David Vajda

David Vajda (* 1989 in München) ist ein deutsch-österreichischer Autor und Filmregisseur.

Leben

David Vajda schloss 2012 einen BA in Philosophie am University College London ab, gefolgt von einem von der Studienstiftung geförderten Master in Politikwissenschaften an der University of Cambridge.[1] Vajda schrieb freischaffend für verschiedene Zeitschriften (z. B. Guardian[2], FT Weekend Magazine,[3] Reportagen[4]) und veröffentlichte Kurzgeschichten.

Roman

David Vajdas erster Roman Diamanten, für den er 2025 das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats erhielt,[5] erschien am 17. Februar 2026 bei Hanser Berlin. David Hugendick schrieb in der Zeit: „Ein kleines Kunststück: Vajda verzichtet auf die Konventionen des zeitgenössischen therapeutischen Erzählrealismus, auf ein immerzu warnbeleuchtetes Innenleben, überhaupt auf Psychologie.“ Das tiefe Seelenporträt dieser Familie entstehe alleine durch Vajdas „szenische Kompositionen, durch die subtile Dynamik der Dialoge, die voller Sprache ist, aber gleichzeitig sprachlos, und durch die Beobachtungsgabe (und zuweilen die Beobachtungskomik) und die Eloquenz des lebensgehemmten Erzählers, der allen nah, aber zugleich fern erscheint“.[6] In der Rezension in der NZZ heißt es: „Der erste Roman des 36-jährigen David Vajda ist ein grosses Glück. Für wen? Für Sie, für uns, für die deutschsprachige Literatur. Für alle, die angeödet sind von aktivistischer Politprosa, germanistischen Formexperimenten oder kalkulierten, wie von Chat-GPT generierten Romanthemen – Kategorien, in die sich Debüts von heute in der Regel gut einordnen lassen.“ Ähnlich wie Salinger besitze Vajda „ein Talent für realistische Dialoge, und ähnlich wie in Salingers berühmten Geschichten über die Glass-Familie stellt Vajda in «Diamanten» sensible, sinnsuchende Menschen einer oberflächlichen Welt gegenüber. Dabei verschmelzen Komik und Tragik auf eine Weise, die das Alltägliche leicht und schmerzhaft zugleich erscheinen lässt.“[7]

Film

Jesus Egon Christus, ein 51-minütiger Spielfilm den David Vajda in Ko-Regie mit seinem Bruder Saša Vajda realisierte, wurde 2021 auf der 71. Berlinale im Rahmen der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ uraufgeführt,[8] und auf dem IFFR Rotterdam[9] und dem Festival du Nouveau Cinéma de Montréal[10] gezeigt. Till Kadritzke schrieb dazu auf critic.de: „Man sollte ja sparsam umgehen mit solchen Floskeln, aber Jesus Egon Christus ist ein einzigartiger Film, ragt nicht nur aus der sonst so braven Perspektive Deutsches Kino heraus (…). Wie falsch das alles hätte werden können, aber hier wird nicht verziert oder eingesperrt, hier gibt’s keine Hoffnung und keine Hoffnungslosigkeit, nur Einsamkeit und, notgedrungen, Gemeinschaft.“[11]

Für die Arbeit an dem Drehbuch seines kommenden ersten Langspielfilms erhielt David Vajda 2022 das Start-Stipendium Filmkunst des österreichischen Bundesministeriums für Kunst & Kultur (BMKÖS)[12]. Er war außerdem Produzent des Langfilm-Debüts seines Bruders Saša, The Lights, They Fall, der in der Sektion „Generation“ der Berlinale 2026 uraufgeführt wurde.[13]

Werke

Bücher

Filme

  • 2021: Jesus Egon Christus (mittellanger Spielfilm) – Drehbuch, Regie, Produktion
  • 2026: The Lights, They Fall (Spielfilm) – Produktion

Einzelnachweise

  1. David Leon Vajda (Hrsg.): About. In: davidvajda.com. Abgerufen am 23. Februar 2026 (englisch).
  2. David Vajda: What's happened to Catalonia's bullrings after the bullfighting ban? In: The Guardian. 23. November 2012, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 22. April 2026]).
  3. First Person: Simcha Hochman. Archiviert vom Original am 20. Dezember 2024; abgerufen am 31. März 2026 (britisches Englisch).
  4. David Leon Vajda: Mein nackter Grossonkel. In: Reportagen. Nr. 51, März 2020 (reportagen.com [abgerufen am 31. März 2026]).
  5. Berliner Manuskripte 2025. In: Literaturforum im Brecht-Haus. Abgerufen am 2. April 2026.
  6. David Hugendick: Debütromane: Zwei Romane, die keine grellen Klappentexte brauchen. In: Die Zeit. 12. März 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. März 2026]).
  7. Zelda Biller: David Vajdas Debütroman «Diamanten»: Eine Ode an die Traurigkeit. 15. April 2026, abgerufen am 22. April 2026.
  8. Jesus Egon Christus. In: Berlinale. Abgerufen am 23. Februar 2026.
  9. Jesus Egon Christus. In: International Film Festival Rotterdam. Abgerufen am 23. Februar 2026 (englisch).
  10. Festival du nouveau cinéma | JESUS EGON CHRISTUS. Abgerufen am 31. März 2026 (französisch).
  11. Till Kadritzke: Jesus Egon Christus. In: critic.de. 8. Juni 2021, abgerufen am 23. Februar 2026.
  12. David Vajda| BMKÖS Startstipendiat 2022. Abgerufen am 2. April 2026 (englisch).
  13. The Lights, They Fall. In: Berlinale. Abgerufen am 6. April 2026.

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