Axel Fuhrmann
Axel Fuhrmann (* 7. April 1962 in Solingen-Ohligs) ist ein deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur von Dokumentarfilmen, dokumentarischen Serien und Musikaufzeichnungen.
Leben und Werk
Axel Fuhrmann wuchs als erstes Kind des Universitätsprofessors Jürgen Fuhrmann und seiner Frau Ursula Fuhrmann in Aachen, Clausthal-Zellerfeld und Kaiserslautern auf. Nach dem Abitur absolvierte er seinen Wehrdienst im Fernmeldebataillon 940 in Daun in der Eifel und verpflichtete sich als Zeitsoldat für vier Jahre. Anschließend studierte er von 1986 bis 1991 Musikwissenschaft, Linguistik und Marketing an der Universität des Saarlandes. Im Rahmen seiner Dissertation forschte er zum Thema Systemische Kohärenz musikalischer und sprachlicher Texturen in der Sinfonia Luciano Berios, wofür er ein Graduiertenstipendium erhielt. Nach Hospitanzen in den Hörfunkmusikabteilungen des WDR und SR, produzierte er noch während des Studiums für beide Sender seine ersten Features und Reportagen, die ihn auch ins Ausland führten. Als Musikjournalist verfasste Axel Fuhrmann verschiedene Beiträge und Rezensionen für die Neue Zeitschrift für Musik, die Neue Musikzeitung und die Österreichische Musikzeitschrift und war als Mitherausgeber der Reihe Fragmen – Beiträge, Meinungen und Analysen zur neuen Musik des Pfau-Verlages in Saarbrücken tätig.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk und mit dessen Festival Musik im 20. Jahrhundert konzentrierte sich seine frühe journalistische Arbeit seit 1989 auf zeitgenössische Komponisten und deren Musik. Axel Fuhrmann realisierte Porträts über Carmen Maria Cârneci, Detlev Müller-Siemens, Mauricio Kagel, Luciano Berio, Luca Lombardi, Klaus Huber, Cristóbal Halffter, und Herbert Willi. Daneben arbeitete er als Live-Moderator von Schallplattenneuheiten, Musiksendungen und Radio-Live-Events sowie als Autor von Feuilletonsendungen über Georg Friedrich Händel, Nicolo Paganini, Jean Sibelius, Giacomo Puccini, John Cage, Andrew Lloyd Webber jetzt auch für weitere Sender der ARD, den SWR, den WDR, den MDR und BR. In den Hörspielstudios des Saarländischen Rundfunks realisierte er als Autor und Regisseur Klangcollagen und Hörkunstsendungen. Nach seiner langjährigen gestaltenden Mitarbeit am Programm der Hörfunkwelle SR2 Kulturradio erhielt Axel Fuhrmann eine programmberatende Funktion.
Parallel zu seiner hörfunkjournalistischen Tätigkeit begann Axel Fuhrmann 1993 seine Zusammenarbeit mit dem Kulturspiegel, dem wöchentlichen Kulturmagazin des SR Fernsehen Südwest. Hier realisierte er seine ersten Reportagen über Opern- und Ballett-Premieren des Saarländischen Staatstheaters, Fernsehbeiträge über Konzertevents, das Max Ophüls Filmfestival sowie Kulturberichte aus dem Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Die Bildsprache seiner Reportagen und Berichte erregte die Aufmerksamkeit der Unterhaltungsredaktion des SR Fernsehen Südwest, die Axel Fuhrmann mit seinen ersten Fernsehdokumentationen beauftragte. In seinem ersten Langfilm porträtierte er den Komponisten Rolf Riehm, der in den 1970er Jahren Mitglied des Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters war. Es folgten die Filme Hello, Do You Hear Me über den slowenischen Posaunisten und Komponisten Vinko Globokar und Wenn Limousinen Trauer tragen über die verschiedenen Arten im Umgang mit der Sepulkralkultur in der Saar-Lor-Lux-Region. In seinen Mehrkameraufzeichnungen sammelte Axel Fuhrmann Erfahrungen im Bereich Opern- und Konzertproduktion, die er später in seine Dokumentarfilme für den Europäischen Kulturkanal arte einbringt.
