Dschansur
| جنزور Dschansur | ||
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| Koordinaten | 32° 49′ N, 13° 1′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Libyen | |
| ISO 3166-2 | LY | |
| Höhe | 60 m | |
| Einwohner | 88.073 (2006) | |
Dschansur 2016
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Dschansur (arabisch جَنْزُور, DMG ǧanzūr), Zanzur oder Sansur, ist eine Küstenstadt im Nordwesten von Libyen. Sie liegt im Westen der libyschen Hauptstadt Tripolis und östlich von Az-Zawiya. Die Stadt kann zur Metropolregion Tripolis gezählt werden und ist mit dieser über die zweispurige, autobahnähnliche Küstenstraße (Via Balbia) verbunden.
Geschichte
Der deutsche Privatgelehrte und Forschungsreisende Heinrich von Maltzan schrieb in seinem Buch „Reise in den Regentschaften Tunis und Tripolis“, dass Dschansur seinen Namen aus dem lateinischen Assaria (Ansaria, Azzaria) ableitet.
„Eigentliche Ruinen werden auf dem ganzen 10 Meilen langen Landstrich von Tripolis bis Soägha nicht gefunden. Da aber nach der Peutinger’schen Tafel zwei Stationen auf derselben lagen, so dürfen uns wohl jene Spuren des Alterthums, welche ich in Sansur zu entdecken glaube, zu der Vermuthung berechtigen, daß dieselben einer von beiden angehörten. Nun giebt uns die besagte Tafel genau in der Entfernung von Oea, welche derjenigen von Tripolis nach Sansur entspricht, d. h. 13 Milliarien westlich davon, eine Station Namens Ansaria an, in deren Benennung wir ohne große Schwierigkeit den heutigen Namen Sansur wiedererkennen können. Ich schlage also diese Identification für das immer umsonst gesuchte Ansaria vor.“
Vom 4. bis 7. November 1945 gab es in Dschansur wie auch weiteren Orten der Region (Tripolis, Amrouss, Kussabat) Ausschreitungen gegen die jüdische Minderheit mit insgesamt 130 jüdischen Toten, in deren Verlauf hier 34 Juden starben, wovon 15 Kinder unter zehn Jahren waren. Verletzte und Tote wurden angezündet und verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Es gab mehrere Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen vor den Augen ihrer Angehörigen und Frauen und Männer wurden zum Islam zwangskonvertiert, wie ein britisch-US-amerikanischer Untersuchungsbericht festhielt. Der Mufti von Tripolitanien, Mohamed Abdul Assaad el-Alem, erließ am 12. November 1945 eine Fatwa, die den Tätern befahl, geplündertes Eigentum zurückzugeben. Den Briten wurde vorgeworfen, den Übergriffen tagelang untätig zugesehen zu haben.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Heinrich von Maltzan: Reise in den Regentschaften Tunis und Tripolis. Band 3, Dyk, Leipzig 1870, S. 356.
- ↑ Georges Bensoussan: Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975. In: Denis Maraval (Hrsg.): Collection Texto. 2. Auflage. Éditions Tallandier, Paris 2021, ISBN 979-1-02105090-7, S. 720 f. und Fußnote 51, S. 1025.
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