James Acaster

James William Acaster (* 9. Januar 1985 in Kettering, Vereinigtes Königreich) ist ein britischer Comedian, Podcaster, Musiker und Autor.
Kindheit
Acaster wuchs in einer liberalen christlichen Freikirche auf, ist aber inzwischen nicht mehr religiös.[1] In seiner Jugend war er Schlagzeuger in mehreren Bands und verließ dafür mit 17 die Schule.[2][3] Diese coverten hauptsächlich Grunge– und Metalbands.[4] Nachdem diese Projekte endeten, hatte er keine berufliche Qualifikation als Rückhalt und begann 2008 als „Lückenfüller“ auf Comedyveranstaltungen aufzutreten.[5]
Karriere
Acaster gelang es als erstem Comedian beim Edinburgh Festival Fringe in fünf aufeinanderfolgenden Jahren (2012–16) für die beste Comedyshow nominiert zu werden.[6] Dennoch konnte er den Preis noch nicht gewinnen (Stand 2026). In dieser Zeit begann er in britischen Panel-Shows wie beispielsweise Never Mind the Buzzcocks oder der Russell Howard’s Good News aufzutreten.[7] An der Comedy-Nachrichtensendung Mock the Week nahm er zwischen 2014 und 2022 insgesamt 30 mal teil.[8] Seine erste Tourneeerfahrungen sammelte er als Begleitung von Josie Long und Milton Jones.[9]
2017 tourte er mit einer von ihm Trelogy genannten drei Touren gleichzeitig. Er spielte dafür an jedem Ort an drei Nächten hintereinander mit jeweils anderem Programm. Diese drei Touren, Recognise, Represent und Reset, wurden zusammen mit dem vierten Teil Recap ein Jahr später als Netflix-Special herausgegeben. Dadurch wurde er zum ersten britischen Comedian, der mehr als eine Folge für ein Netflix-Special produziert hat.[6] Gleichzeitig endete 2017 seine Beziehung zu Rose Matafeo, trennte sich sein Agent von ihm und parallel dazu verschlimmerten sich seine mentale Gesundheit. Als Ausgleich zu alledem entschloss er sich, „alle“ im Jahr zuvor erschienen Musikalben zu hören. Dieses Projekt beendete er nach über 600 gehörten Alben.[4] Anschließend beschrieb er 2016 als das beste Jahr in der Musikgeschichte und verfasste das Buch Perfect Sound Whatever, dessen Titel von einem Song des amerikanischen Sängers Jeff Rosenstock inspiriert ist.[10]
2018 nahm er an der siebten Staffel der Unterhaltungssendung Taskmaster teil und belegte dort den vorletzten Platz. Dennoch äußerte er sich positiv über die Sendung, von der er bereits vorher ein großer Fan gewesen sei.[11] Seit demselben Jahr moderiert er zusammen mit Ed Gamble den Podcast Off Menu with Ed Gamble and James Acaster. Dort können eingeladene, prominente Gäste ihr Traummenü zusammenstellen und Erinnerungen und Anekdoten zu den von ihnen ausgewählten Speisen und Getränken erzählen. Stand Juli 2026 umfasst der Podcast 349 Folgen und wurde über 120 Millionen Mal heruntergeladen.[12] Seit Juli 2025 gibt es zudem einen Youtubekanal, auf dem Videoclips einzelner Episoden hochgeladen werden.[13]
2019 tourte er mit Cold Lasagne Hate Myself 1999 international. An einer Stelle des Programmes äußerte er sich kritisch gegenüber Ricky Gervais, da Acaster ein Witz über Transpersonen missfallen hatte. Diese namentliche Nennung bereut er heute, da daraus vor allem Clickbait resultierte, der Gervais und besagtem Witz nur noch mehr Aufmerksamkeit brachte.[14] Abseits dieser Stelle handelte es sich um Acasters bis dahin persönlichstes Programm, weswegen ihn Zwischenrufer aus dem Publikum (original: „Hecklers“) besonders störten. In der Folge äußerte er sich öffentlich dazu, seine Karriere womöglich zu beenden, entschied sich aber trotz der COVID-19-Pandemie dagegen.[9] Allerdings benutzt er seit 2019 keine Soziale Medien mehr und verfasste passend dazu das Buch James Acaster's Guide to Quitting Social Media, das 2023 bislang nur auf Englisch erschien.[9] Ein Auftritt Acasters beim Great British Bake Off aus dem Jahr 2019, in dem er ein schlechtes Resultat mit den Worten „Started making it. Had a breakdown. Bon appétit.“ servierte, ging dennoch viral.[15] Er hatte zum Zeitpunkt der Aufnahme seit 36 Stunden nicht geschlafen und litt unter Jetlag.[16]
Seit 2021 hatte er mehrere Auftritte in der Late Night with Seth Meyers, wodurch er auch einem amerikanischen Publikum bekannt wurde.[8] 2023 erschien das Musikalbum Party Gator Purgatory des Kollektives Temp, dem James Acaster federführend war. Die Idee entstand während des Lockdowns, als er aus kurz zuvor aufgenommenen Schlagzeugtracks ein Album produzieren wollte. Dazu schrieb er andere Musiker an, die den Gesang ergänzten.[2]
In seiner 2024 gestarteten Tour Hecklers Welcome thematisierte er seine Beziehung zu Stand-up, da er auf früheren Touren häufig den Punkt der Erschöpfung erreichte, aber auf der Bühne dennoch bei Störungen aus dem Publikum die Contenance bewahren musste und ihm dies häufig misslang.[14] Zuvor hatte er laut eigener Aussage ab 2008 jedes Jahr die Mehrheit der Nächte auf Bühnen verbracht und erst durch den Ausfall von Shows während der COVID-19-Pandemie gemerkt, welche Anstrengung das für seine Gesundheit dargestellt hatte. 2026 tourte er mit dem Programm durch die Vereinigten Staaten und Kanada.[17]
