Gary Doherty

Gary Doherty
Gary Doherty (2008)
Personalia
Voller Name Gary Michael Thomas Doherty
Geburtstag 31. Januar 1980
Geburtsort CarndonaghIrland
Größe 188 cm
Position Innenverteidiger, Stürmer
Junioren
Jahre Station
Luton Town
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1997–2000 Luton Town 70 (12)
2000–2004 Tottenham Hotspur 64 0(4)
2004–2010 Norwich City 202 (12)
2010–2012 Charlton Athletic 41 0(0)
2012 → Wycombe Wanderers (Leihe) 13 0(1)
2012–2014 Wycombe Wanderers 43 0(2)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2000–2005 Irland 34 0(4)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Gary Michael Thomas Doherty (* 31. Januar 1980 in Carndonagh) ist ein ehemaliger irischer Fußballspieler. Als Innenverteidiger, der auch als Mittelstürmer eingesetzt werden konnte, war er vor allem für seine Zeit bei Luton Town, Tottenham Hotspur und Norwich City bekannt. Dazu absolvierte er 34 Länderspiele für die irische A-Nationalmannschaft.

Sportlicher Werdegang

Über Luton nach Tottenham

Gary Doherty wurde im äußersten Norden Irlands im County Donegal geboren. Die Lebensumstände führten die Familie schnell nach England, als sie im Jahr 1986 nach Luton auswanderte, dort Teil einer größeren irischen Gemeinschaft wurde und der Vater seinem Beruf als Zimmermann nachgehen konnte. Der Sprössling kam ebenso früh mit dem Fußballsport in Berührung und mit etwa elf Jahren schloss sich Doherty der Jugendakademie von Luton Town an. Er durchlief die verschiedenen Altersklassen und war Teil des Nachwuchsteams, das im Jahr 1997 das Halbfinale im FA Youth Cup erreichte. Dabei zeigte er vor allem Stärken mit seiner Physis und war gleichsam prädestiniert für Abwehrarbeiten als Innenverteidiger und als torgefährlicher Mittelstürmer.[1] Am 2. September 1997 gab er für den Drittligisten sein Profidebüt, als er bei einer 0:2-Heimniederlage gegen den FC Millwall eingewechselt wurde. Ursprünglich als Angreifer eingesetzt, gelang es Doherty im Laufe der Zeit besser in einer Defensivrolle, dabei vorwiegend als Innenverteidiger, Fuß zu fassen. Bis März 2000 bestritt er wettbewerbsübergreifend 83 Spiele und erzielte 15 Tore. Dabei markierte insbesondere die Saison 1999/2000 seinen sportlichen Durchbruch, als er noch vor Ende der Spielzeit bis März 2000 insgesamt 48 Pflichtpartien absolviert hatte und dann für eine Million Pfund in die Premier League zu Tottenham Hotspur wechselte. Verpflichtet wurde er von David Pleat, der mehrere Jahre in Luton als Spieler und Trainer agiert hatte.

Bei den „Spurs“ erhielt Doherty einen langfristigen Vertrag und feierte am 6. Mai 2000 sein Debüt ausgerechnet im Old Trafford gegen Manchester United (1:3). In der folgenden Saison 2000/01 kam er immerhin bereits auf 27 Pflichtspiele für Tottenham, wobei ihm sein erstes Premier-League-Tor am 2. Januar 2001 gegen Newcastle United (4:2) gelang. Vier Tage später erzielte er im FA Cup gegen Leyton Orient den späten 1:0-Siegtreffer. Im folgenden Halbfinale gegen den Erzrivalen Arsenal besorgte er den frühen Führungstreffer, den Patrick Vieira und Robert Pires in eine 1:2-Niederlage drehten. Auch ein Doppelpack gegen den AFC Sunderland verhinderte eine weitere Pleite mit 2:3 nicht. Die anschließende Saison 2001/02 begann bitter für Doherty, als er sich im Ligapokal gegen Torquay United nach einem Zweikampf mit Eifion Williams ein Bein brach und es ihm danach schwerfiel, wieder in die Mannschaft zurückzukehren. Eine etwas stabilere Phase erreichte er erst wieder in der Saison 2003/04 nach der Jahreswende und dies sorgte sogar dafür, dass er im März 2004 einen neuen Vertrag mit unbekannter Laufzeit unterschrieb.[2] Kurz nach Beginn der anschließenden Saison 2004/05 entschieden sich die neuen sportlichen Verantwortlichen aus Sportdirektor Frank Arnesen und Trainer Jacques Santini dessen ungeachtet dazu, Doherty an den Erstligaaufsteiger Norwich City zu verkaufen.

Norwich City und Karriereausklang

Als Neuzugang bei den „Canaries“ begann Doherty vielversprechend und eroberte sich einen Stammplatz in der Abwehrmitte, bevor ihn ab Februar 2005 sukzessive Jason Shackell ersetzte und zu allem Überfluss stieg Norwich wieder in die zweite Liga ab. Obwohl sein Verein in der anschließenden Zweitliga-Spielzeit 2005/06 die ersehnte Rückkehr in die Premier League verpasste, hatte sich Doherty wieder in den Vordergrund gespielt und wurde vereinsintern zum besten Spieler ausgezeichnet. Wenngleich er auch in den folgenden vier Zweitligajahren als Konstante in Norwichs Abwehrformation Publikumsliebling war – sein Spitzname war aufgrund seiner roten Haare „Ginger Pelé“ – spielte die Mannschaft keine Rolle mehr im Aufstiegskampf und fiel in der Tabelle sukzessive zurück. Tiefpunkt war die Saison 2008/09. Bereits in der Vorbereitung hatte sich Doherty am Knöchel verletzt und musste die ersten drei Monate pausieren. Letztlich stieg der Klub in die dritte Liga ab und obwohl ihn Trainer Bryan Gunn vor Beginn der Drittliga-Saison 2009/10 zum Kapitän befördert hatte, sortierte ihn Gunns Nachfolger Paul Lambert aus und eröffnete ihm, keine Zukunft mehr im Verein zu haben. Zahlreiche Verletzungsprobleme sorgten schnell für sein Comeback und an der Seite von Abwehrkollegen wie Michael Nelson und Jens Berthel Askou gewann Norwich nicht nur die Zweitligamannschaft. Dazu wurde Doherty in die Mannschaft des Jahres (PFA Team of the Year) berufen. Nach seiner Freigabe im Mai 2010 befand sich Doherty in Verhandlungen mit den New York Red Bulls in der nordamerikanischen Major League Soccer, aber nach dem Scheitern der Gespräche blieb er vorzeitig noch in England und heuerte ablösefrei per Zweijahresvertrag beim Drittligisten Charlton Athletic an.[3]

