Indio Solari

Indio Solari (2011)

Indio Solari (* 17. Januar 1949 in Paraná, Entre Ríos; † 5. Juni 2026 in Parque Leloir, Ituzaingó; bürgerlich Carlos Alberto Solari) war ein argentinischer Sänger und Komponist, der zu den bedeutendsten Vertretern des argentinischen Rock Nacional zählte.[1] Er war Mitbegründer und Sänger von Patricio Rey y sus Redonditos de Ricota; nach deren Ende setzte er seine Karriere mit Los Fundamentalistas del Aire Acondicionado fort.[2]

Leben

Carlos Alberto Solari wurde Anfang 1949 in Paraná in der Provinz Entre Ríos geboren und seine Familie zog kurz nach der Geburt mit ihm nach La Plata.[1] In La Plata wuchs er auf, besuchte mit 19 Jahren ein Institut für Schöne Künste und wurde nach einem Jahr von der Einrichtung verwiesen.[1] Im Jahr 2015 machte Solari eine schwere Erkrankung öffentlich; am 12. März 2016 sagte er bei einem Konzert in Tandil, dass es sich um Parkinson handele.[3] Sein letztes Live-Konzert gab er 2017 in Olavarría; danach konzentrierte er sich auf Studioarbeit, Bücher und virtuelle Auftritte.[1]

Indio Solari starb Anfang Juni 2026 in seinem Haus in Parque Leloir bei Ituzaingó. Die Autopsie ergab eine Hirnblutung als Todesursache und schloss Ertrinken aus.[3] Die öffentliche Abschiednahme im Microestadio Gatica in Villa Domínico zog eine kilometerlange Menschenmenge an, deren Schlange zeitweise bis zum Puente Pueyrredón reichte.[4]

Wirken

Solari formierte in La Plata zusammen mit anderen Patricio Rey y sus Redonditos de Ricota, deren genaue Entstehung um den Militärputsch von 1976 verortet wird.[1] Die frühen Auftritte der Gruppe waren eine Mischung aus Rockkonzert, Happening und Underground-Ästhetik; ihre offizielle Diskografie begann 1985.[5] Mit rätselhaften Texten, politisch aufladbarer Bildsprache und künstlerischer Unabhängigkeit wurde Solari für mehrere Generationen argentinischer Hörer zu einer Gegenkulturfigur.[6] Nach der Auflösung von Los Redondos im Jahr 2001 veröffentlichte er mit Los Fundamentalistas del Aire Acondicionado fünf Alben, von El tesoro de los inocentes (2004) bis El ruiseñor, el amor y la muerte (2018).[2] Seine Konzerte wurden von seiner Anhängerschaft als „misas ricoteras“ bezeichnet und mobilisierten regelmäßig Menschenmengen, die weit über gewöhnliche Rockkonzerte hinausgingen.[7] Der Auftritt in Olavarría im Jahr 2017 wurde zu einem tragischen Einschnitt: Mehr als 250.000 Fans kamen zu dem Konzert, zwei Menschen starben in einer gefährlichen Verdichtung der Menge, und Solari unterbrach das Konzert mehrfach, um Hilfe für gestürzte Fans zu verlangen.[8] Im Mai 2026 verlieh die Universität Buenos Aires Solari den Ehrendoktor und begründete die Auszeichnung mit der Originalität seines Werks, seinem Beitrag zur Kultur und seinem Einfluss auf kollektive Sinnbildung in Argentinien.[9]

Commons: Indio Solari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e Jürgen Vogt: Argentinische Rocklegende: Indio Solari ist im Alter von 77 Jahren gestorben. In: taz.de. 7. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026.
  2. a b Javier Lorca: Muere el ‘Indio’ Solari, una de las últimas leyendas del rock argentino. In: El País. 5. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026 (spanisch).
  3. a b Murió el Indio Solari, líder de los Redonditos de Ricota, a los 77 años. In: La Nación. 6. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026 (spanisch).
  4. Así se vivió la impactante despedida al Indio Solari en Villa Domínico desde el Drone de Infobae. In: Infobae. 7. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026 (spanisch).
  5. Indio Solari: los comienzos de Los Redondos y la intensa etapa en el under. In: La Nación. 6. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026 (spanisch).
  6. Carlos ‘Indio’ Solari, a legend of Argentina’s rock scene, dies at 77. In: AP News. 5. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026 (englisch).
  7. El Indio Solari cumple años y lo llenaron de saludos. In: Clarín. 17. Januar 2022, abgerufen am 8. Juni 2026 (spanisch).
  8. Argentina Solari rock concert crush leaves two dead. In: BBC News. 12. März 2017, abgerufen am 8. Juni 2026 (englisch).
  9. El Indio Solari fue declarado Doctor Honoris Causa de la UBA y el acto académico terminó en fiesta ricotera. In: La Nación. 15. Mai 2026, abgerufen am 8. Juni 2026 (spanisch).

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