Biamax
Biamax (ausgesprochen: Viamax) war ein griechischer Nutzfahrzeughersteller mit Werken in Athen, Thessaloniki und Larissa, er beschäftigte zeitweise 2000 Angestellte. Neben Eigenentwicklungen wurden auch Mercedes-Benz-Busse in Lizenz gefertigt.
Geschichte



Die Firma Fostiropoulos war seit den 1930er-Jahren Generalimporteur von Fahrzeugen der Daimler-Benz AG in Griechenland. 1956 folgte die Gründung des Busherstellers Biamax. Als erste Eigenentwicklung wurde 1961 die „R“-Serie vorgestellt, die vom Ingenieur A. Rizos konstruiert und vom Designer I. Dracoulis gestaltet wurde.
1962 beteiligte sich das Unternehmen an einer Ausschreibung für Trolleybusse in Athen. Den Zuschlag erhielt jedoch ein italienisches Konsortium; lediglich der von Biamax gefertigte Prototyp wurde übernommen und blieb rund 30 Jahre im Einsatz. 1968 präsentierte Biamax die „F“-Serie, zu der unter anderem der Stadtbus F 580 S gehörte.
1982 wurde das Vertriebsunternehmen an die Daimler-Benz AG verkauft und unter dem Namen Mercedes-Benz Hellas weitergeführt. 1984 stellte Biamax die Busproduktion ein und veräußerte die Fertigungsanlagen an ein Unternehmen in der Türkei.
Der Niedergang des Unternehmens hatte im Wesentlichen zwei Ursachen. Zum einen führte der Beitritt Griechenlands zur EWG im Jahr 1981 zum Abbau von Zöllen auf Busse, was einen starken Import junger Gebrauchtfahrzeuge begünstigte. Zum anderen bevorzugte die nach einem Regierungswechsel gebildete sozialistische Regierung bei öffentlichen Ausschreibungen Busse des ungarischen Herstellers Ikarus, die aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Landes zu sehr niedrigen Preisen angeboten wurden.
Die Exporte von Biamax, vor allem in den Nahen Osten, reichten nicht aus, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. In den folgenden Jahren versuchte sich Biamax unter anderem als Importeur von Traktoren und Lastkraftwagen sowie von Automobilen der Marke Rover. 1993 übernahm das Unternehmen zudem den Import der Busmarke DAF Den Oudsten-Biamax.
1999 stellte Biamax sämtliche Geschäftsaktivitäten ein. Das Unternehmen besteht jedoch weiterhin als Verwalter seines Immobilienvermögens. Ein Kaufangebot der Handelskette Lidl, das den Umbau der Anlagen zu Distributionszentren vorsah, wurde abgelehnt.
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