Bäcker

Beck, 1974

Beck, jünger au wie in dr Schriftsproch Becker, veraltet au Pfischter, isch e Bruefsbezeichnig für e Mensch, wo si Läbensunterhalt mit Bache vo Brot, Gebäck etc. verdient. Dr Beck zellt zu de Handwärksbrüef. Nach ere meischtens dreijährige Bruefsusbildig im Beckerhandwärk wird vo dr regional zueschtändige Innig d Gselleprüefig abgleit. Diräkt im Aaschluss beschtoht für dr Beckergsell d' Möglichkeit, sich anere Fachschuel witerzbilde und aaschließend vor dr Handwärkskammere d Meischterprüefig abzlegge. Die Usbildig ka inere Meischterschuel oder bi dr örtliche Innig gmacht wärde. Die dreijährigi Gsellezyt, wo früener erforderlich gsi isch als Vorussetzig zum zur Meischterprüefig zuegloo z wärde, isch wäggfalle. Nach em erfolgriiche Abschluss vo dr Meischterprüefig erwirbt me s' Rächt, dr Bruef vom Beck sälbschtändig uszüebe und Lehrling in däm Bruef uszbilde.

Dr Schutzheiligi vo de Becke isch dr Heiligi Nikolaus.

Gschicht

Mittelalterlichi Darstellig vom ene Beck
Becke-Gsellebrief 1801

S Handwärk vom Beck het sich früener no ufteilt in:

  • Zuckerbeck (Konditer)
  • Pfäfferkuechebeck (Läbchueche)
  • Los- oder Wyssbeck (Weizebrot, Brötli etc.)
  • Fast- oder Schwarzbeck (Roggebrot)

Die Unterscheidig isch als erschts in Preuße 1752 ufghobe worde, will die schtändige Riibereie au zum Nochteil vo dr Kundschaft gfüehrt hai. Dr Beckebruef het zu de „freie, gschänkte und ungschlossnige“ Handwärk ghört.

D' Befuegnis vom ene Meischter, chönne z bache, het d (Back-)Grächtigkeit oder au d Bank gheisse. Scho im römische Rächt sind d Becke zu eigene Korporatione vereinigt worde und im Mittelalter sin ene Privilegie gee worde, was d Bildig vo Beckerinnige voraatriibe het. Mit dene Rächt hänn si aber au bestimmti Pflichte müesse erfülle. So hänn d Becke immer müesse gnueg Mählvorröt ha, um allgemeine Notständ chönne hälfe vorzbeuge.

Z Paris und in einige französische Départements sind d Becke 1801 zu gschlossene Korporatione unter dr Leitig vo Syndikat vereinigt worde. Für dr Betriib isch denn e obrigkeitlichi Gnähmigung erforderlich gsi.

E bsunderi Beckereikasse hett de Usgliich vo de Brotpriise zum Zwäck ka. In tüüre Zyte sin us dere Kasse Vorschüss an d Becke gleischtet worde. Die Iirichtig het bis 1863 beschtande.

Die dütschi Gwärbsordnig het schließlich s Beckegwärb freigä. Nach §73 hänn d Becke aber chönne drzue ufgforderet wärde, dr Priis und s Gwicht vo ihrer Waar am Gschäft aazgä, damit s Publikum Kenntnis drvo het chönne näh.

Dr Verkauf vo de Backware het traditzionell in de Läde vo de Beckermeischter stattgfunde, und die sind als Familiebetriib gfüert worde. D Beckereie hänn s Mähl vo de örtliche Müller bezoge.

Mit dr Induschtrialisierig sind vermehrt Großbeckereie entstande, und die hän näbe früsche Backware au Tiefküelteigling in sogenannte Backstroße produziert. Immer öfter hänn die örtliche Beckereie die Tiefküelteigling übernoh und si denn uffbache und verkauft. Eigentlich isch das am Aafang nur als Sortimäntserwiiterig dänkt gsi zu de eigene Produkt. Glichzytig sind die Backware au als Fertigprodukt vermehrt in Supermärkt und Tankschtelle abotte worde. Will dr Priisdruck durch die grossi Konkurränz immer schtärker worde isch, hänn in de letschte 20 Joohr vili traditionelli Becke ihre Betrieb müesse ufgäh oder sinn vo Filialchette übernoh worde. In de Vorschtedt, de Bahnhöf und in grosse Iikaufszentre hänn sich in jüngschter Vergangeheit Discounter duuregsetzt, wo die Tiefküelteigling im Verkaufsruum ufbacke.

D Unterscheidig zwische Becke und Konditer

S Wort Beck wird umgangssprochlig mängmol au für dr Bruef vom Konditer (Zuckerbeck) verwändet. In Dütschland handlet's sich aber um e separate Bruef, und für die müen verschiideni Gselleprüefige gemacht wärde. Vili Beckereie produziere au Produkt, wo zum Handwärk vom Konditer ghöre. Becke, wo in söttnige Beckereie glernt oder gschafft hänn, wärde als „Becke mit Konditorei“ bezeichnet.

 Commons: Bäcker – Sammlig vo Multimediadateie
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