Fred Angermayer

Fred Antoine Angermayer (* 7. Dezember 1889 in Mauthausen, Österreich-Ungarn als Antonius Angermayer; † 17. Juli 1951 in Wien[1]) war ein österreichisch-deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor.

Leben

Er war der Sohn des Gastwirts Julius Angermayer und dessen Ehefrau Anna geborene Frank. Die Familie zog vermutlich über München nach Paris, wo er eine gymnasiale Ausbildung erfuhr, später kam wohl ein Aufenthalt in London hinzu. Dann nahm Fred Angermayer im österreichischen Heer am Ersten Weltkrieg teil. Aus dem Krieg zurückgekehrt, arbeitete er als Dramaturg in Brünn in der neu gegründeten Tschechoslowakei.

1921 wurde er freischaffender Schriftsteller, mit seinen Dramen stets den neuesten Moden folgend, und ließ er sich in Berlin-Charlottenburg nieder. Er war vor allem bis 1928 als Übersetzer aus dem Französischen und Englischen tätig, gründete aber auch 1924 mit Georg Kaiser und Wilhelm Dieterle das kurzlebige Das dramatische Theater. Kaiser hatte als Person mit Dieterles Theater selbst nichts zu tun. Lediglich sein Stück „Gilles und Jeanne“ wurde zur Eröffnung am 28. August 1924 gespielt. Angermayer war lediglich Dramaturg an diesem Theater und hat es verlassen, bevor Dieterle in Konkurs ging. Von ihm wurde am Dramatischen Theater als drittes Bühnenwerk am 11. April 1924 die Komödie um Rosa aufgeführt.

Seine eigenen Stücke hatten ab 1928 zunehmend Erfolg und wurden auch im Ausland gespielt, Flieg', roter Adler von Tirol! soll nach Angaben des Autors an 600 Theatern aufgeführt worden sein. Mit Strich durch die Rechnung (1932) entstand eine Verfilmung einer seiner Komödien mit Heinz Rühmann.

Angermayer konnte sich allerdings offenbar mit dem Nationalsozialismus arrangieren. Das Kulturamt der NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude errichtete im Theater am Nollendorfplatz eine „Werbebühne“ für die „Anwendung der Gesetze der nationalsozialistischen Revolution auf das Gebiet des Theaters“. Als erste Aufführung am 16. März 1934 durch die damit beauftragte Junge Kampfbühne wurde Angermayers „lustiges Volksstück“ Das Wunderwasser ausgewählt und auf dem Programmzettel Verse daraus abgedruckt, das Schlusslied endet mit den Worten: „Doch gibt es viele Mesner noch / In manchem schwarzen Mauseloch, / Die rotten wir noch alle aus ... / Dann ham wir Ruh im deutschen Haus!“[2] Von Joseph Goebbels wurde Angermayer in den Dichterkreis des Reichsbundes zur Förderung der Freilichtspiele berufen[3] und erhielt die Goldene Dichternadel. Bis 1938 war er als Dramatiker unvermindert produktiv, dann könnte eine Erkrankung seine Publikationstätigkeit gebremst haben.

Nach dem Krieg ist Angermayer ab 1948 in Wien nachweisbar, wo er einige nicht aufgeführte Dramen schrieb und 1951 starb.

Er war Mitglied des Reichsverbandes Deutscher Schriftsteller und des PEN-Clubs.

Werke (Auswahl)

Von Fred Angermayer aus dem Französischen übersetztes Buch aus dem Jahre 1924
  • Morgue. Tragödie, Leipzig, o. J. [1921].
  • Raumsturz. Dramatische Vision, drei Akte, Dresden, 1922.
  • Das Blut. Sonettenzyklus, 1923; Neuauflage 2017.
  • Komödie um Rosa, drei Akte, 2. Aufl., Leipzig, 1924.
  • Flieg', roter Adler von Tirol! Volksstück in drei Akten, Berlin, 1929.
  • Achtung! : Parade!: Drama in drei Akten, Stuttgart und Berlin, Cotta, 1931.
  • Der dreizehnte Juni. Die letzten Lebensstunden Ludwig II. Drama in drei Akten, Berlin, Chronos-Verlag, 1931 (auch unter dem Obertitel Ludwig II. aufgeführt)
  • Das Wunderwasser. Ein lustiges Volksstück in drei Akten, München, Eher, 1933.
  • Anna Kronthaler. Drama in drei Akten, Berlin, 1934
  • Zillertal, du bist mei' Freud! Volksstück in drei Akten, Berlin, 1935.
  • Andreas und sein Hund, Drama in drei Akten, 1936
  • Tiroler Bergbauerngeschichten, Mühlhausen/Thüringen, 1938.

Familie

Seit 1914 war er mit Olly (Olga) geborene Lutz verheiratet, der Tochter eines Handwerksmeisters.

Literatur

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Einzelnachweise

  1. Taufbuch Mauthausen, tom. XIII, fol. 435 (Faksimile). Abweichend auch 21. Juli 1951 in Wien (Uwe Baur und Karin Gradwohl-Schlacher: Literatur in Österreich 1938–1945. Band 3: Oberösterreich. Böhlau, Wien 2014, ISBN 978-3-205-79508-7, S. 118–125 (vr-elibrary.de [PDF]).) bzw. in Linz (Justus Schmidt, Hans Wöhrl: Neues Linz, 1961.) sowie gelegentlich 1945.
  2. Zitate vom von der „N.-S. Gemeinschaft ‚Kraft durch Freude‘ Reichskulturamt“ veröffentlichten Programmzettel.
  3. Herrmann A. L. Degener: Degeners Wer ist’s?, Berlin 1935, S. 26.

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