Cisa
D Cisa (Cysa, Ciza, Zisa) isch e aageblichi Göttin gsii, wo z Augschburg vereert wore si söll.
Öberliferig
Die Göttin erschiint i merere früemittelalterliche Schrifte us de Zitt vom 12.-14.Jh. De Text isch en Uuszug vonere Gallische Gschicht (excerptum ex Gallica historia). Ali Quele sind fast wortgliich und au de Melchior Goldast het de Tegscht fast wörtlich öbernoo.
Nebet pseudohistorische Bigebehaite, wo scho i sich wdersprüchlich sind, werd au d Vereerig vonere suebische Göttin Cisa gnennt. Noch ere söll Augschburg Cizarim ghaiise haa. Si heb e hölzige Tempel ghaa, und en aigne Festtag, de dies Cize, mit Spiil und Froid, und zwor 59. Tag nochem 1. Augste, aso em 28. September.
Rezeption
Nebet em Goldast hend au anderi Autore de Text verarbaitet, so de Gaistlichi Küchlin i sim Lobpriis Herkommen der Stadt Augsburg (um 1440):
- sie bawten einen tempel groß darein
- zu eren Zise der abgöttin.
- die sie nach heidnischen sitten
- anbetten zu denselben zeiten
De Berg wo de Tempel druf gstande sai, het nochem Küchlin Zisenberck ghaisse.
De Bibliothekar Christian August Vulpius (1762-1827) het 1826 e phantasiivolls Handbuech underem Name »Mythologie der deutschen, verwandten, benachbarten und nordischen Völker« usegee und drinn füert er d Ciza uuf, e sorbischi Göttin vo de Fruchtbarkait und »als Cisara eine Art Ceres bei den Vindeliciern«, wo en Altoor z Augschburg ghaa heb. A erem Fest sai Chorn i Chöbel gschüttet wore.
Religiosforschig
De Jacob Grimm het i sim grundlegende Werch Deutsche Mythologie di mittelalterliche Tegscht abdruckt und bisproche. Obwoll er zuegitt, as de mittelalterlich Tegscht voll vo »unhailbare Widersprüch« sai, schenkt er em Bricht öber d Cisa Globe:
- »Aber all der unsinn, den sie enthält, hebt den werth der merkwürdigen überlieferung für uns nicht auf.«
De Grimm versuecht e Zämehang mit de vom Tacitus gnennte suebische Isis und em Ziu z herstele und chunnt zom Schluss, d Cisa sai woll e wiiblichi Form vom Ziu. De aigetümlich Name Cisara för Augschburg düttet er as *Cisae ara, »Cisa-Altoor«. Im Nootrag nennt er no anderi Ortsnäme, wo noch dere Göttin binent si chönntet, drunder s rhätische Zizers.
Spöteri Forscher sind sich ainig, as de pseudohistorisch Tegscht mit anachronistische Widersprüchlichkaite öberhopt kann Quelewert het und as drum au a de Aagoob vom Kult vo de Cisa nöd traut were cha.
Neopagani Chrais bitrachtet d Zisa tailwiis as hisrtorischi Göttin.
Büecher
- Jacob Grimm: Deutsche Mythologie (1835) (Lizenzusgoob 1992: ISBN 3-922383-68-8).
- R. Kohl: Die Augsburger Cisa – eine germanische Göttin? I: Archiv für Religionswissenschaft 33 (1936), p. 21–40.
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