Mara (Oper)
| Werkdaten | |
|---|---|
| Titel: | Mara |
| Form: | Romantische Oper in drei Akten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Musik: | Josef Netzer |
| Libretto: | Otto Prechtler |
| Uraufführung: | 16. März 1841 |
| Ort der Uraufführung: | Theater am Kärntnertor, Wien |
| Ort und Zeit der Handlung: | Spanien im Jahre 1600, am Fuße der Pyrenäen |
| Personen | |
Mara ist eine Oper in drei Akten von Josef Netzer mit einem Libretto von Otto Prechtler.[1] Das Werk wurde am 16. März 1841 am Theater am Kärtnertor uraufgeführt.[2]
Entstehung
Nach der Uraufführung seiner 4. Symphonie in E-Dur unternahm Netzer 1839 eine Italienreise, während seine Oper Die seltsame Hochzeit entstand, die jedoch nicht den erhofften Erfolg erzielte.[3.1] Für die Komposition eines neuen Werkes bat er Josef von Sedlnitzky, den Leiter der Polizei- und Zensurhofstelle in Wien,[4] um Unterstützung, wurde von diesem jedoch abgewiesen. Bei einer Abendgesellschaft machte Netzer bekanntschaft mit Pauline, Fürstin Metternich, die ihm schließlich finanzielle Unterstützung für die Entstehung einer neuen Oper zusicherte. Über Franz Grillparzer lernte Netzer den Dichter und Librettisten Otto Prechtler kennen, der daraufhin das Libretto verfasste. Unter dem Zeitdruck des Operndirektors Carlo Balochino vollendete Netzer die Oper noch im Jahr 1840 und lieferte die Partitur am 27. August ab.[3.2] Die Uraufführung erfolgte jedoch erst gegen Ende der Spielzeit.[5] In den Hauptpartien sangen Anna Maria Wilhelmine van Hasselt-Barth (Mara), Karoline Mayer (Ines), Josef Staudigl (Torald), Josef Draxler (Cornaro) und Joseph Erl (Manuel).[5]
Weitere Aufführungen
Mara wurde 1843 im Ständetheater in Prag aufgeführt.[3.3] Am 23. Juli 1844 wurde Mara in Berlin aufgeführt.[6] Während seines Aufenthalts kam Netzer mit Giacomo Meyerbeer in Kontakt, der sich für die Aufführung der Oper an den Königlichen Schauspielen einsetzte. Wie auch in Prag dirigierte Netzer in Berlin das Werk selbst.[7]
Im September 1844 kam die Oper in Leipzig in Anwesenheit des Königs Friedrich August II. von Sachsen, dessen Bruder Prinz Johann und seiner Gemahlin Amalie, deren Sohn Albert und des Großherzogs Leopold II. von Toskana zur Aufführung.[8] Die Allgemeine Wiener Musik-Zeitung vom 26. September 1844 bezeichnete die Aufführung als einen „neuen Triumph der deutschen Musik“ und nennt die Sopranistin Karoline Mayer als Interpretin der Titelrolle,[9] welche in der Wiener Uraufführung die Rolle der „Ines“ sang.[5] Die Dekorationen stammten von Karl Wilhelm Gropius.[10] Weiters kam die Oper in Braunschweig, Kassel, Hannover und Hamburg zur Aufführung.[3.4]
2013 wurde Mara am Tiroler Landestheater in Innsbruck wiederaufgeführt. Die Premiere fand am 7. Dezember 2013 unter der Intendanz von Johannes Reitmeier statt, welcher die Oper inszenierte.[11]
Handlung
Die Handlung spielt im Jahr 1600 in Spanien am Fuß der Pyrenäen, teils auf der Besitzung Coronaros, teils in deren Umgebung. Die Figuren Mara und Torald werden im zeitgenössischen Libretto als "Zigeunerin" beziehungsweise als „Hauptmann einer Zigeunerhorde“ bezeichnet.
Erster Akt, Lager am Fuße der Pyrenäen.
Mara, eine junge "Zigeunerin", lagert zusammen mit einer fahrenden Gruppe in der Nähe des Landsitzes vom Edelmann Cornaro. Sie trifft dort auf dessen Sohn Manuel, der sich in sie verliebt. Auch Torald, der Anführer der Gruppe, begehrt Mara, den sie zurück weist. Sie ist in ihrer Verbundenheit mit den Ihren und ihrer Liebe zu Manuel hin- und hergerissen. Manuel möchte sie für ein gemeinsames Leben gewinnen und verspricht ihr ein eigenes Zuhause. Mara fürchtet jedoch, ihre Gemeinschaft dadurch zu verraten. Manuels versuch Mara aus dem Lager zu entführen, scheitert am Widerstand Toralds. Als dieser Manuel töten will, stellt sich Mara schützend vor ihren Geliebten und ermöglicht ihm die Flucht in die Berge. Sie selbst bleibt bei Torald und ihrer Gemeinschaft zurück.