Seine Kenntnisse, die er sich ich im Bereich der internationalen Koproduktion von Filmen bei seinen Musikproduktionen für den SR angeeignet hatte, führten Axel Fuhrmann 2001 zur ZDF Enterprises GmbH. Hier konnte er als Projektmanager internationale Co-Produktion und Entwicklung seine Begeisterung für kulturelle, christliche und historische Themen einbringen und gleichzeitig mit internationalen Senderredaktionen von Discovery Channel, Channel 4, WGBH und Rete 4 zusammenarbeiten. Gemeinsam mit den ZDF-Redaktionen Zeitgeschichte, Religion und Leben und Terra X entwickelt er dokumentarische Serien für den deutschen und internationalen Markt.
2004 wechselte Axel Fuhrmann zur damals neu gegründeten merkur.tv GmbH in Bonn, einer Tochtergesellschaft der Tellux Gruppe und der Verlagsgruppe Rheinischer Merkur, einer überregional erscheinenden christlichen Wochenzeitung. Hier war er aufgrund seiner redaktionellen Erfahrungen zunächst als Redakteur und Producer, kurze Zeit später dann auch als Geschäftsführer tätig. Unter seiner redaktionellen und produktionsseitig federführenden Leitung entstanden Dokumentationen über die Komponisten Nicolo Paganini, Giacomo Puccini und Robert Schumann, aber auch über Politiker, wie den damaligen tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg, den ehemaligen Wirtschaftsminister Werner Müller und über Institutionen, wie die Grubenrettung der Ruhrkohle AG, die Bayerische Akademie der Wissenschaften, den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland oder die Europäische Union (Geschichte der Römischen Verträge).
Nach der Auflösung des Rheinischen Merkur 2011 wurde Axel Fuhrmann Geschäftsführer, Autor und Regisseur der DokFabrik Film- und Fernsehproduktion GmbH, mit der er Dokumentationen vorwiegend für die Sender der ARD und den Europäischen Kulturkanal arte und deren Programmbereiche Kultur und Musik herstellt. Seine Produktionen wurden oft vom Österreichischen Fernsehen ORF koproduziert, für den Venice TV Award nominiert und standen auf der Longlist des Preises der Deutschen Schallplattenkritik.
Im Wintersemester 2019/2020 hatte er einen Lehrauftrag für Dokumentarfilm im Fachbereich Design an der Hochschule Anhalt (Bauhaus-Universität) in Dessau.
Axel Fuhrmann ist verheiratet mit Heide Koch. Gemeinsam haben sie einen Sohn und leben in Wuppertal.
