Azur Space Solar Power
| AZUR SPACE Solar Power GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1964 |
| Sitz | Heilbronn, Deutschland |
| Leitung | Richard Perron Dirk Stolzenburg |
| Mitarbeiterzahl | 283 |
| Umsatz | 62.5 Millionen Euro |
| Branche | Photovoltaik |
| Website | www.azurspace.com |
| Stand: 31. Dezember 2021 | |
AZUR SPACE Solar Power GmbH ist ein international tätiges Unternehmen aus der III-V Verbindungsalbleiter- und Photovoltaikbranche mit Sitz in Heilbronn, das Mehrfach-Solarzellen und Baugruppen in Galliumarsenid-Technologie für die Raumfahrt und für terrestrische Konzentratorsysteme entwickelt und produziert. Zum Produktportfolio gehören auch weitere Bauelemente aus Verbindungshalbleitern, wie z.B. LEDs, Laser Power Converter oder Leistungsdioden.
Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben im Marktsegment Solarzellen für Telekommunikationsanwendungen Weltmarktführer.[1] Neben Solarzellen für die Raumfahrt stellt das Unternehmen auch CPV-Solarzellen her, die 2013 die Hälfte des Produktionsvolumens und ein Drittel des Umsatzes ausmachten.[2] Im November 2012 stellte das Unternehmen mit einem Wirkungsgrad von 43,3 % einen neuen Effizienz-Weltrekord für eine mittels MOVPE hergestellten CPV-Solarzelle auf.[3][4] Das CPV-Geschäft kam aufgrund insolventer Großabnehmer im Herbst 2014 jedoch fast vollständig zum Erliegen.[1]
Stand Januar 2026 hat AZUR SPACE für über 700 Weltraumprojekte über zehn Millionen Solarzellen aus Silizium und 6 Millionen aus Galliumarsenid geliefert.[2][5] Auch die medial stark beachtete Rosetta-Kometensonde ist ebenso wie der zugehörige Kometenlander Philae mit Solarzellen von AZUR SPACE ausgerüstet.[6] Weitere Weltraumprojekte, deren Energieversorgung auf Solarzellen von AZUR SPACE bzw. den Vorgängerunternehmen beruht, sind Satelliten von Intelsat, Globalstar, Eutelsat, Galileo, Meteosat, GLONASS und GMES, das Hubble-Weltraumteleskop, das Herschel-Weltraumteleskop, das Planck-Weltraumteleskop, die Raumsonden Venus Express, Mars Express[7], ExoMars und BepiColombo, sowie die (Stand 2026) aktuelleren Projekte NeosatJUICE, Europa Clipper und die laufenden Satellitenprojekte für die Sentinel Missionen der ESA.
Geschichte
Das Unternehmen geht auf das Heilbronner Werk des Telefunken-Konzerns zurück, in dem 1964 ein Unternehmensbereich angesiedelt wurde, der sich mit der Entwicklung von Solarzellen für die Raumfahrt befasste. Fünf Jahre nach seiner Gründung stattete der Unternehmensbereich 1969 den ersten deutschen Satelliten Azur mit Solarzellen aus. 1973 folgten die ersten Solarzellen für terrestrische Projekte. Der Heilbronner Unternehmensbereich kam 1989 von Telefunken bzw. AEG an die DASA und wurde 1994 Teil der neu gegründeten Angewandte Solarenergie GmbH (ASE), einer Tochtergesellschaft des RWE-Konzerns. RWE spaltete das Heilbronner Unternehmen 2006 ab und verkaufte es an Generali. AZUR SPACE war damit eine 100-%-Tochter der Renewable Investments Holding S. A. (RIH), Luxembourg, und gehörte damit zur Generali-Gruppe. Zu diesem Zeitpunkt erhielt das Unternehmen den Namen AZUR SPACE Solar Power GmbH, der an den Azur-Satelliten von 1969 erinnert.[2]
Im April 2021 übernahm der kanadische Halbleiter-Hersteller 5N Plus AZUR SPACE.[8]Die Unternehmensleitung besteht heute (Stand 2026) aus Richard Perron und Dirk Stolzenburg[9]. AZUR SPACE erwirtschaftete mit seinen 283 Mitarbeitern im Jahr 2021 einen Umsatz von 62.5 Millionen Euro.[8]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b AZUR SPACE Solar Power GmbH, Heilbronn: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014, Abschnitt Geschäftsverlauf bei bundesanzeiger.de (Suchbegriff AZUR SPACE)
- ↑ a b c Manfred Stockburger: Die Solarpioniere. Azur Space blickt auf 50 Jahre Firmengeschichte zurück. In: Heilbronner Stimme. 10. Januar 2014.
- ↑ AZUR SPACE Solar Power GmbH, Heilbronn: Pressemitteilung vom 30. November 2012, azurspace.com (PDF).
- ↑ Semiconductor Today: Azur Space reports CPV cell efficiency of 43.3%, semiconductor-today.com
- ↑ Milestones & Achievements. Abgerufen am 23. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Manfred Stockburger: Philae lebt. Solarzellen aus Heilbronn verleihen Landeapparat neue Energie – Freude bei Azur Space. In: Heilbronner Stimme. 16. Juni 2015.
- ↑ Projects & References auf azurspace.com (abgerufen am 21. Februar 2016)
- ↑ a b Heiko Fritze: Wechsel im Heilbronner Telefunkenpark: Kanadier kaufen Azur Space. stimme.de, 3. April 2021
- ↑ AZUR SPACE Solar Power GmbH, Heilbronn: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021, Abschnitt Geschäftsverlauf bei bundesanzeiger.de (Suchbegriff AZUR SPACE)
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