Gunneby

Gunneby
Gemeinde Ulsnis
Koordinaten: 54° 35′ N, 9° 47′ OKoordinaten: 54° 35′ 4″ N, 9° 46′ 58″ O
Höhe: 4 m ü. NHN
Einwohner: 94 (1987)[1]
Eingemeindung: 1. Februar 1974
Eingemeindet nach: Kius
Gunneby (Schleswig-Holstein)
Gunneby (Schleswig-Holstein)
Lage von Gunneby in Schleswig-Holstein

Gunneby (dänisch: Gundeby) ist ein kleiner Ortsteil von Ulsnis im schleswig-holsteinischen Kreis Schleswig-Flensburg.

Geographie

Der Ort liegt nördlich des Gunnebyer und Linauer Noors an der Schlei, in einer glazialen Rinne. Die Einbuchtung des südlichen Lindauer Noores an der Halbinsel Kleines Nis (Lille Næs, etwa: kleine Nase/Landvorsprung) wird von Feuchtgrünland gesäumt. In westlicher Richtung liegt Schleswig. Im Osten befindet sich Kappeln. 35 km nördlich liegt Flensburg und die Grenze zu Dänemark. Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt und Tourismus ist die Haupteinnahmequelle. Die Flächen nahe der Schlei heißen Dallacker (dän. Dalager).

Geschichte

Gundeby wurde erstmals 1352 schriftlich genannt. Der Ortsname verweist auf den nordischen Personennamen Gunnar (Gunne)[2][3].

Gunneby gehörte nach 1527 zum Gut Dänisch Lindau (Lindå), das heute zur Gemeinde Boren gehört. Am 1. Mai 1784 wurde im Ort die Leibeigenschaft gegenüber dem Gut Lindau aufgehoben und der Ort kam (wieder) zur Schliesharde (Slis Herred). Durch die Vermessung und Verteilung des Grundbesitzes im Jahre zuvor entstanden hier fünf Voll-Hufner-Stellen und zwölf Kätner-Stellen. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg kam der Ort 1871 zur Gemeinde Kius im damaligen Kreis Schleswig. Mit der Eingemeindung von Kius in die Gemeinde Ulsnis am 1. Februar 1974 kam Gunneby zur Gemeinde Ulsnis.[4]

Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen aus den von Deutschen besetzten Gebieten war in den Jahren des Zweiten Weltkriegs in vielen Orten in Deutschland der Normalfall. So befanden sich auch mehr als 120 Zwangsarbeiter im Einsatz in der Landwirtschaft im Bereich der Gemeinde Ulsnis, vorwiegend polnischer und sowjetischer Herkunft. Diese waren zunächst in drei Lagern in den Dörfern Ulsnis, Kius und Gunneby untergebracht. Später wurde von den NS-Behörden zugelassen, dass die Zwangsarbeiter auch direkt auf den Hofstellen einquartiert werden konnten.

Nachdem Gemeinde und Kirche jede Beteiligung hinsichtlich des Gedenkens an die Zwangsarbeiter abgelehnt hatten, wurde am 2. September 2000 auf Privatinitiative der Bewohner des Hauses Schleidörferstraße 29 für das Dorf Ulsnis im Rahmen eines Festaktes zum Gedenken an die Zwangsarbeiter eine Tafel am Haus angebracht.[5]

Der dänische Journalist und Politiker Gustav Johannsen (1840–1901) und der schleswigscher Maler Heinrich Hinrichsen (1832–1925) waren gebürtig aus Gunneby.[6]

Einzelnachweise

  1. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF; 10,5 MB) Abgerufen im August 2025.
  2. Johannes Kok: Det Danske folkesprog i Sønderjylland, Bd. 2, København 1867, S. 157
  3. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, Bd. 2, Neumünster 1992, S. 296
  4. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 1, Husum 1994, S. 289
  5. Geschichte des Ortsteils auf der Webseite von Gunneby. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. Februar 2015; abgerufen am 8. Juli 2018.
  6. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 1, Husum 1994, S. 289

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