Marcel Bergmann

Marcel Bergmann (* 20. Mai 1964 in Kevelaer; † 31. Mai 2026) war ein deutscher Sportjournalist und Autor. Er war insbesondere als Redakteur für das ZDF tätig.

Leben

Nach seinem Abitur studierte Bergmann am Dolmetscher-Institut der Universität des Saarlandes in Saarbrücken Englisch und Französisch. Nach einem Jahr als Fremdsprachenassistent an mehreren Schulen in Lyon begann er 1991 als freier Mitarbeiter beim ZDF, zunächst im Bereich der Außenpolitik und ab 1992 in der Sportredaktion. Bei einem Autounfall in Kenia 1994 verunglückten vier Personen tödlich, darunter sein Vater; Bergmann überlebte querschnittgelähmt. Nach zwei Monaten und zahlreichen Operationen an seiner zerstörten Wirbelsäule erwachte er aus dem Koma. Erst nach Monaten der Depression und weiteren Operationen nahm er sein Leben im Rollstuhl wieder in Angriff. 1995 erhielt Bergmann eine Festanstellung als Sportredakteur beim ZDF. Mit seiner Redaktion war er unter anderem bei den Fußball-Weltmeisterschaften in Südafrika 2010 und Brasilien 2014 sowie bei den Paralympischen Spielen in Atlanta 1996, Sydney 2000, Athen 2004 und London 2012.

Bergmann bereiste mehr als 70 Länder. Sein großer Traum war eine Reise durch China, den er 2007, begleitet von einem sechsköpfigen Filmteam und seinem chinesischen Freund Ham Mow Wai, von Shanghai nach Peking verwirklichen konnte. Diese Reise stand unter der Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der selbst auf den Rollstuhl angewiesen war. Die medizinische Patenschaft übernahm der deutsch-iranische Neurochirurg Madjid Samii. Über seine Reise schrieb Marcel Bergmann das im Verlag Herder erschienene Buch Trotzdem China – Im Rollstuhl von Shanghai nach Peking. Bundespräsident Horst Köhler unterstützte Marcel Bergmann mit einer Widmung auf dem Buchumschlag. Einige langwierige Krankenhausaufenthalte nutzte Bergmann für die Ausarbeitung seines 2021 im Selbstverlag erschienenen zweiten Buches Wo die Sonne auch nachts scheint.

Bergmann lebte in Wiesbaden und war Anhänger des FC Schalke 04. Er starb am 31. Mai 2026, wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag.[1]

Publikationen

Einzelnachweise

  1. Abschied im ZDF: Müller-Hohenstein trauert in TV-Übertragung. In: ksta.de. 1. Juni 2026, abgerufen am 31. Mai 2026.

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