Confusio

Die confusio ist ein Terminus des römischen Sachenrechts.

Einerseits erfasst er die Vermischung (Vermengung) von Stoffen – im Rechtssinne Sachen – die unterschiedlichen Eigentümern gehören. Daran geknüpft ist die Rechtsfolge, dass das einzelne Alleineigentum am jeweiligen Teilmengenbeitrag verloren geht und dafür Miteigentum (Bruchteilseigentum) aller an der Gesamtsache entsteht.[1] Damit werden die einzelnen Eigentümer zu einer Rechtsgemeinschaft, zur communio. Die confusio steht für die Vermischung „flüssiger Stoffe“, etwa Handelswaren wie Wein oder Öl. Miteigentum entsteht unter gleichen rechtlichen Voraussetzungen bei der Vermischung „fester Stoffe“, der commixtio, über die etwa Getreide oder Münzen zusammengeführt werden.[2] Die Konsequenz der rechtlichen Erfassung als Miteigentum folgt aus der objektiv unmöglichen Trennung bzw. Teilung der nunmehr ineinander aufgegangenen Stoffe. Eine Aufteilung funktioniert nur noch nach Bruchteilen, über die quantitative Bestimmung des Eigenbeitrags.

Die confusio spielt aber auch im Recht der Obligationen eine Rolle. Sie bedeutet dort die Vereinigung von Schuld (Schuldnerstellung) und Forderung (Gläubigerstellung) in einer Person.[3] Die Quellen berichten von einem häufigen Vorkommen dieses Rechtsgebildes im Erbrecht, wenn der Gläubiger durch den Schuldner beerbt wird – und umgekehrt.[4] Da Forderung und Schuld sich kompensieren und die römischen Usancen weiteren Rechtsschutz für entbehrlich halten, gilt die Verbindlichkeit dann als getilgt.[5] Eine Ausnahme gilt, wo ein Pfandrecht auf Eigentum stößt, da der Sicherungscharakter des Pfandrechts dann gegen nachrückende Pfandgläubiger fortbesteht, insoweit ein Pfandrecht an der eigenen Sache begründet wird.[6]

Literatur

  • Anna Plisecka: Erwerb durch Sachveränderung (accessio, specificatio, commixitio, confusio). In: Ulrike Babusiaux, Christian Baldus, Wolfgang Ernst, Franz-Stefan Meissel, Johannes Platschek, Thomas Rüfner (Hrsg.): Handbuch des Römischen Privatrechts. Mohr Siebeck, Tübingen 2023, ISBN 978-3-161-52359-5. Band I, § 38, S. 1105–1117, hier S. 1115 ff. (Rn. 27–29).

Anmerkungen

  1. Vgl. Heinrich Honsell: Römisches Recht. 7., ergänzte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-642-05306-1, § 21 Vermischung, Vermengung (commixtio, confusio), S. 68 f. und S. 201 (Glossar).
  2. Digesten 6,1,3,1fr; 4; 5pr. § 1.
  3. Rudolf Leonhard: Confusio. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,1, Stuttgart 1900, Sp. 873 f.
  4. Digesten 46,1,71pr; 46,3,75.
  5. Digesten 8,6,1; 30,116,4.
  6. Digesten 44,2,30,1.

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.