Thiota

D Thiota isch en alemannischi Woorsegeri gsii, wo i de Fuldaer Annale[1] gnennt werd. Si het im Joor 847 de Weltundergang verchündt. Religiooswösseschaftlich werd si mit em Chrais vo de germanische Woorsegerine vergliche.

Öberliferig

D Thiota („mulier Alamanorum“ »Frau vo de Alemane«) isch ane 847 i de Diözese vom Bischof Salomo vo Chostez uuftrete und het de Weltundergang und „anders Züügs“ verchündt. Si het sich dodebii uf aigni göttlichi Offebaarige („divinitus sibi revelatia“) biruefe und nöd nume bim aifache Volch, sondern au bi ordinierte Aghöörige vom christliche Klerus („sacri ordinis viri“) e grossi Wörkig erraicht. Z Mainz het di cherchlichi Bhörd denn e Verfaare gege die "faltschi Woorsegeri" („pseudoprophetissa“) eröffnet und d Thiota im Stift St. Alban vor Mainz under psychischem Druck zomene Gständnis zwunge. Si het denn uusgsait, ass d Offebaarige vomene witters nöd bikannte Presbyter stammid und si usere persönliche Gwünnsucht ghandlet heb. D Thiota isch den mit Ruete uuspaitscht wore.

Düütig

Zo de Zitt vo de Thiota hend scho mereri Wikingeröberfäll uf England, Spanie und is Fränkische Riich am Niderrhhii stattgfunde. Christlichi Gaistlichi hend Prophezaijige usem Buech Hesekiel vom Alte Testament, wo „Nordmane“ gnennt wered, as Hiiwiis uf d Endziit verwertet, wa bim verängstigte Volch im Raame vo de Volchfrömmigkait starche Achlang gfunde het. De Ånders Hultgard ninnt aa, as di starchi Wörkig vo de Thiota uf di dozmol no im Volch verworzleti pagani Traditio vo de altgermanische Woorsegerine zruggzfüere sai.

Ainzelnoowiis

  1. MGH SS rer. Germ. 7

Literatur

Textuusgoobe

  • Annales Fuldenses sive Annales regni Francorum Orientalis Kurze (MGH SS rer. Germ. 7), useggee vo Friedrich Kurze, Ndr. Hannover 1978 [1891]
  • Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Teil 3: Jahrbücher von Fulda, Regino Chronik, Notker Taten Karls bearb. vo Reinhold Rau, 4., Darmstadt 2002, S. 19–177.

Sekundärliteratur

  • Ånders Hultgard: Seherinnen. i: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 28. Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.). De Gruyter, Berlin – New York 2005. ISBN 3-11-018207-6. S. 113–121. Hier: S. 115f.
  • Rudolf Much (Hrsg.): Die Germania des Tacius. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 1967. S. 169–170. Hier: S. 170
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