Handstein

Proustit-Handstein auf einem Holzsockel
Wertvoller Handstein, verziert mit z. T. vergoldetem Silber, gefertigt um 1740 in Banská Bystrica (Slowakei); ausgestellt im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Ein Handstein (von Hand-Gestein), nicht zu verwechseln mit Handstück, ist ein Begriff aus der Mineralogie und bezeichnete ursprünglich eine besonders schön kristallisierte Mineral- oder Erzstufe, welche der Bergmann wegen seiner handlichen Größe als Betrachtungsobjekt ans Tageslicht mitbringen konnte, wie beispielsweise ein Stück aus „Rotgültigerz“ (Proustit oder Pyrargyrit).

In der Folge wird der Begriff Handstein für künstlerisch bearbeitete Erzstufen verwendet, die auf versilberten oder vergoldeten Sockeln befestigt wurden. Dargestellt werden Bergwerkszenen auch unter Einbindung religiöser Symbole.

Die im 16. Jahrhundert in der Zeit der Spätrenaissance und besonders im Manierismus entstandenen Handsteine vereinen Natur und Kunst und es entstehen bizarre und aus kostbaren Mineralien und Kristallen gefertigte Anschauungsstücke. Diese wurden von wohlhabenden Bürgern oder Fürsten gesammelt und in deren Kunst- und Wunderkammern ausgestellt. Erwiesener Herstellungsort ist St. Joachimsthal in Tschechien mit Concz Welcz (er arbeitete nach 1520) und Caspar Ulich, der dort im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts Handsteine fertigte.

Im 18. Jahrhundert erlebte die Handsteinfertigung eine Wiederbelebung, die sich durch die Verwendung stets vieler und verschiedene Materialien auszeichnete. Die Handsteine wurden unter anderem als Tafelaufsatz verwendet und stellen nach wie vor damaliges Bergbauwesen und Bergbautechnik dar. Bekannt sind Handsteine aus Herrengrund in der Slowakei aus der Zeit um 1730.

Anhand von Analysen der verwendeten Mineralien konnten Handsteine aus dem 18. Jh. ihren Entstehungsorten zugeordnet werden, vor allem sind dies Gebiete in Tschechien um Příbram und um Kremnitz, Banská Bystrica, Banská Štiavnica und Neusohl in der heutigen Slowakei. Das Füll- oder Klebematerial zwischen den Mineralien wurde ebenfalls untersucht und ergab Baumharz[1].

Commons: Handsteine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Handstein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Barbara Balážová: Von den „Naturalia“ zum „Theatrum Machinarum“. Barocke Handsteine aus den mittelslowakischen Bergbaustädten. In: Opuscula historiae Artium, Jg. 66, Num. 1, 2017, S. 10–43

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.