Julburg

Die denkmalgeschützte Villa Zur Julburg im Bachviertel in Leipzig gilt als eines der schönsten Bauwerke des Historismus und war der Wohnsitz des Architekten Oskar Mothes.
Beschreibung
Die 1873/74 in der Plagwitzer Straße 38, später Helfferichstraße, jetzt Käthe-Kollwitz-Straße 70, im historisierenden neugotischen Stil – vermutlich nach Plänen von Oskar Mothes selbst – erbaute Villa hat der Architekt nach seiner Frau „Julburg“ genannt. Im Haus hatte Mothes sein Entwurfsbüro, im Erdgeschoss wohnten der Buchdruckereibesitzer und Verlagsbuchhändler Otto Dürr mit seiner Frau (eine Schwester von Oskar Mothes). Die Villa besitzt eine Gartenanlage im englischen Stil.
An dem Haus befinden sich folgende Inschriften:
Erbauet A. D. 1878 Baurath O. Mothes.
Gott schütze diesen Bau / Julburg wird er genant / zu Ehr’n der besten Frau / im ganzen Sachsenland.
Meyn Haus, steh fest, kehr dich nit dran, wenn dich auch tadelt manch eyn Mann.
Das auffällige Aussehen wurde durch stark voneinander abweichende Höhenstaffelung einzelner Baukörper erreicht. Es gibt einen großen Treppenturm mit überdachtem Holzumgang und einen kleinen runden Turm mit Kegeldach, der ebenfalls eine Treppenspindel enthält. Porphyrwerkstein bereichert die Putzfassade des vielgliedrigen Eckbaus. Im Inneren befinden sich unterschiedliche Stilzitate und eingebaute Spolien, so unter anderem bemalte Holzbalkendecken und Bleiglasfenster. Die Gartengrotte weist Ölschablonenmalerei auf. Die Ausstattungsteile im Stil der Neogotik und Neorenaissance haben sich fast vollständig erhalten. Im Keller befindet sich eine „Trinkhalle“ mit einem aus Abbrüchen von mittelalterlichen Dorfkirchen aus der Umgebung stammenden Säulen-Gewölbe.
Der zur Villa gehörige Pferdestall wurde 1908 ebenfalls in gotisierenden Formen erbaut.
In den Jahren 1993–1996 wurde das Gebäude restauriert. Es beherbergte 1977–2001 die Räumlichkeiten für den Studiengang Museologie (bis 1992 Institut für Museologie, bis 1988 Fachschule für Museologen) im Fachbereich Medien der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur. Zurzeit ist es wieder Wohnhaus und Sitz einer Anwaltskanzlei.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 542.
- Wolfgang Hocquél: Leipzig – Architektur von der Romanik bis zur Gegenwart. Passage-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 3-932900-54-5.
- Oscar Mothes: In welchem Stil sollen wir bauen? In: quelle-optimal.de. Abgerufen am 21. Februar 2026 (Original: Berlin 1878).
Weblinks
Koordinaten: 51° 20′ 5,2″ N, 12° 21′ 14,9″ O
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.