Ignaz Moser

Ignaz Moser Ritter von Moosbruch[1] (* 31. Juli 1821 in Hammern, Markgemeinde Leopoldschlag, Oberösterreich; † 17. März 1886 in Wien) war ein österreichischer Agrochemiker.
Leben
Nach Besuch der Hauptschule in Freistadt und Budweis besuchte Moser das Lyzeum in Linz und studierte von 1840 bis 1844 in Wien Recht. Nach dem Abschluss des Jura-Studiums fing er an Naturwissenschaften zu studieren, insbesondere Chemie unter Leopold Schrötter von Kristelli am k.k. Polytechnischen Institut, aber auch Geologie, Mineralogie und Physik an der Universität. Zum 1. Mai 1847 wurde er Assistent am »Chemischen Laboratorium« des Polytechnikums. Noch als solcher stellte er der Österreichischen Akademie der Wissenschaften seine Arbeit Über Clark's Methode die Härte des Wassers durch eine titrierte Seifenlösung zu bestimmen vor.[2] 3 Jahre später, zum 4. Mai 1850, fing er als Chemiker am »chemisch-agronomischen Laboratorium« der Reichsanstalt für Geologie in Wien an, das zu der Zeit von Wilhelm von Haidinger geleitet wurde.
Einer der ersten Aufträge in seiner neuen Tätigkeit führte ihn in die Gegend von Debrecen zur Erkundung des Salpetergehaltes der Böden im Auftrag des Kriegsministeriums. Wohl weil er sich dort bewährt hatte und von der unbesetzten Stelle hörte, wurde er schon im September 1850 provisorischer, ein Jahr später vollwertig im Amt bestätigter Dozent der Agrikulturchemie und landwirtschaftlichen Technologie an der k.k. höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt von Ungarisch-Altenburg. Wiederum 1 Jahr später, zum 8. September 1852, heiratete er Marie von Zimmermann, die Tochter des Leiters des Güterverkehrs der Erzherzog Albrecht-Bahn von Zimmermann, mit der er einen Sohn und vier Töchter haben sollte.
1854 machte er sich mit chemischen Laboratorien in verschiedenen deutschen Ländern vertraut.
1869 sollte in Wien, dem Vorbild diverser ähnlicher Institute in deutschen Ländern folgend, eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt erreichtet werden. Zum 2. August wurde Moser zum provisorischen Leiter dieser Anstalt berufen. Die Versuchsanstalt befand sich im k. k. Militärarznei-Institut.
Moser war Vizepräsident der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft.
1880 wurde Moser in den Adelstand Ritter von Moosbruch erhoben.
Schaffen
Während seiner Tätigkeit an der landwirtschaftlichen Lehranstalt und für den Unterricht an solchen verfasste Moser verschiedene Lehrbücher wie Grundzüge der Agricultur-Chemie oder das Compendium der chemischen Technologie der landwirthschaftl. Hilfs- und Nebengewerbe ….
Zudem ist er als Autor von Fachstudien in verschiedenen österreichischen und deutschen landwirtschaftlichen Fachzeitschriften bekannt. Zu den größten Studien zählt der über Fütterungsversuche an Schafen.
Werke
- Leitfaden zur Qualitativen und Quantitativen Agricultur-Chemischen Analyse. Braumüller, Wien 1855 Digitalisat ÖNB Wien
- Grundzüge der Agricultur-Chemie. Braumüller, Wien 1857 Digitalisat ÖNB Wien
- Compendium der chemischen Technologie der landwirthschaftl. Hilfs- und Nebengewerbe ... Alexander Czeh, Ungarisch-Altenburg 1860 Digitalisat ÖNB Wien
- Lehrbuch der Chemie für Land- und Forstwirthe. Braumüller, Wien 1870 Digitalisat ÖNB Wien
- Braun- und Sauerfutter aus Grünmais. in: »Allgemeine land- und forstwirthschaftliche Zeitung« 1866, S. 855–857 Digitalisat
- Über die chemischen Bestandteile der Ölkuchen aus Maiskeimen. in: »Allgemeine land- und forstwirthschaftliche Zeitung« 1867, S. 490 [ Digitalisat]
- Über die näheren Bestandteile des Grünbuchweizens. in: »Allgemeine land- und forstwirthschaftliche Zeitung« 1867, S. 527–528 Digitalisat
- Über die näheren Bestandteile von Grünmais. in: »Allgemeine land- und forstwirthschaftliche Zeitung« 1867, S. 572–574 Digitalisat
- zus. mit Leopold Lenz: Über die Fütterungsversuche an Schafen an der landwirtschaftlichen Lehranstalt zu Ungarisch-Altenburg. in: »Allgemeine land- und forstwirthschaftliche Zeitung« 1867, S. 994–1010 Digitalisat
Literatur
- Nekrolog in »Die Landwirthschaftlichen Versuchs-Stationen« 33.1886, S. 417–423 (mit Bild) Digitalisat
- größtenteils identisch mit
- Nekrolog von Friedrich Strohmer in der »Wiener landwirtschaftlichen Zeitung« 1886, S. 226–227 (mit Bild wie oben) Digitalisat ANNO ÖNB Wien
- »Chemiker-Zeitung« 10.1886, S. 1619 (kurze Notiz) Digitalisat
- Notiz in: »Allgemeine österreichische Chemiker- und Techniker-Zeitung« 4.1886, S. 215 Digitalisat
Quellen
- Die Fakten beruhen auf Nekrolog in »Die Landwirthschaftlichen Versuchs-Stationen« 33.1886, S. 417–423 (mit Bild) Digitalisat
Einzelnachweise
- ↑ Die Schreibung Mossbruch nach Österreichischem Biographischem Lexikon scheint falsch zu sein. Auf genealogischen Plattformen und in allen unter Literatur aufgelisteten Würdigungen aus Anlass seines Todes findet sich nur die Schreibung von Moosbruch, ebenso im Nekrolog in der Zeitschrift »Die Landwirthschaftlichen Versuchs-Stationen«, Band 33.1886, S. 417–423.
- ↑ Sitzungsberichte der K.K. Akademie der Wissenschaften - Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe 1850, April, S. 484-500
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moser, Ignaz |
| ALTERNATIVNAMEN | Moser Ritter von Moosbruch, Ignaz (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Agrochemiker |
| GEBURTSDATUM | 31. Juli 1821 |
| GEBURTSORT | Hammern, Markgemeinde Leopoldschlag, Oberösterreich |
| STERBEDATUM | 17. März 1886 |
| STERBEORT | Wien |
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