2024 spielte er Dr. Lars Pinfield in Ghostbusters: Frozen Empire.[8]
Privates
Acaster war in einer Beziehung mit der Schauspielerin Louise Ford, mit der er auch zusammenlebte. Diese verließ ihn jedoch 2015 für Rowan Atkinson, was Acaster gelegentlich auf der Bühne aufgreift.[18] Anschließend war er bis 2017 in einer Beziehung mit der neuseeländischen Komikerin Rose Matafeo.[19]
Acaster lebt in London.[9]
Filmografie (Auswahl)
- 2011: Russell Howard’s Good News
- 2013–22: Never Mind the Buzzcocks (3 Folgen)
- 2014–22: Mock the Week (Comedy-Nachrichtensendung, 30 Folgen)
- 2014–16: Sweet Home Ketteringa (Moderator, 13 Folgen)
- 2017–22: The Last Leg (Fernsehserie, 7 Folgen)
- 2018: Taskmaster (Unterhaltungssendung, 7. Staffel)
- 2019: The Great British Bake Off (Kochsendung)
- 2021–26: Late Night with Seth Meyers (6 Folgen)
- 2024: Ghostbusters: Frozen Empire
- 2024: James Acaster: Hecklers Welcome (Fernsehspecial)
Bibliografie
- James Acaster's Classic Scrapes. KNV Besorgung, London 2018, ISBN 978-1-4722-4719-3. (Derzeit nicht auf Deutsch erschienen.)
- James Acaster's Guide to Quitting Social Media. Headline, London 2023, ISBN 978-1-4722-8857-8. (Derzeit nicht auf Deutsch erschienen.)
- Perfect Sound Whatever. Headline, London 2018, ISBN 978-1-4722-6032-1. (Derzeit nicht auf Deutsch erschienen.)
Auszeichnungen
| Jahr | Preis | Kategorie | Show | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | Chortle Awards | Beste Show | Recognise | Gewonnen |
| 2015 | Chortle Awards | Breakthrough Act | - | Gewonnen |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Sarah Carson: James Acaster: ‘People think they know me. But I’m clearly doing a persona’. In: inews.co.uk. 3. Dezember 2022, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ a b Rachel Aroesti: Comic James Acaster on his plunge into experimental music: ‘I don’t know what I’m doing – but I see that as a strength’. In: theguardian.com. 15. März 2023, abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ James Acaster. In: greenbelt.org.uk. Abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ a b Stuart Stubbs: A year of magical listening with James Acaster. In: loudandquiet.com. 7. September 2020, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Craig Angtus: James Acaster interview: Stolen Props & Nominations. In: theskinny.co.uk. 18. November 2015, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ a b biography. In: jamesacaster.com. Abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Kevin McGough: Interview: James Acaster. In: thefixmagazine.com. 14. Oktober 2014, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ a b c James Acaster. In: IMdb. Abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ a b c d Isobel Lewis: James Acaster: ‘All my stand-up was in this exaggerated persona – I’m more myself now’. In: independent.co.uk. 20. August 2022, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Hannah J. Davies: James Acaster: ‘Adulthood is still a bit daunting’. In: theguardian.com. 24. August 2029, abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Bruce Dessau: Interview: James Acaster On His Taskmaster Experience. In: beyondthejoke.co.uk. 29. August 2018, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ James Acaster and Ed Gamble announce Off Menu live tour. In: British Comedy Guide. 12. April 2023, abgerufen am 30. Januar 2025 (englisch).
- ↑ Welcome to Off Menu with Ed Gamble and James Acaster. In: youtube.com. Off Menu with Ed Gamble and James Acaster, 8. Juli 2025, abgerufen am 21. Juli 2025 (englisch).
- ↑ a b Killian Faith-Kelly: How James Acaster remade his stand-up career with Hecklers Welcome. In: gq-magazine.co.uk. 18. Dezember 2024, abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Hershal Pandya: The Comedian vs. the Crowd. In: vulture.com. 22. November 2024, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ James Acaster: The Start Of James Acaster's Bake Off Story – COLD LASAGNE HATE MYSELF 1999. In: Youtube.com. 19. November 2021, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Sara de Waard: James Acaster almost quit comedy because of his audience. In: cbc.ca. 29. Januar 2026, abgerufen am 2. August 2026 (englisch).
- ↑ Lisa McLoughlin: James Acaster on his ex leaving him for Rowan Atkinson: 'No one else has ever been left for Mr Bean'. In: The Standard. 27. März 2025, abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Elle Hunt: Rose Matafeo: ‘Having a kid is the death of a certain kind of life’. In: theguardian.com. 23. Januar 2021, abgerufen am 27. Juli 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Acaster, James |
| ALTERNATIVNAMEN | Acaster, James William (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Komiker, Podcaster und Musiker und Autor |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1985 |
| GEBURTSORT | Kettering, Vereinigtes Königreich |
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