Unter Charltons Trainer Phil Parkinson etablierte sich der mittlerweile 30-jährige Doherty in der Saison 2010/11 schnell als wichtige Stütze der Abwehr und bestritt insgesamt 46 Pflichtspiele. In seinem zweiten Jahr Saison 2011/12 sank seine Einsatzzeit jedoch drastisch aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme und war daher nur marginal daran beteiligt, dass die „Addicks“ als Drittligameister in die zweite Liga zurückkehrten. Im Mai 2012 gehörte Doherty zu den fünf Spielern, deren Verträge bei Charlton nicht verlängert wurden. Er wechselte daraufhin fix zum Viertligaverein Wycombe Wanderers, nachdem er zuvor dort bereits ab Februar 2012 leihweise ausgeholfen, den Abstieg aber nicht hatte verhindern können. Trainer Gary Waddock macht Doherty gar zum Mannschaftskapitän, der jüngeren Spielern mit seiner Erfahrung half. Seine Zeit in Wycombe endete im Dezember 2014 – bedingt durch eine chronische Knieverletzung, die er sich während der Saisonvorbereitung zugezogen hatte.[4][5][6]

Irische Nationalmannschaft

Dohertys Karriere als irischer Jugendnationalspieler begann 1997 in der U-18-Auswahl, als er unter Trainer Brian Kerr Teil des Kaders für die U-18-Europameisterschaft in Island war. Dort belegte das Team in der Gruppenphase den zweiten Rang hinter Frankreich und verlor das Spiel um den dritten Platz mit 1:2 gegen Spanien. Beim zweiten Anlauf im darauffolgenden Jahr war Irland bei der U-18-Europameisterschaft in Zypern mit Doherty im Kader siegreich, wobei dieser in der Finalelf fehlte, die gegen Deutschland im Elfmeterschießen gewann. Bekannte spätere A-Nationalspieler waren beispielsweise Richard Dunne und Robbie Keane.

Doherty gab sein Debüt in der irischen A-Nationalmannschaft am 26. April 2000, als er bei einer 0:1-Heimniederlage in einem Freundschaftsspiel gegen Griechenland eingewechselt wurde. In den folgenden Jahren wechselte er als anfänglicher Stürmer in eine defensivere Rolle und absolvierte unter Trainer Mick McCarthy fünf Qualifikationsspiele für die WM-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea. Verletzungsbedingt fehlte er jedoch nicht nur in der entscheidenden Phase, als sich Irland gegen den Iran in den Playoffs durchsetzte, sondern zu seiner Enttäuschung auch bei der Endrunde selbst. Gleich sieben von acht Qualifikationsspiele für die Euro 2004 in Portugal bestritt Doherty danach, aber hinter der Schweiz und Russland verpasste Irland das Endrundenturnier. Ebenso knapp ging es in der Qualifikation für die WM-Endrunde 2006 in Deutschland zu, als Irland am letzten Spieltag gegen die Schweiz nur einen Sieg benötigte. Beim 0:0 wurde Doherty als zweikampfstarker Angreifer eingewechselt; der ersehnte Treffer fiel jedoch nicht.[7] Dieses 43. Länderspiel am 12. Oktober 2005 war Doherty letztes. Insgesamt hatte er dabei vier Tore geschossen.

Nach der aktiven Laufbahn

Während seiner letzten aktiven Profijahre erwarb Doherty Trainerlizenzen und leitete vereinzelt Trainingseinheiten. Nach seinem Karriereende im Alter von rund 35 Jahren verfolgte er das Ziel, in die USA auszuwandern und dort als Trainer zu arbeiten. Nach einem langwierigen Visumsprozess baute er zunächst in Boston und später auch in Chicago seine Trainertätigkeit auf. Dazu gründete er mit seinem irischen Landsmann Brendan Keyes ein Fußballcamp in Texas.[8]

Titel/Auszeichnungen

  • Gary Doherty in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
  • Gary Doherty in der Datenbank von National-Football-Teams.com (englisch)
  • Gary Doherty in der Datenbank von weltfussball.de

Einzelnachweise

  1. Doherty still back to front on his future (Irish Independent)
  2. New deal for Doherty (BBC Sport)
  3. Gary Doherty (Flown from the Nest)
  4. Gary Doherty: Ex-Norwich City defender forced to retire by injury (BBC Sport)
  5. Former Tottenham Hotspur man Gary Doherty is 'one of the best professionals' Wycombe Wanderers manager Gareth Ainsworth has worked with (Bucks Free Press)
  6. Gary DOHERTY - Norwich City FC - League Appearances. (Sporting Heroes)
  7. Rep of Ireland 0-0 Switzerland (BBC Sport)
  8. GARY DOHERTY & BRENDAN KEYES INTERVIEW (Youtube)

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