Leftfield

Leftfield
Leftfield (2010)

Leftfield (2010)

Allgemeine Informationen
Herkunft London, England
Genre(s) Progressive House, Downtempo, Dub-Techno, Breakbeat
Aktive Jahre 1989–2002; ab 2010
Auflösung
Website www.leftfieldmusic.com
Gründungsmitglieder
Paul Daley (bis 2002)
Musikprogrammierung, Keyboard, Produktion
Neil Barnes

Leftfield ist ein britisches Electronica-Projekt, das 1989 von Paul Daley (zuvor Mitglied bei A Man Called Adam und den Brand New Heavies) und Neil Barnes in London gegründet wurde. Leftfield veröffentlichten bis zur Auflösung 2002 zwei von der Kritik hochgelobte Alben und waren auch als Remixer aktiv. Das Duo gilt heute als Pionier der Intelligent Dance Music. Seit 2010 führt Barnes Leftfield ohne Daley fort.

Geschichte

Leftfield, 2016

Mit dem 1993 veröffentlichten Open Up, das in Zusammenarbeit mit John Lydon als Sänger entstand, landeten Leftfield ihren ersten Mainstream-Hit. Das 1995 erschienene Debütalbum Leftism, eine völlig neuartige Mischung aus Dub, Breakbeat und Techno, war wegweisend für moderne Electronica. Viele Elektronikproduzenten ließen sich von Leftism beeinflussen. Die große Anzahl von Leftfield-inspirierten Veröffentlichungen ließ die britische Musikpresse, allen voran das DJ Magazine und Mixmag, zeitweise eine neue Genrebezeichnung mit eigenen Plattencharts kreieren: Leftfield.

Das zweite, 1999 veröffentlichte Album, Rhythm And Stealth, behielt einen ähnlichen Stil bei, ist jedoch stärker von Techno – insbesondere Detroit Techno und Electro Funk – geprägt. Prominente Gastvokalisten waren Afrika Bambaata und Roots Manuva. Das in New York unter der Regie von Chris Cunningham entstandene Musikvideo zu Afrika Shox, das die düstere Stimmung des Tracks eindrucksvoll transportierte, avancierte zum Klassiker. Rhythm And Stealth war 2000 für den britischen Mercury Music Prize nominiert.

Im Jahre 2002 trennten sich die beiden Musiker, um Soloprojekte zu verfolgen.

2005 erschien noch ein Best-of-Album mit dem Titel A Final Hit – The Greatest Hits. Auf diesem fanden sich neben den bekanntesten Stücken beider Vorgängeralben auch die beiden Non-Album-Singles Not Forgotten und More Than I Know sowie drei weitere zuvor nicht verwendete Stücke, darunter auch der Track Snakeblood, den Leftfield für den Soundtrack des Films The Beach produziert hatten. Dem Album ist eine DVD beigelegt, die alle sieben bis dahin von Leftfield produzierten Videos enthält.

2010 begann Neil Barnes ohne Paul Daley, stattdessen mit Alan Wren als neuem Partner, unter dem Interpretennamen Leftfield bei mehreren Festivals live aufzutreten. Sie arbeiteten hierzu mit wechselnden Sängern und anderen Musikern zusammen. Aus Mitschnitten dieser Konzerte entstand auch das 2012 veröffentlichte Live-Album Tourism.

Im März 2015 veröffentlichte Leftfield seine neue Single Universal Everything, und im 8. Juni 2015 folgte ein zugehöriges neues Album: Alternative Light Source war Leftfields erstes Studio-Album seit 16 Jahren. An dem Album arbeiteten ebenfalls verschiedene externe Musiker mit, insbesondere Sleaford Mods im Stück Head and Shoulders.

Am 2. Dezember 2022 veröffentlichte Leftfield das vierte Studio-Album This Is What We Do. Barnes zufolge hätte er gerne länger an dem Album gearbeitet, wurde aber durch gesundheitliche, familiäre und finanzielle Umstände zur Fertigstellung genötigt.[1][2] Die Tour zum Release fand im Frühjahr 2023 ausschließlich an Spielorten im Vereinigten Königreich statt und wurde gesanglich von den Musikern Cheshire Cat und Earl 16 begleitet.[3]

Nutzung in Werbung und Medien

Einige ihrer Titel wurden durch die Werbung einem breiteren Publikum bekannt. Beispielsweise wurde das Intro von Release the Pressure für einen Werbespot des deutschen Telekommunikationsanbieters O2 verwendet. Des Weiteren fand der Leftfield-Track Afro-Ride im PlayStation-Spiel WipEout aus dem Jahr 1995 Verwendung. Der Track Phat Planet wurde für die Serie Transformers: Beast Machines als Titelsong benutzt.

