for Racial Equality.[2]
1968 wurde Ennals Generalsekretär von Amnesty International. Die Organisation hatte zu diesem Zeitpunkt sieben Mitarbeiter und ein Jahresbudget von 17000 £. Zwölf Jahre später war die Belegschaft auf 150 Mitarbeiter angewachsen, Amnesty international hatte ein Jahresbudget von 2 Millionen £ und war zu einer weltweit beachteten Menschenrechtsorganisation geworden.[3]
1978 wurde Ennals mit dem Gandhi Peace Award ausgezeichnet. Unter seiner Leitung erhielt Amnesty International den Erasmuspreis (1976), den Friedensnobelpreis (1977) und den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen (1978).[4]
Martin Ennals schied 1980 als Generalsekretär bei Amnesty International aus und wurde 1982 Gründungspräsident der Menschenrechtsorganisation HURIDOCS;[5] er war auch Mitbegründer der britischen Menschenrechtsorganisationen ARTICLE 19 und International Alert. 1986 wurde er erster Generalsekretär von International Alert.[6]
Ennals hatte zwei ältere Brüder: David Ennals war Politiker der Labour Party und von 1976 bis 1979 britischer Sozialminister, während John Ennals von 1968 bis 1976 Vorsitzender des Anti-Apartheid Movement war.[7]
Martin Ennals starb 1991 in Saskatoon in der kanadischen Provinz Saskatchewan.
Martin-Ennals-Award
Der Martin Ennals Award for Human Rights Defenders wurde 1993 ins Leben gerufen. Er wird jährlich an eine Person verliehen, die eine außergewöhnliche Bilanz im mutigen Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen vorweisen kann und Schutz benötigt. Die Auszeichnung soll Menschenrechtsverteidigern weltweit – und insbesondere in ihren Herkunftsländern – durch eine breite Medienpräsenz (Fernsehen, Radio und Internet) eine internationale „schützende Öffentlichkeit“ schaffen. Der Preisträger wird in Genf von einer Jury ausgewählt, die sich aus zehn führenden internationalen Menschenrechtsorganisationen zusammensetzt, darunter Amnesty International, Human Rights Watch, Frontline, die International Commission of Jurists, Brot für die Welt und HURIDOCS.[8]
Der Martin Ennals Award gilt als „der“ Preis der gesamten Menschenrechtsbewegung und als „der Nobelpreis für Menschenrechte“.[9] Die gemeinsam mit der Stadt Genf organisierte jährliche Zeremonie ist ein Ereignis mit weltweiter Internet- und Fernsehberichterstattung.
Weblinks
- Webpräsenz des Martin Ennals Award for Human Rights Defenders
- Martin Ennals Award (Hrsg.): Who was Martin Ennals? 31. Juli 2016 (englisch, youtube.com).
Einzelnachweise
- ↑ Michelle Carmody: Facing 'The World of the 70's': Martin Ennals, Amnesty International, and the Turn to the Third World in Human Rights Internationalism. In: The International History Review. 2025, ISSN 0707-5332, S. 1–16, doi:10.1080/07075332.2025.2466459 (englisch, tandfonline.com [abgerufen am 5. Juni 2026]).
- ↑ David P. Forsyth, "Encyclopedia of Human Rights", Oxford University Press
- ↑ Who was Martin Ennals? Martin Ennals Award, abgerufen am 5. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Martin Ennals: A Giant Human Rights Defender. Martin Ennals Award, archiviert vom am 15. April 2013; abgerufen am 5. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Our Story. In: HURIDOCS. 23. Juni 2010, abgerufen am 5. Juni 2026 (englisch).
- ↑ History. In: International Alert. Abgerufen am 5. Juni 2026 (englisch).
- ↑ ENNALS, John Arthur Ford, who is who, volume 2023, U163925 (englisch).
- ↑ Welcome to Martin Ennals Awards – MEA. Martinennalsaward.org, 16. Mai 2014, abgerufen am 5. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Agathe Duparc: Le combat de Mutabar Tadjibaeva, survivante des geôles de Tachkent. In: Le Monde. 2008, abgerufen am 5. Juni 2026 (französisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ennals, Martin |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Menschenrechtsaktivist |
| GEBURTSDATUM | 27. Juli 1927 |
| GEBURTSORT | Walsall |
| STERBEDATUM | 5. Oktober 1991 |
| STERBEORT | Saskatoon |
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