Fuchsweber

Fuchsweber

Fuchsweber (Ploceus castaneofuscus), Männchen in Ghana

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Unterfamilie: Ploceinae
Gattung: Ploceus
Art: Fuchsweber
Wissenschaftlicher Name
Ploceus castaneofuscus
Lesson, 1840

Der Fuchsweber (Ploceus castaneofuscus, Syn. Melanopteryx casteneofuscus)[1] zählt innerhalb der Familie der Webervögel (Ploceidae) zur Gattung der Ammerweber (Ploceus).[2][3]

Der Vogel kommt in Westafrika von Sierra Leone bis Südnigeria vor.

Die Art wurde als Unterart (Ssp.) des Vieillotwebers (Ploceus nigerrimus) angesehen und als Ploceus nigerrimus castaneofuscus bezeichnet. Aufgrund deutlicher Gefiederunterschiede und anderem Brutverhalten[4] wurde die Art im Jahre 2016 als eigenständig abgespalten.[5]

Das Verbreitungsgebiet umfasst Waldränder, gerne auch Dörfer, Flächen mit zahlreichen Bäumen, Savanne mit hohem Gras, um Teiche und Sümpfe herum, meist unterhalb von 800 bis in Lagen von 1000 m. ü. M.[6]

Der lateinische Artzusatz kommt von altgriechisch κάστανον kástanon, deutsch ‚Kastanie‘ und lateinisch fuscus ‚dunkel, schwärzlich‘.[7]

Merkmale

Die Art ist 15–17 cm groß und wiegt zwischen 24 und 39 g. Das Männchen ist überwiegend schwarz, an der Oberseite, dem Bauch und den Unterschwanzdecken kräftig kastanienbraun. Das Weibchen ist an der Oberseite bräunlich, nicht olivgrün, der Bürzel ist rotbraun, die Flügel haben gelbbraune Ränder, die Unterseite ist gelblich braun, an den Flanken etwas rotbraun überhaucht.[6]

Geografische Variation

Die Art ist monotypisch.[2][6][8][9]

Stimme

Der Gesang wird als sehr ähnlich dem des Vieillotwebers (Ploceus nigerrimus) beschrieben als kurzes „tyup, jup, pik“ und „zeet“ mit eingestreuten schnellen, dünnen und kratzigen Schnatterlauten, aus als einzelne Pfeiflaute wie „weeyoo, woo“ und „wee-weeyoo“.[6]

Lebensweise

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, einschließlich Heuschrecken (Orthoptera), Ameisen (Formicidae), Termiten (Isoptera), Raupen und Schmetterlinge (Lepidoptera), auch Fangschrecken (Mantodea). Hinzu kommen Pflanzensamen, Beerenobst und Nektar. Nahrungskonkurrenz besteht mit dem Dorfweber (Ploceus cucullatus).

Oft wird der Schnabel auch als Hebel genutzt. Fliegende Insekten werden auch in der Luft erbeutet. Die Art ist gesellig, regelmäßiger Teil Gemischter Jagdgemeinschaften in offeneren Landschaften.

Die Brutzeit liegt im Gambia in Januar, in Guinea im Februar, zwischen Februar und April sowie zwischen August und November in Liberia, zwischen Dezember und August in Ghana, in Togo im Februar und zwischen September und Oktober sowie zwischen Mai und August in Nigeria. Die Art lebt polygyn, zählt zu den Kolonienbrütern auch zusammen mit Dorfwebern und dem Amethystglanzstar (Cinnyricinclus leucogaster) im Südwesten Nigerias, mit dem Königsweber (Ploceus aurantius) in Ghana und Nigeria. Gerne hängt das Männchen unter dem Nesteingang mit gespreizten, flatternden Flügel und aufgestelltem, vom Nest wegweisendem Schwanz. Das ovale Nest hängt 1–2 m über Wasser oder 6–8 m über dem Boden in einem Baum, es ist etwa 12 × 10 cm groß mit Eingang von unten ohne Tunnel. Das Männchen webt es aus Gras oder Palmblätterstreifen über etwa 9 Stunden. Das Weibchen kleidet den Innenraum aus mit Grasblütenständen. Die Nistkolonie kann sich gern auch in der Nähe menschlicher Behausungen befinden. Nicht genutzte Nester werden vom Männchen zerstört. Alte Nester werden vom Kleinelsterchen (Spermestes cucullata) nachgenutzt. Das Gelege besteht aus 2 blassblauen Eiern, selten mit einzelnen purpurfarbenen Flecken versehen, das Weibchen brütet aus und füttert die Küken. Brutparasitismus erfolgt durch den Goldkuckuck (Chrysococcyx caprius), Nester werden von Boomslang (Dispholidus typus) ausgeraubt.[6]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[10]

Literatur

  • R. P. Lesson: Ploceus castaneo-fuscus. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 3, S. 99, 1840, Biodiversity Library
Commons: Fuchsweber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. dibird.org
  2. a b Fuchsweber (Ploceus castaneofuscus) bei Avibase
  3. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  4. J. H. Crook: Comparative studies on the reproductive behaviour of the closely related weaver bird species (Ploceus cucullatus and Ploceus nigerrimus) and their races. In: Behaviour, Band 21, Nummer 3–4, S. 177–232, 1963, JSTOR
  5. Josep del Hoyo, Nigel Collar, David A. Christie, Andrew Elliott, Lincoln D. C. Fishpool, Guy M. Kirwan und Peter Boesman: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World Volume 2 (Passerines). Lynx Edicions, Barcelona, 2016. ISBN 978-84-96553-98-9
  6. a b c d e A. J. F. K. Craig, J. del Hoyo, N. Collar und G. M. Kirwan: Chestnut-and-black Weaver (Ploceus castaneofuscus), version 1.0. In: S. M. Billerman und N. D. Sly (Herausgeber): Birds of the World. 2022, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Ploceus castaneofuscus
  7. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  8. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  9. IOC World Bird List 15.2 Old World sparrows, snowfinches, weavers
  10. Ploceus castaneofuscus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 21. Juni 2026.

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