Zweiter Akt, Landsitz Cornaros
Manuel kehrt schließlich an den Hof seines Vaters Cornaro zurück und findet sich dort unerwartet mit den Vorbereitungen zu seiner Vermählung mit Ines konfrontiert. Cornaro besteht auf der Verbindung mit der wohlhabenden Erbin und weist Manuels Einwand, er liebe Mara, entschieden zurück. Als Ines hinzukommt, gibt Manuel seinen Widerstand auf und stimmt der Eheschließung zu. Mara wartet vergeblich auf seine Rückkehr. Torald nutzt ihre Ungewissheit aus und händigt ihr einen Brief aus, der den Eindruck erweckt, Manuel habe sich von ihr getrennt und wolle sie mit einer Geldsumme entschädigen. Als Mara daraufhin Manuel aufsucht, trifft sie auf Ines und sieht ihre Befürchtungen bestätigt. Tief enttäuscht und von Zorn erfüllt, spricht sie einen Fluch über Cornaro und dessen Familie aus.
Dritter Akt, Eine für die Hochzeit geschmückte Halle
Am Tag der geplanten Hochzeit versucht Ines, Manuel für sich zu gewinnen und ihn von Mara zu lösen. Mara hat inzwischen beschlossen, sich an Manuel zu rächen, und fasst den Entschluss, Ines zu töten. Als sie der Braut gegenübersteht, bringt sie es jedoch nicht über sich, ihren Plan auszuführen. Stattdessen richtet sie die Waffe gegen sich selbst und fügt sich einen tödlichen Stich zu. Torald nimmt die sterbende Mara in seine Arme, während Manuels weiteres Schicksal offenbleibt.[12]
Musik
Musikalisch verbindet Mara Elemente der deutschen romantischen Oper mit Einflüssen der italienischen Oper. Eine Besprechung der Innsbrucker Wiederaufführung von 2013 hob insbesondere die farbenreiche und zugleich ökonomische Instrumentierung sowie die enge Verzahnung von Gesangs- und Instrumentalstimmen hervor.[13] Bei der Uraufführung 1841 wurden die Ouvertüre und einige größere Musiknummern wiederholt.[14]
Eine eigenhändige Disposition der einzelnen Musikstücke von Mara findet sich in einem Brief Netzers an den Musikschriftsteller August Schmidt vom 6. Januar 1844. Das dreiblättrige Dokument gibt Einblick in die musikalische Anlage der Oper und belegt die von Netzer vorgesehene Abfolge ihrer Musiknummern.[15]
Einzelnachweise
- ↑ Libretto zur Oper Mara. In: Österreichische Nationalbibliothek. Abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Mara - Romantische Oper mit Tanz in drei Aufzügen. In: musikland-tirol.at. Institut für Tiroler Musikforschung, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Joseph Kessler: Josef Netzer; Kapellmeister des Grazer Männergesangsvereins. Eine biographische Skizze. In: Öserreichische Nationalbibliothek. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Personenindex Wienbibliothek; Sedlnitzky-Choltic, Josef von. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ a b c ANNO, Sonntagsblätter, 1842-03-20, Seite 15. Abgerufen am 10. August 2026.
- ↑ Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln. Katalogeintrag: Arien und Gesänge aus: Mara. Romantische Oper mit Tanz, in 3 Akten von Otto Prechtler. Musik von Joseph Netzer. In: tws.phil-fak.uni-koeln.de. S. 136, abgerufen am 18. August 2026.
- ↑ Geerd Heinsen: Josef Netzers Oper „Mara“. In: Opera Lounge. 5. Februar 2014, abgerufen am 18. August 2026.
- ↑ ANNO, Wiener allgemeine Musik-Zeitung, 26. September 1844. Österreichische Nationalbibliothek, S. 463, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ ANNO, Wiener allgemeine Musik-Zeitung, 1844-09-26. S. 3, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ ANNO, Wiener allgemeine Musik-Zeitung, 1844-09-26. S. 4, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ INNSBRUCK / Tiroler Landestheater: MARA von Josef Netzer. Premiere. In: onlinemerker.com. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Otto Prechtler: Libretto "Mara", Oper in drei Akten. In: Österreichische Nationalbibliothek. 1843, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Markus Thiel: So ist die Oper "Mara" im Tiroler Landestheater. In: merkur.de. 8. Dezember 2013, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ BLKÖ:Netzer, Joseph. In: Wikisource. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Josef Netzer: Brief an August Schmidt. Braunschweig. In: Katalog der Wienbibliothek im Rathaus. 6. Januar 1844, abgerufen am 17. August 2026.
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