Filmografie Regie (Auswahl mit Videos)
- Cello on the Rocks (SR 1997)
- Karajans Erben (SR 1998)
- Mozart ist ohne Ende – Vesselina Kasarova (SR 1999)
- Stimmen für Wagner (SR 2000)
- Stimmen im Labyrinth – Luciano Berio (SWR 2000)
- Chauffeure großer Dirigenten (SWR 2001)
- Echnaton und Nofretete (ZDF 2002)
- Zeitreisen – Geschichte entdecken (ZDF 2003)
- Herrscher über Leben und Tod – Ärzte unter dem Hakenkreuz (ZDF 2004)
- Bis ans Ende der Welt – Die Expeditionen der Nazis (MDR 2004)
- Richard Wagner und die Frauen (BR 2005)
- Das Stinnes-Imperium (WDR 2005)
- Die Mannesmann-Story (WDR 2006)
- Paganinis Geheimnis (SWR, MDR, BR 2006)
- Der Weg nach Europa – 50 Jahre Römische Verträge (BR 2007)
- Die Zeit überwinden – Der Komponist Mauricio Kagel (WDR, SFR 2007)
- Kohleengel – Retter unter Tage (WDR 2007)
- Der weiße Riese: Werner Müller – Minister, Manager und Kumpel (WDR, arte 2008)
- Puccini – Magier der Leidenschaft (SWR, MDR, BR 2008)
- Adel Verpflichtet: Karl von Schwarzenberg – Fürst, Minister, Europäer (BR, ORF 2009)
- Das rote Atom – Stalins vergessene Wissenschaftsstadt Obninsk (MDR 2009)
- Für Bayern die Besten – Bayerische Akademie der Wissenschaften (BR 2009)
- Traumberuf Diplomat? – Alltag in Deutschlands Botschaften (NDR 2009)
- Heintje, Henze, Nina Hagen – 60 Jahre Musik in der (BRD WDR 2009)
- Robert Schumanns verlorene Träume (WDR, SWR, MDR 2010)
- Die Zuse Story – Wie ein Deutscher den Computer erfand (RBB 2010)
- Exotica von Mauricio Kagel (Ensemble Modern Akademie 2010)
- Roots of Swing – Das Pasadena Roof Orchestra (Pasadena Roof Orchestra 2010)
- Für Elise – Beethovens Bestseller (WDR, arte 2012)
- Die Zauberflöte – Mozarts Vermächtnis (ZDF, arte 2013)
- Peter und der Wolf – Geschichte eines Welterfolgs (MDR, arte 2014)
- Konzert für eine Taube Seele – Maurice Ravel (3sat 2014)
- Mondscheinsonate – Die Volkspianistin Elly Ney (WDR, arte 2015)
- Englands heimliche Hymne – Land of Hope and Glory (NDR, arte 2016)
- Der Rhein – Strom der Musik (WDR, arte 2017)
- Departure – New European Songbook (WDR, BBC 2017)
- Ein alter Krieg – New European Songbook (WDR, BBC 2018)
- West Side Story – Bernsteins Broadway Hit (NDR, ORF, arte 2018)
- Musik für Marxloh – Ein Schulprojekt des Klavierfestival Ruhr (WDR 2018)
- Der Traum vom Gesamtkunstwerk – Gegenwartskunst und Oper (SR, arte – Serie 2019)
- Da geh ich zu Maxim (Operettengala, Aufzeichnung Theater Bielefeld 2021)
- Dunkel ist die Nacht, Rigoletto (Oper, Aufzeichnung Theater Bielefeld 2021)
- Im Rausch (Tanztheater, Aufzeichnung Theater Bielefeld 2021)
- Daniel Libeskind – Magier der Emotionen (SR, arte 2021)
- Die Moldau – Smetanas Welterfolg (BR, arte 2021)[1]
- Axel Fuhrmann: Berlin Alexanderplatz – Ein Roman wird Oper. arte.tv, abgerufen am 16. August 2026.
- Axel Fuhrmann: Soundtrack Of Arts – Kunst in Pop und Klassik. arte.tv, abgerufen am 16. August 2026.
- Finlandia – Sibelius Hymne der Freiheit (NDR, arte 2024)[2]
- Axel Fuhrmann: Klang der Erinnerung Orchesterspuren von München bis Tel Aviv. arte.tv, abgerufen am 16. August 2026.
- Axel Fuhrmann: Europas Große Filmpaläste. arte.tv, abgerufen am 16. August 2026.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Axel Fuhrmann: Die Moldau – Smetanas Welterfolg. arte.tv, abgerufen am 16. August 2026.
- ↑ Axel Fuhrmann: Finlandia – Sibelius’ Hymne für die Freiheit. arte.tv, abgerufen am 16. August 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fuhrmann, Axel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kulturjournalist, Produzent, Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen und Musikaufzeichnungen |
| GEBURTSDATUM | 7. April 1962 |
| GEBURTSORT | Solingen-Ohligs |
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.