Diskografie

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE  AT  CH  UK
1995 Leftism
Hard Hands
UK3
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(136 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 30. Januar 1995
1999 Rhythm and Stealth
Hard Hands
DE33
(4 Wo.)DE
AT47
(2 Wo.)AT
CH36
(3 Wo.)CH
UK1
(22 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 20. September 1999
2015 Alternative Light Source
Infectious Music
DE74
(1 Wo.)DE
UK6
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 8. Juni 2015
2022 This Is What We Do
Virgin Music
UK18
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 2. Dezember 2022

Livealben

  • 2012: Tourism (Absolute)

Kompilationen

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 UK
2005 A Final Hit – Greatest Hits
Hard Hands
UK32
Silber
Silber

(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 3. Oktober 2005

Remixalben

  • 1992: Backlog [mit Djum Djum] (Outer Rhythm)
  • 2000: Stealth Remixes (Hard Hands)

Singles

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 UK
1991 More Than I Know
UK98
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 21. Januar 1991
1992 Release the Pressure
UK13
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 27. Juli 1992
feat. Earl Sixteen
Song of Life
Leftism
UK59
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 30. November 1992
1995 Afro Left
Leftism
UK22
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 24. Juli 1995
feat. Djum Djum
1999 Africa Shox
Rhythm and Stealth
UK7
(7 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 6. September 1999
feat. Afrika Bambaataa
Dusted
Rhythm and Stealth
UK28
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 15. November 1999

Weitere Singles

  • 1991: Not Forgotten
  • 1993: Open Up
  • 1995: Original
  • 2000: Snakeblood
  • 2000: Swords
  • 2015: Universal Everything
  • 2022: Pulse
  • 2022: Accumulator

Remixe

  • 1992: Intoxication – React 2 Rhythm
  • 1992: Open Up Your Head – IF?
  • 1992: Body Medusa – Supereal
  • 1992: Free and Equal – I.C.P
  • 1992: Deeper Love (Missing You) – Ultra Nate
  • 1992: Everything and More – IF?
  • 1992: Hallelujah ’92’ – Innercity
  • 1992: A Profound Gas – The Sandals
  • 1992: Back to the FrontAdamski
  • 1992: The Hunter – The Sandals
  • 1992: Nothing – The Sandals
  • 1992: You’re Mine – Pressure Drop
  • 1992: Perfect Motion – Sunscreem
  • 1992: Step It UpStereo MCs
  • 1993: I Am Free – Morgan King
  • 1993: Jump They SayDavid Bowie
  • 1993: UnforgivenD:Ream
  • 1994: Renegade Soundwave – Renegade Soundwave
  • 1994: Timeless Land – Yothu Yindi
  • 1995: White Skies – Sunscreem
  • 1997: SunJohn Lydon

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Goldene Schallplatte

  • Norwegen Norwegen
    • 2000: für das Album Leftism

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nungen, Ver­käu­fe, Quel­len)
Silber Gold Platin Ver­käu­fe Quel­len
 Norwegen (IFPI)0! S Gold10! P25.000ifpi.no
 Vereinigtes Königreich (BPI) Silber10! G 3× Platin3960.000bpi.co.uk
Insgesamt  Silber1  Gold1  3× Platin3

Quellen

  1. Leftfield – „This Is What We Do“ (Album der Woche). In: ByteFM. 4. Dezember 2022, abgerufen am 5. Dezember 2022.
  2. Dave Simpson: Leftfield: ‘Having a colonoscopy was like being in a nightclub’. In: The Guardian. 10. Oktober 2022, abgerufen am 5. Dezember 2022 (englisch).
  3. Richard Bowes: Review: Leftfield live at Marble Factory, Bristol. In: Live4ever Media. 26. Mai 2023, abgerufen am 26. Juni 2023 (amerikanisches Englisch).
  4. Chartquellen: DE AT CH UK
Commons: Leftfield – Sammlung von Bildern

Dieser Text basiert überwiegend auf einer Übersetzung des Artikels en:Leftfield aus der englischen Wikipedia, Version vom 5. September 2005.

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